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22.12.2016
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Zurück in die Steinzeit

Dass der Geschichtsunterricht schon lange nicht mehr nur aus Stillsitzen und Zuhören besteht, erlebten die 6. Klassen der Realschule Grafenau bei einer Zeitreise in die Frühgeschichte der Menschheit. Der Archäologe Lothar Breinl entführte die Schülerinnen und Schüler bei einem Besuch an der Schule in die Steinzeit und ließ dabei Geschichtswissen lebendig werden.
Im Rahmen eines Unterrichtsprojektes erklärte Herr Breinl, was man unter experimenteller Archäologie versteht. Anschaulich demonstrierte er den fasziniert lauschenden Mädchen und Jungen anhand vieler Dias und Fundobjekte, wie Alltagsgegenstände aus der Vergangenheit rekonstruiert und selbst ausprobiert werden, um deren Funktion und Bedeutung zu erschließen. Die Schülerinnen und Schüler durften unter anderem Fotos einer Grabablage bei Bogenberg bestaunen. Dort wurden zahlreiche Skelette und auch Grabbeigaben gefunden, die den Forschern Aufschluss über die frühen Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod gaben.
Im Anschluss erzählte Herr Breinl anschaulich von den Handwerkstechniken der Steinzeit und beantwortete dabei auch die zahlreichen Fragen der Kinder. Er führte den Schülerinnen und Schülern vor, wie die Menschen damals aus Steinen Speerspitzen und kleine Messer hergestellt und sie dann mit Geweihspitzen weiterbearbeitet hatten. Die Schärfe der Klingen stellte der Archäologe dann auch gleich unter Beweis, indem er sich als „Steinzeitfrisör“ betätigte und einem Freiwilligen ein Büschel Haare kürzte.
Besonders spannend wurde es, als Herr Breinl mit einem Feuerstein, einem Baumschwamm und Pyrit (auch bekannt unter der Bezeichnung „Katzengold“) ein Feuer entfachte.

Die damaligen Klingen waren so scharf, dass Archäologe Lothar Breinl problemlos auch die Haare schneiden konnte.
Die damaligen Klingen waren so scharf, dass Archäologe Lothar Breinl problemlos auch die Haare schneiden konnte.

Bei den anschließenden Workshops betätigten sich die Jungen und Mädchen dann selbst als Experimentalarchäologen und bastelten Alltagsgegenstände aus der Frühgeschichte, wie Muschelschmuck, Tonschalen, Pfeile, Steinbohrer und sogar ein „Steinzeithandy“ (Schwirrholz). Dabei stellten die Kinder bald fest, dass diese Tätigkeiten oft sehr viel Geduld und Geschick verlangten. Schnell erkannten sie, dass das Leben in der Steinzeit sehr hart und schwierig war und die Menschen damals keinesfalls so dumm oder primitiv waren, wie sie in den Medien bisweilen dargestellt werden.


- SB

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Staatliche Realschule GrafenauGrafenau

Quellenangaben

Staatliche Realschule Grafenau



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