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14.06.2017
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Eine Spürnase im Nationalpark

Grafenau/Frankfurt am Main. Ein speziell trainierter Suchhund unterstützt seit kurzem die in Frankfurt ansässige Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung bei Wildtiermonitoring und -forschung. Die einjährige Labrador-Hündin hilft beim Sammeln von schwer zugänglichen DNA-Proben verschiedener bedrohter Wildtierarten. Die Methode erweist sich gegenüber herkömmlichen Ansätzen als sehr effektiv: Während der bisherigen Einsätze im Nationalpark Bayerischer Wald spürte das Tier gemeinsam mit einem weiteren Suchhund über 50 Proben von Luchs, Wildkatze und Wolf auf.
Eine feine Nase ist unerlässlich für die Arbeit von Maple, Senckenbergs erstem ausgebildeten Spürhund. Die einjährige Labradorhündin unterstützt seit kurzem die Senckenberg-Wissenschaftler bei der Suche nach Wildtierproben. „Als genetisches Referenzzentrum für große Beutegreifer führen wir seit beinahe zehn Jahren DNA-Analysen von bedrohten Wildtierarten durch. Dabei sind wir auf Proben sehr seltener Tierarten angewiesen. Maples Arbeit wird hierbei immer wichtiger“, freut sich Dr. Carsten Nowak, Leiter des Fachgebietes Naturschutzgenetik des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen.
Informationen über die Verbreitung von Wildtieren zu erlangen ist häufig schwierig: Die Tiere sind scheu und leben in schwer zugänglichen Gebieten. Herkömmliche Methoden, wie Sichtbeobachtungen und Fotofallen liefern häufig nur begrenzte Informationen. „Für uns sind daher direkte Hinterlassenschaften, wie der Kot der Wildtiere, ein echter Glücksfall – die DNA aus diesen Proben verrät uns, wie viele Tiere sich in einem Gebiet aufhalten, woher sie stammen und welches Geschlecht sie haben“, erklärt Laura Hollerbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Hundeführerin von Maple.

Erschnüffelte im Nationalpark Bayerischer Wald dutzende Kotproben von Luchs, Wildkatze und Wolf: Senckenberg-Diensthund Maple.
Erschnüffelte im Nationalpark Bayerischer Wald dutzende Kotproben von Luchs, Wildkatze und Wolf: Senckenberg-Diensthund Maple.

Bei ihren ersten Einsätzen im Nationalpark Bayerischer Wald konnte die vierpfotige Neu-Senckenbergerin bereits Erfolge aufweisen: Gemeinsam mit der hierfür beauftragten Suchhündin Nara und ihrer Hundeführerin Elena Jeß erschnüffelte sie 50 Kotproben von neun Luchsindividuen sowie mehrere Wildkatzen- und Wolfhinterlassenschaften. „Solch ein großer Datensatz entsteht mit den bisherigen Methoden über lange Zeiträume hinweg – unsere Hunde haben es in nur wenigen Wochen geschafft“, ergänzt Hollerbach. Die Suchhunde legten dabei rund 600 Kilometer in einem 176 Quadratkilometer großen Suchgebiet zurück.Zusätzlich zur Erfassung mit Suchhunden wurden in Zusammenarbeit mit Martin Gahbauer von der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald 44 Haarfallen aufgestellt, um DNA-Proben von Luchs und Wildkatze zu sammeln und einen methodischen Vergleich ziehen zu können. Die Nationalparkverwaltung leistete darüber hinaus logistische und personelle Unterstützung für die erste Suchhund-Studie von Senckenberg und ermöglichte so eine erfolgreiche Projektdurchführung.
Die Ergebnisse zeigen, dass ausgebildete Hunde im Vergleich zu Menschen sehr viel größere Flächen in einem kürzeren Zeitraum absuchen können und zudem deutlich höhere Detektionsraten aufweisen. „Daher möchten wir zukünftig Maples Artenspektrum auch noch auf weitere relevante Arten ausbauen“, gibt Hollerbach einen Ausblick.
Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ist an dieser neuen Datenerfassungsmethode im Rahmen einer Kooperation beteiligt. Erkenntnisse aus künftigen Untersuchungen in Hessen werden in das Monitoring des Landesamtes zu großen Beutegreifern einfließen.


- sb


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Foto: Tamara Gramlinger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung



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