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04.10.2016
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Heimat-Verein: Obst- und Gartenbauverein Jandelsbrunn

Fast 200 Mitglieder zählt der Obst- und Gartenbauverein Jandelsbrunn. Vielfältige Aktivitäten verfolgen vor allem das Ziel, einen intensiven und aufmerksamen Bezug zu den Schätzen der Natur, zu den Kostbarkeiten und dem Nutzbaren im eigen Garten zu vermitteln. 1. Vorstand Brigitte Rodler spricht im Interview mit WAIDLER.COM von ihrem wundervollen Hobby.

Frau Rodler, welche Aktivitäten bietet der Obst- und Gartenbauverein seinen Mitgliedern an?

Lassen Sie mich mit der Pflanzentauschbörse beginnen. Jedes Jahr im Frühjahr findet die statt. Die Mitglieder tauschen, was sie selbst gesät haben: kleine Gemüsepflanzen, Blumen. Das meiste davon ist biologisch angebaut. Und oft sind auch exotische Sorten dabei, vor allem bei den Tomaten.

Buffet anno dazumal

 

Dann veranstalten wir immer wieder mal Kochkurse in der Schulküche. Die stehen immer unter einem anderen Motto: griechisch, italienisch, bayerisch. Sie stehen allen offen, nicht nur den Mitgliedern. Die Teilnehmer*innen werden in Gruppen eingeteilt. Jede ist für ein Gericht, einen Gang zuständig. Am Ende wird gemeinsam verkostet. Alle erhalten die Rezeptsammlung. Dazu passt auch unser Buffet anno dazumal, das wir alle zwei Jahre in der alten Schule anbieten. Sonntags nach der Kirche kochen wir da alte Schmankerl wie Lüngerl, Mehlsuppe, süßes Kraut, Milchknödel oder auch Heidelbeerpfeffer, also ein Kompott. Und wir kochen im Herbst gemeinsam Marmelade ein. Jeder bringt das Obst aus seinem Garten mit. Die Marmelade wird dann aufgeteilt oder am Weihnachtsmarkt verkauft. Und wir bieten über den Kreisverband Kurse an, wie etwa Baum- und Strauchpflege.

 

Brigitte Rodler, Josef Schinagl und Marianne Pieringer (v. r. n. l.) genießen die Brombeeren und Himbeeren aus dem eigenen Garten

 

Sie sind auch ausgebildete Kräuterexpertin. Was ist denn Ihr Lieblingskraut?

Die Brennnessel liegt mir besonders am Herzen. Sie wächst auf jedem Mist und holt auch jeden Mist aus unserem Körper heraus. Ein Wunder der Natur. Regelmäßig biete ich auch eine Wildkräuterwanderung an. Da erkunden wir dann die Kräuter auf den naturbelassenen Wiesen unserer Bio-Bauern. Was man da alles findet: Wiesenschaumkraut, Huflattich, Sauerampfer, Spitzwegerich, Schafgabe und vieles mehr. Eine wahre Schatzkammer.

 

Seit 2008 hat der Verein auch eine Kindergruppe, die Gartenfüchse. Welches Ziel steckt dahinter?

Wir wollen mit den Kindern den Bezug zur Natur aufbauen. Sie sollen erkennen, dass ein Garten ein Lebensraum ist, ein Platz der Versorgung und Verarbeitung. Und nicht eine Einöde aus Gambionen, Thujen und englischem Rasen. Unsere Kinderbeauftragte Evelyn Eggersdorfer baut mit den Kindern Tomaten und Kartoffeln an. Sie lernen, Butter auszurühren in einem alten Butterfass. Und was gibt es Besseres, als danach ein frisches Butterbrot mit Schnittlauch oder Gänseblümchen garniert. Zusammen mit der Kindergruppe hat der Verein auch die Bienenweide auf einem Grundstück neben dem Rathaus angelegt. Hier haben wir - mit Hilfe des Imkervereins - spezielle Pflanzen angesät: Sonnenblumen, Bechermalve, Kornblume, Sonnenhut, Ringelblume. Die Kindergruppe hat ein Insektenhotel gebaut, ein Imker ein Bienenvolk reingestellt.

 Die Gartenfüchse mit den selbst gebauten Insektenhotels

 

Vielen Dank für das Gespräch.

 


- SH



Quellenangaben

Fotos: Gartenbauverein Jandelsbrunn, Josef Schinagl; Stephen Hahn



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