Grenzüberschreitendes Projekt BioBeaver: Forscher untersuchen Einfluss des Bibers

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03.03.2026
Grafenau
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Seit Ende des 19. Jahrhunderts galt der Biber sowohl in Bayern als auch in Tschechien als ausgestorben. Nach Wiederansiedelungen in den 1960er Jahren kehrte der Baumeister der Natur erst zur Jahrtausendwende in die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava zurück. Im grenzüberschreitenden Forschungsprojekt BioBeaver werden nun die Populationen sowie deren Einfluss auf Biodiversität und Hydrologie genauer untersucht.

 

in Biber sitzt am Ufer eines Gewässers zwischen hohem Gras und spiegelt sich im ruhigen Wasser.
Der Biber kehrte erst zur Jahrtausendwende in den Böhmerwald zurück und verändert seither in den Nationalparken maßgeblich Lebensräume.

 

"Biber werden häufig als Ökosystemingenieure bezeichnet, weil sie durch das Bauen von Dämmen und das Auflichten von Waldstrukturen maßgeblich Lebensräume verändern", erklärt Prof. Marco Heurich, Leiter des Sachgebietes Nationalparkmonitoring und Tier-Freigelände. "Sie schaffen Feuchtgebiete, tragen zum Wasserrückhalt und zur Entstehung neuer Nischen für spezialisierte Arten bei."

 

Gleichzeitig könne dieses Verhalten in der Kulturlandschaft zu Konflikten mit Landnutzern führen, insbesondere mit Land- und Forstwirtschaft. Deshalb sollen neben einer gemeinsamen Strategie zum Schutz des Bibers und gefährdeter Ökosysteme auch konkrete Lösungsansätze zur Konfliktvermeidung zwischen Mensch und Biber erarbeitet werden. Lokale Akteure werden aktiv in das Projekt eingebunden.

 

Eine Gruppe von Forschern und Mitarbeitenden der Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava steht im Herbstwald zwischen hohen, blattlosen Bäumen und blickt in die Kamera.
Forscher aus den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava wollen den Einfluss des Bibers auf Ökosysteme und Arten untersuchen.

 

"Wir haben uns drei Themenschwerpunkte vorgenommen", sagt Projektmitarbeiterin Lucia Jobst. Zunächst werde der aktuelle Zustand sowie die Dichte der Biberpopulationen in beiden Nationalparken erfasst und bewertet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Biodiversität in den Biberrevieren. Mit Foto- und Insektenfallen sowie DNA-Analysen sollen die dort lebenden Arten dokumentiert und Grundlagen für den Schutz seltener Arten geschaffen werden.

 

Der dritte Projektteil befasst sich mit dem Einfluss des Bibers auf die Hydrologie, also den Wasserkreislauf. Dafür werden 100 Biberdämme in beiden Nationalparken vermessen, um Erkenntnisse zum Wasserrückhalt zu gewinnen. Zusätzlich sollen Wasserproben Aufschluss darüber geben, ob sich die Wasserqualität unterhalb der Biberreviere verbessert.

 

Das Projekt BioBeaver wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Interreg-Programms gefördert und läuft bis Ende 2028. Weitere Informationen sind unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/forschung abrufbar.


- KM


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldNationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Nationalpark Bayerischer Wald; Fotos: Jitka Zenáhlíková, Steffen Krieger

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