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08.11.2018
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Jugendarbeit ist Chefsache

Jugendarbeit ist Chefsache: Zu diesem Ergebnis kam die Regionalkonferenz „Jungsein in der Planungsregion Donau-Wald“ im Kulturforum Oberalteich. Die Kommunalen Jugendpflegerinnen und Jugendpfleger der Landkreise Straubing-Bogen, Deggendorf, Regen, Passau und Freyung-Grafenau hatten zusammen mit dem Regionalen Planungsverband Donau-Wald, zu dem auch die kreisfreien Städte Straubing und Passau gehören, die Konferenz, angeregt durch Impulse aus dem Bayerischen Jugendring, organisiert.  Ziel der Regionalkonferenz war, Notwendigkeit, Bedingungen und  Umsetzungsmöglichkeiten für jugendgerechte Entwicklung in Gemeinden und Landkreisen anhand von nachahmenswerten Beispielen aufzuzeigen.

Landrat Josef Laumer, Vorsitzender der Planungsregion Donau-Wald, eröffnete die Konferenz mit einem Plädoyer für die Jugendpolitik. Gemeinsam mit Winfried Pletzer vom Bayerischen Jugendring war er sich einig, „dass mit der Jugend und nicht über die Jugend geredet werden muss.“ Die Bevölkerungszahlen  im Planungsverband Donau-Wald  werden insgesamt in den Prognosen bis 2036 einigermaßen stabil bleiben. Die prognostizierten Verluste in der Altersgruppe 16 bis unter 19 von minus 1,3 Prozent für die Stadt Straubing bis minus 21 Prozent  für die Stadt Zwiesel oder den Landkreis Freyung-Grafenau machen laut Pletzer aber auch deutlich: „Ohne Zuwanderung wird es nicht gehen.“ Attraktive Infrastrukturen entstünden nicht von selbst und sollten sich an der Frage orientieren: „Was macht unsere Gemeinde attraktiv für junge Menschen?“

Was junge Menschen in ihrer Heimat suchen und lieben wurde anhand von Projektergebnissen aus anderen Regionen dargestellt. Dazu zählten: Zufriedenheit, Respekt, aktive Bürgerbeteiligung, leistbares Wohnen, Offenheit und Toleranz, Umweltbewusstsein, breites Freizeitangebot und attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze. Ähnliche Ergebnisse stellte Martina Kirchpfening, Jugendpflegerin im Landkreis Freyung-Grafenau, anhand einer dort 2017 durchgeführten Jugendbefragung vor: „Jugendliche benennen die Stärken des ländlichen Raums eindeutig positiv. Sie lieben Natur, Idylle, dörflichen Zusammenhalt mit lebendigen Nachbarschaften, gelebte Tradition und Feste. Sie benennen aber auch die Schwächen genau: Schlechte öffentliche Verkehrsverbindungen, ungenügende Internetgeschwindigkeit, fehlende Jugendkultureinrichtungen und Jugendveranstaltungen“, so Kirchpfening.

Die Jugendpflegerinnen und Jugendpfleger der Landkreise mit den Referenten/innen und Winnie Pletzer vom Bayerischen Jugendring (2. von rechts).Die Jugendpflegerinnen und Jugendpfleger der Landkreise mit den Referenten/innen und Winnie Pletzer vom Bayerischen Jugendring (2. von rechts).


Best-Practice-Beispiele, um dieser Kritik entgegenzuwirken, gibt es aber fast überall. Im Landkreis Straubing-Bogen kann das sogenannte „Jugendtaxi“ von Jugendlichen im Alter von 14 bis 26 Jahren genutzt werden. Für die Fahrten gibt es Wertgutscheine, die vom Landkreis bezuschusst werden. Die Vorteile dieses System zeigen sich vor allem in dessen Flexibiliät bezüglich Uhrzeiten und Zielorte, so dass dies eine perfekte Ergänzung zum ÖPNV ist. In Hauzenberg (Landkreis Passau) findet eine Jugendbürgerversammlung im öffentlichen Raum, geplant und geleitet von Bürgermeisterin Gudrun Donaubauer selbst, statt. In Viechtach (Landkreis Regen) bietet man unter dem Slogan „Jugend bewegt Viechtach“ Kunstaktionen, Musiksessions und Umweltprojekte wie Wastecooking an. Ähnliche Projekte gibt es auch im Landkreis Freyung-Grafenau unter dem Namen „Jugendforum FRG“.

Roland Meier, Kreisjugendpfleger im Kreisjugendring Passau, stellte das erfolgreiche Projekt „PäiG-Pädagogisches Personal in Gemeinden“ vor. Das Modell des Kreisjugendrings Passau ermöglicht auch kleinen Gemeinden durch interkommunale Zusammenarbeit die Buchung von Fachkräftestunden für eine professionelle Jugendarbeit.

„Jugendpolitische Entwicklung ist keine Kann- oder Sollleistung“, resümierte Stefanie Johann, Jugendpflegerin des Landkreises Straubing-Bogen am Ende der Veranstaltung. „Man hat gesehen, dass sich alle Akteure aktiv für Jugendbeteiligung und jugendgerechte Gemeinden einsetzen müssen.“


- sb

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Landratsamt Straubing-BogenStraubing

Quellenangaben

Landratsamt Straubing-Bogen



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