zurück zur Übersicht
28.07.2018
304 Klicks
teilen

Per GPS die Natur erkunden

St. Oswald/Schönbrunn am Lusen. Bereits zum dreizehnten Mal haben sich engagierte Jungwissenschaftler aus den achten und neunten Jahrgangsstufen in den Nationalpark Bayerischer Wald aufgemacht. Dort wollten sie die Natur aus einer anderen Perspektive kennenlernen – von oben, per Satellit. Die 15 Schüler vom Balthasar-Neumann-Gymnasium aus Marktheidenfeld in Unterfranken sowie die Klassen 8a und 8b des Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums Grafenau wurden für ihre Projekte in Gruppen eingeteilt und präsentierten ihre Ergebnisse jüngst im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald.
Während ihres einwöchigen Aufenthalts, bei dem sie im Jugendwaldheim des Nationalparks untergebracht waren und wie jedes Jahr von dessen Team betreut wurden, führten die Unterfranken zum Beispiel Umfragen im Tier-Freigelände, am Hans-Eisenmann-Haus oder auf dem Baumwipfelpfad durch. Sie befragten die Probanden nach Alter, Dauer ihres Aufenthalts, dem Ferienort und dem Verkehrsmittel bei der Anreise. Die Ergebnisse übertrugen sie dann in Tabellen und Karten. „Dabei haben wir herausgefunden, dass die Besucher aus ganz Deutschland angereist sind. Am beliebtesten war bei den 138 Befragten der Baumwipfelpfad“, so ein Schüler. Die Dokumentationsgruppe hat den kompletten Aufenthalt und alle Wanderungen per GPS verfolgt.
So konnten die Schüler die genauen Routen auf einer digitalen Karte nachvollziehen und Attraktionen, wie die Sichtung eines Buntspechts, fotogene Waldstücke oder besonders guten Handyempfang in ihrer Karte markieren.

Die achten Klassen aus Grafenau beschäftigen sich schon seit den Wintermonaten mit dem Thema GPS und der Auswertung der so gewonnenen Daten mit Geoinformationssystemen. Mit ihren Messgeräten haben die beiden achten Klassen die Temperaturen an den Tiergehegen zu unterschiedlichen Jahreszeiten gemessen, Besucherzahlen und Wegweiser untersucht, die Anzahl sichtbarer Tiere in den Gehegen und ihre eigenen Standpunkte dokumentiert und alle Daten dann in Karten übertragen. Ein eigens gedrehtes Dokumentationsvideo hielt ihre Stationen und Sichtungen fest.

Am Ende der Veranstaltung stellten sich alle jungen GPS-Experten zum gemeinsamen Gruppenfoto auf.Am Ende der Veranstaltung stellten sich alle jungen GPS-Experten zum gemeinsamen Gruppenfoto
auf.


Für die Unterstützung bei den Projekten dankten die Schüler den Esri-Mitarbeitern Andreas Haupert und Sarah Lechler, den Lehrern Eva Hartmann, Jochen Arnold, Daniela Haas und Ellen Kronschnabl, dem Team vom Jugendwaldheim um Rita Gaidies und Elisabeth Frank sowie Thomas Friedel vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Dieser referierte über die Arbeitsbereiche und Karrieremöglichkeiten im Bereich Vermessung. „Auch wenn es manchmal anstrengend war, hat alles wunderbar geklappt und alle waren motiviert und interessiert bei der Sache.“ Am Schluss gab es für alle Teilnehmer ein Zertifikat.

Wieder einmal war das Esri-Sommercamp ein voller Erfolg und hat den Schülern einen einmaligen Einblick in zukunftsträchtige Forschungsgebiete eröffnet. Esri-Mitarbeiter Haupert: „Es freut mich, dass die Schüler das Gesamtpaket kennenlernen durften, von der Erfassung der Daten bis zur Auswertung. Es würde mich freuen, wenn das Camp das Interesse der Experten von morgen wecken konnte.“


- sb

[PR]

Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldBehörden | Grafenau

Quellenangaben

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?

Ähnliche Berichte

Mit dem LIFE+ Projekt der Natur mehr Raum gegebenEin Projekt, das die Weiterentwicklung des Nationalparks Bayerischer Wald tatkräftig unterstützt hat, fand in diesem Jahr seinen Abschluss: Und zwar das von der Europäischen Union und dem Bayerischen Naturschutzfonds kofinanzierte LIFE+ Projekt „Moore, Fließgewässer und Schachten“.Mehr Anzeigen 20.11.2018Aas-Forscher aus den USA und Deutschland tauschen sich ausVon stehendem und liegendem Totholz profitieren unterschiedlichste Arten - über Jahrzehnte hinweg. Doch was passiert mit den verendeten Tieren in freier Wildbahn?Mehr Anzeigen 25.10.2018Schulen aus zwei Nationalparks knüpfen KontaktWas haben die Nationalparks Bayerischer Wald und Wattenmeer gemeinsam? Beide haben seit 2011 ein Nationalpark-Partnerschul-Programm. In diesem Rahmen sind bereits im Juni dieses Jahres Lehrer aus dem Bayerischen Wald nach Schleswig-Holstein gefahren, um den dortigen Nationalpark kennenzulernen.Mehr Anzeigen 15.10.2018Waldgeschichtliches Museum durchgängig geöffnetDie vorweihnachtliche Museumslandschaft der Region wird ein Stück lebendiger. Schließlich bleibt das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald erstmals durchgängig geöffnet.Mehr Anzeigen 09.11.2017Sie haben den Wald vermessenDas Dutzend ist nun voll. Zum zwölften Mal reisten interessierte Schüler zum Esri-Sommercamp in den Nationalpark Bayersicher Wald, diesmal 15 Acht-, Neunt- und Zehntklässler des Balthasar Neumann-Gymnasiums aus Marktheidenfeld in Unterfranken.Mehr Anzeigen 31.07.2017Einblicke in die Alkoholiker unter den BorkenkäfernAlkohol, Inzucht und Kinderarbeit – das soll zu Insekten passen? Geht nicht, oder? Geht doch, wissen jetzt rund 100 Besucher des jüngsten Vortrags aus der wissenschaftlichen Reihe des Nationalparks Bayerischer Wald im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald.Mehr Anzeigen 16.01.2017