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23.10.2018
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Huskyhof Dreisessel

Eigentlich wollte er sich aus einer Laune heraus, einen Schlittenhund zulegen. Einen Partner zum Wandern und Joggen. Doch dann packte Kilyan Klotsch das Huskyfieber. Er wälzte Bücher, durchsuchte das Internet und legte sich weitere Hunde zu. Schließlich begann er auch an Schlittenhunderennen teilzunehmen. Heute ist er amtierender Europameister im Sechs-Hunde-Schlittenhunderennen. Im Interview mit WAIDER.COM erzählt er von seiner Leidenschaft und dem Leben mit den Hunden auf dem Huskyhof in Branntweinhäuser.

 

Welche Rassen unterscheidet man bei den Schlittenhunden?

Es gibt zunächst einmal den Sibirian Husky. Die Tiere dieser Rasse werden zwischen 14 und 18 Jahre alt, ziehen sich aber manchmal ab acht, neun Jahren zusehends von den Menschen zurück. Deshalb ist diese Rasse nur bedingt für die Arbeit mit Menschen geeignet. Die größte und stärkste Schlittenhunderasse ist der Alaskan Malamute. Die Tiere werden etwa 12 bis 14 Jahre alt, sind sehr anhänglich, ganz treue Gefährten. Dann unterscheiden wir noch die Rassen Grönlandhund und Samojede.

 

Wie kam es zu den Züchtungen diese Hunderassen?

Die Ursprünge gehen auf die Inuit in der Arktis und in Grönland zurück. Die Ureinwohner züchteten Schlittenhunde, da sie die Hunde als Zugtiere für ihre Schlitten brauchten. Außerdem waren die Hunde liebgewonnene Spielkameraden und dienten auch als eine Art ‚Wärmedecke‘.

 

Was zeichnet Huskys aus, wie ist deren Sozialverhalten?

Huskys sind ganz stark ausgeprägte Rudelhunde. Man hat mit jungen Hunden relativ wenig Aufwand, sie werden sozusagen von den älteren Tieren erzogen. Das soziale Verhalten wird im Rudel vermittelt. In den ersten 12 Monaten geht es vor allem um Unterwerfung, ums Spielen, ums Futter. Ab dem 3. Monat werden die Jungtiere durch den Rudelchef in die Gemeinschaft integriert.

 

Seit einigen Jahren züchten Sie auch selbst, wie viele Welpen erblicken jedes Jahr das Licht der Welt?

Mit Page Pepper, meiner vierten Hündin, begann ich die Zucht. Sie ist eine prächtige Zuchthündin. Ihr erster Wurf brachte sieben Welpen hervor. Drei davon haben wir weiterverkauft. Im Jahr haben wir einen Wurf mit durchschnittlich sechs bis neun Welpen. Ab der 10. Woche geben wir sie in eine neue Familie. Unsere Tiere sind mittlerweile in ganz Europa verstreut. Der Zwingername unserer Zuchtschlittenhunde lautet „Kyas Bavarian Snowflake“.

 

Was erwartet die Besucher des Huskyhofes, welche Aktivitäten sind mit den Hunden möglich?

Wir haben sowohl Gäste, die in unserer Pension für einige Tage Urlaub machen, wie auch Tagesgäste. Im Winter bzw. wenn Schnee liegt bieten wir einen ca. dreistündigen Workshop an. Da kann man in das Schlittenhundefahren mal reinschnuppern. Zunächst schiebt man mal den Schlitten, am Ende darf man auf dem von uns extra angelegten, etwa 600 m langen und gespurten Rundkurs auf unserem Grundstück auch mal einen Schlitten selbst steuern. Im Herbst kann man mitfahren, wenn ich mit dem Schlitten auf Rädern unterwegs bin. Im Sommer kann man jeweils montags die Huskys besuchen, sie fotografieren und sie knuddeln. Dienstags unternehmen wir immer eine Wanderung, beispielsweise zur Mammuttanne. Jedes Kind, gekoppelt mit einem Elternteil, ist dann an einen Schlittenhund angeleint. Außerdem veranstalten wir Kindercamps für Interessierte ab acht Jahren. Da besteht auch wieder viel Kontakt zu den Hunden, aber auch zu den Pferden meiner Frau, wir organisieren eine Schatzsuche. Wir schlafen alle in einem Tipi.

 

Ein besonderes Highlight ist die jährliche Husky-Weihnacht. Wann findet sie dieses Jahr statt, was dürfen die Besucher erwarten?

Der Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr am 15. und 16. Dezember statt. Wir rechnen wieder mit etwa 2.000 Besuchern. Wir werden verschiedene Bierspezialitäten anbieten, u. a. finnisches Bier oder auch Met aus Kuhhörnern. Ferner gibt es Elch-Salami, Rentierschinken und Original-Glögg, das ist der Original Schvedische Glühwein auf Preiselbeer Basis. Natürlich besucht uns der Nikolaus mit seinem Hundeschlitten, die Thalberger Herndltrommler spielen auf, es gibt eine Verlosung mit zahlreichen attraktiven Preisen.

 

Erzählen Sie unseren Lesern bitte von einem Abenteuer, das Sie mit Ihren Hunden erlebt haben.

Als ich das erste Mal in Finnisch-Lappland war, habe ich 14 Tage vor der Heimreise mit zwei meiner Huskys, Jacky und Yukon, eine Schlittentour gemacht. Als sie Rentiere sahen, ist die Verbindung zwischen Schlitten und Hunden gebrochen, sie sind auf und davon. Ich habe mich dann auf den Rückweg zur Hütte gemacht, die nächsten drei, vier Tage nach den beiden gesucht. Am vierten Tag stand Yukon vor der Hütte. Von Jacky jedoch keine Spur. Also mussten Yukon und ich ohne sie nach Deutschland zurückkehren. Als ich bereits kurz vor Rostock war, bekam ich den Anruf eines Freundes, dass Jacky wiederaufgetaucht sei. Sie hatte sich wohl immer ganz in der Nähe der Hütte aufgehalten. Also bin ich eine Woche später wieder rauf nach Lappland und habe sie heimgeholt.

 

Vielen Dank für das Gespräch.


- sh


Huskyhof DreisesselAltreichenau

Quellenangaben

Fotos: Huskyhof Dreisessel
Text: Dr. Stephen Hahn



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