In Zeiten von Fake News und Verschwörungstheorien, die sich besonders über soziale Medien verbreiten, ist fundiertes, kritisches und belegbares Wissen wichtiger denn je. Büchereien leisten dabei einen zentralen Beitrag, weil sie Informationen, Perspektiven und Geschichten zugänglich machen und damit Orientierung bieten. Die Marktbücherei Schönberg darf sich nun Lernort der Demokratie nennen.
Für Büchereileiter Reinhold Hartl war die Bewerbung nach eigenen Angaben unkompliziert, der Hintergrund des Siegels ist jedoch anspruchsvoll. Eine Bücherei ist ein Ort, an dem unterschiedliche Meinungen, Weltbilder und Genres aufeinandertreffen, von Sachbuch bis Fiktion. Gleichzeitig besteht die Aufgabe darin, radikale und menschenverachtende Inhalte konsequent auszuschließen und Neuanschaffungen kritisch zu prüfen.

Bürgermeister Martin Pichler (v.l.), Reinhold Hartl und Gemeinderätin Carolin Garhammer freuen sich bewusst in einer Ecke zum Thema Geschichte und Diktatur über das Siegel - und noch mehr darüber, dass Büchereien als wirksames Mittel gegen Fake-News weiterhin wirken.
Dazu gehört ein Team, das sich bei der Auswahl neuer Medien informiert, Literatur einordnet und Entwicklungen in Geschichte und Gegenwart im Blick behält. Als offener Treffpunkt bietet die Bücherei Raum zum Lesen, Lernen und Austauschen. Der Dialog mit Wissen und auch mit anderen Sichtweisen steht dabei im Vordergrund und setzt einen Gegenpol zu ideologischer Rechthaberei.
Mit der Vergabe des Siegels arbeiten Michaelsbund und Katholische Erwachsenenbildung zusammen. Ziel ist es, freie Meinungsbildung und demokratische Wertebildung zu stärken und dazu anzuregen, sich Informationen verlässlich und nachvollziehbar zu beschaffen.

Markt Schönberg
Marktbücherei Schönberg