Der Caritas Frühförderdienst im Bistum Passau begleitet seit nahezu fünf Jahrzehnten Kinder und Familien in herausfordernden Lebenslagen. Im Jahr 2026 wird das Angebot 50 Jahre alt. Bei einem Besuch informierte sich der CSU-Landtagsabgeordnete Josef Heisl gemeinsam mit Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer und Bezirksrat Stephan Gawlik über die Arbeit des Dienstes.
Unterstützung von Anfang an: Der Frühförderdienst richtet sich an Säuglinge sowie Klein- und Kindergartenkinder. Eltern und enge Bezugspersonen erhalten Beratung, Entwicklungsdiagnostik, Förderung und bei Bedarf auch Therapie. Petra Haderer-Moser, Leiterin des Caritas Frühförderdienstes für Stadt und Landkreis Passau, betonte dabei die Bedeutung eines verlässlichen, niedrigschwelligen Angebots für Familien.
Wie hoch der Bedarf inzwischen ist, zeigen auch die Zahlen: 2024 wurden im Sozialraum mit allen Diensten über 2400 Kinder betreut. Möglich machen das knapp 50 Mitarbeitende, nur wenige davon in der Verwaltung. Die Organisation der Einsätze sei angesichts der Aufgabenfülle eine enorme Herausforderung.
Zum Leistungsspektrum zählen unter anderem Beratungsangebote für Kinder von 0 bis 3 Jahren, die interdisziplinäre Frühförderung, der Fachdienst für Inklusion und Teilhabe (FIT), der pädagogisch-psychologische Dienst (PPD) sowie mobile heilpädagogische Unterstützung. Zusätzlich war zuletzt das Modellprojekt Übergang macht Schule aktiv, das Kinder mit einer drohenden körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung beim Wechsel in eine Regelschule begleitet.
Gerade dieses Projekt steht aktuell unter Druck: Die Finanzierung ist nach Ablauf der ursprünglich geplanten Laufzeit offen. MdL Heisl unterstrich, dass die praktische Wirkung vor Ort außer Frage stehe, eine dauerhafte Ausweitung jedoch derzeit schwierig zu stemmen sei. Gleichzeitig kündigte er an, sich für eine Weiterführung stark zu machen.
Auch die Caritas sieht die langfristige Finanzierung als zentrale Aufgabe. Andrea Anderlik, Diözesan-Caritasdirektorin im Bistum Passau, verwies auf wachsende Anforderungen in Prävention, Entwicklung, Behinderung und Teilhabe. Hinzu kommen hohe Wegezeiten, Fahrtkosten und der Fachkräftemangel. Der Frühförderdienst ist unter anderem in mehr als 125 Kindergärten der Region tätig. Mitarbeitende fahren dabei teils mehrere Einrichtungen am Tag an und sind nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Teams vor Ort wichtige Ansprechpartner.

(v. r.) MdL Josef Heisl, Caritas-Diözesandirektorin Andrea Anderlik, Einrichtungsleiterin Petra Haderer-Moser, Elisabeth Einweg, Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer und Bezirksrat Josef Heisl.
Ein weiteres Beispiel für schnelle Hilfe ist die Schreibabyambulanz, die Familien in akuten Belastungssituationen unterstützt. Elisabeth Einweg, Leiterin des pädagogisch-psychologischen Dienstes, machte deutlich, wie wichtig frühe, unkomplizierte Unterstützung ist. Genau diese Niederschwelligkeit sorgt laut Frühförderdienst für eine hohe Akzeptanz bei Eltern und ermögliche Hilfe dort, wo sie gebraucht wird.
Mehr Informationen zur Arbeit der Caritas gibt es online unter caritas-passau.de.

Caritasverband für die Diözese Passau e. V.