Igel sind zunehmend bedroht und geraten immer häufiger in Gefahr durch moderne Gartentechnik. Ein neues Projekt von Naturschutz und Technik soll nun Lösungen schaffen, um die Tiere besser zu schützen.
Ende März erwachen die ersten Igel aus dem Winterschlaf und begeben sich auf Nahrungssuche in Gärten und Parks. Doch ihre Bestände gehen seit Jahren zurück. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel als potenziell gefährdet. Neben dem Rückgang von Insekten, dem Einsatz von Pestiziden und der zunehmenden Versiegelung von Flächen stellen auch Mähroboter eine wachsende Bedrohung dar.
Die autonom fahrenden Geräte können bei Begegnungen mit Igeln schwere oder sogar tödliche Verletzungen verursachen. Besonders problematisch ist dabei das Verhalten der Tiere: Statt zu flüchten, rollen sie sich bei Gefahr ein und sind dadurch den scharfen Klingen schutzlos ausgeliefert. Bisher gibt es keine Mähroboter, die Igel zuverlässig vor einem Zusammenstoß erkennen.

Igel sind besonders gefährdet durch Mähroboter, da sie sich bei Gefahr einrollen statt zu flüchten.
Um diese Gefahr zu reduzieren, haben der Landesbund für Vogel und Naturschutz sowie der Verein Deutscher Ingenieure gemeinsam mit dem Leibniz Institut für Zoo und Wildtierforschung ein Projekt gestartet. Ziel ist es, bis Mitte 2027 eine technische Richtlinie zu entwickeln, mit der Hersteller künftig nachweisen können, ob ihre Geräte Igel erkennen und schützen können.
Dabei sollen unter anderem Sensorik, Reaktionszeiten und realistische Testszenarien definiert werden. Die neue Richtlinie soll festlegen, wie Mähroboter auf Tiere reagieren müssen, etwa durch sofortiges Stoppen oder Ausweichen. So soll eine verlässliche Grundlage für mehr Sicherheit in Gärten und auf Grünflächen geschaffen werden.
Ein einfacher, aber wirkungsvoller Schutz besteht bereits heute darin, Mähroboter ausschließlich tagsüber einzusetzen. Da Igel nachtaktiv sind, lassen sich gefährliche Begegnungen so deutlich reduzieren. Immer mehr Städte setzen deshalb auf Nachtfahrverbote für die Geräte.

Mähroboter können für Igel zur tödlichen Gefahr werden, besonders wenn sie nachts im Einsatz sind.
Langfristig bleibt aus Sicht des Naturschutzes ein naturnaher Garten ohne Mähroboter die beste Lösung. Solange die Geräte jedoch weit verbreitet sind, soll das neue Projekt dazu beitragen, die Risiken für Wildtiere deutlich zu verringern.

LBV-Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V