Spitzenwerte bei den Pinselohren

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09.02.2026
Grafenau
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Sie heißen Lara, Stummel, Béďa oder Mireček und streifen meist unentdeckt durch die Wälder des Grenzkamms. Gemeint sind die Luchse in den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava, über die es nun sehr gute Nachrichten gibt. Im Monitoringjahr 2024/2025 wurde die zweithöchste jemals gemessene Anzahl an selbständigen Luchsen festgestellt. Gleichzeitig erreichte die Zahl der Jungtiere erneut den bisherigen Höchststand aus den Jahren 2018/2019.

 

Dieses Ergebnis lässt die Experten zu dem Schluss kommen, dass der Bestand in beiden Schutzgebieten stabil ist. Insgesamt konnten 27 selbständige Luchse nachgewiesen werden. Darunter befanden sich zwölf Weibchen und acht Männchen, bei sieben Tieren ist das Geschlecht bislang unbekannt.

 

Durch zusätzliche Kameras, die im Rahmen weiterer Projekte im Untersuchungsgebiet installiert waren, konnte bei allen zwölf Weibchen Nachwuchs dokumentiert werden. Insgesamt wurden 22 Jungtiere gezählt. Damit wurde der bislang höchste Wert innerhalb eines Monitoringjahres erneut erreicht. Besonders bemerkenswert war ein Wurf mit drei Jungtieren.

 

Für die Verantwortlichen der beiden Nationalparke sind diese Zahlen ein starkes Signal. Das grenzüberschreitende Monitoring, das seit dem Jahr 2009 jährlich durchgeführt wird, gilt als zentrale Grundlage für den Schutz der Luchse in der Region. Nur durch diese systematische Erfassung können Bestandsentwicklungen frühzeitig erkannt und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen angepasst werden.

 

Ein Eurasischer Luchs läuft nachts über einen schmalen Waldweg. Das Tier ist seitlich zu sehen, das gefleckte Fell und die typischen Pinselohren sind gut erkennbar. Die Aufnahme stammt von einer Fotofalle im Waldgebiet der Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava.
Mittels Fotofallen können Luchse beim grenzüberschreitenden Monitoring nachgewiesen werden.

 

Auch auf tschechischer Seite werden die Ergebnisse sehr positiv bewertet. Die Entwicklung der Luchspopulation im Böhmerwald zeige, dass sich die Tiere langfristig etabliert haben und von der Bevölkerung zunehmend als Teil ihrer Heimat wahrgenommen werden.

 

Das Untersuchungsgebiet umfasst eine Fläche von rund 820 Quadratkilometern in beiden Nationalparken. An 69 Standorten waren insgesamt 109 Kameras über einen Zeitraum von 100 Tagen im Einsatz. Da Luchse häufig Forststraßen und Wanderwege nutzen, befinden sich die meisten Fotofallen entlang dieser Routen sowie an Markierungsstellen. Um eine sichere Identifikation zu ermöglichen, werden an vielen Standorten zwei Kameras gegenüberliegend angebracht.

 

Die Auswertung erfolgt durch den Vergleich der aktuellen Aufnahmen mit Bildern aus den Vorjahren. Die individuellen Fellmuster der Luchse ermöglichen eine eindeutige Zuordnung, ähnlich einem Fingerabdruck beim Menschen.

 

Der vollständige Monitoringbericht ist auf der Internetseite des Nationalparks Bayerischer Wald abrufbar. Dort finden sich auch die Lebensläufe von mittlerweile 70 Luchsen, die seit Beginn des Fotofallenmonitorings in den beiden Schutzgebieten nachgewiesen wurden. Das Durchschnittsalter der regelmäßig beobachteten Tiere liegt derzeit bei 6,1 Jahren.


- KM


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldNationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Nationalpark Bayerischer Wald

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