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08.12.2022
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Afrikanische Schweinepest und Verbiss Themen beim Fachgespräch Jagd und Forst

Ausführliche Informationen dazu, was im Falle des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis auf die Jäger und Waldbesitzer zukommen kann, gab es im Rahmen des Fachgespräches Jagd und Forst im Landratsamt Freyung-Grafenau. Ein weiteres Thema war die Sorge der Waldbesitzer, dass aufgrund zu wenig Bejagung in manchen Bereichen, Neuanpflanzungen und Naturverjüngung nicht genügend vor Verbiss durch das Wild geschützt seien. Landrat Sebastian Gruber hatte sich zu Beginn der Versammlung erfreut gezeigt, dass man sich nach zwei coronabedingten Ausfällen wieder im Landratsamt treffen könne.
Zwischen der Jägerschaft, den Waldbesitzern und dem Landratsamt gebe es vielfältige Berührungspunkte, was schon die Tatsache zeige, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus drei Abteilungen an dem Fachgespräch teilnahmen.

 

Zwar werden die Fallzahlen bei der Afrikanischen Schweinepest 2022 für Europa niedriger ausfallen als 2021, Grund zur Entwarnung gebe es dennoch nicht, erklärte Dr. Tanja Degner von der Abteilung für Veterinärwesen und gesundheitlichen Verbraucherschutz des Landratsamtes in ihrem kurzen Referat. Die Gefahr, dass die ASP auch in der Wildschweinpopulation im Landkreis ausbreche, sei weiterhin hoch, so Dr. Degner. Sie hatte die relevanten Zahlen mitgebracht und erläuterte am Beispiel bereits betroffener Landkreise in Brandenburg, was auch auf Freyung-Grafenau zukommen könnte: etwa weiträumige Einzäunungen des Fundortes eines ASP-Falles oder Betretungsverbote für betroffene Waldgebiete – sowohl für die Landwirte als auch für Spaziergänger. Man habe sich im Landkreis schon seit längerem mit Übungen und der Einlagerung von entsprechenden Materialien auf einen solchen Fall vorbereitet, erklärte die Veterinärin.
Ausdrücklich bedankte sie sich auch noch einmal bei den Jägern, „die eine große Unterstützung bei den Übungen und den bisher durchgeführten Beprobungen von Wildschweinen waren“. Die Veterinärin beantwortete anschließend ausführlich die Fragen der Anwesenden. Dabei erläuterte sie u.a., dass etwa in den aufzustellenden Zäunen auf kleinen Wegen zum Teil Tore als Durchlass für Menschen genutzt werden können. Bei größeren Durchlässen, etwa für Gemeindestraßen, werde man auf so genannte „Duftzäune“ zu-rückgreifen. Diese hätten sich z.B. in Brandenburg als durchaus praktikabel und erfolgsversprechend erwie-sen.
Das Thema zu hoher Verbiss durch das Wild in manchen Wäldern sprach Josef Höppler, der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Freyung-Grafenau, an. Er wünschte sich von Seiten des Landratsamtes in Berei-chen tätig zu werden, in denen sich der Verbiss über Jahre nicht verbessere.

 

 

Die Afrikanische Schweinepest sowie der teilweise zu hohe Verbiss in manchen Wäldern im Landkreis waren die Themen beim Fachgespräch Jagd und Forst zu dem Landrat Sebastian Gruber (Mitte) Vertreter der Waldbesitzer und Jäger eingeladen hatte, damit sie sich untereinander und mit Mitarbeiterinnen und Mit-arbeitern des Landratsamtes sowie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten austauschen konnten.


Franz Stöbich und Gunther Endres vom zuständigen Sachgebiet im Landratsamt erläuterten, dass dies zu-nächst eine Angelegenheit sei, die am besten innerhalb der betroffenen Jagdgenossenschaft zu klären sei. Im Jagdpachtvertrag sei der entsprechende Abschuss ja geregelt. Sie rieten dazu, von Waldbesitzer- und Jägerseite aufeinander zuzugehen. „Dort wo die Leute regelmäßig miteinander reden, gibt es die wenigsten Probleme“, erklärte Endres. Stöbich bot an, dass man – wenn dies gewünscht werde – von Landrats-amtsseite auch Jagdbegänge an besonders betroffenen Stellen durchführen könne, um sich die Schäden zusammen mit allen Beteiligten direkt vor Ort anzusehen – und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Auch Wolfgang Kreuzer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regen zeigte sich zu solchen Jagdbegängen bereit, plädierte aber ebenso für einen direkten Austausch zwischen Jägern und Waldbesitzern. Er betonte, mit Blick auf den Klimawandel sei es wichtig am Standort aufgewachsene Bäume möglichst großzubekommen, da sie die besten Voraussetzungen mitbringen würden, um dort auch lang-fristig gute Erträge zu bringen. Eine gründliche Bejagung des Wildes sei dazu unabdingbar.


- JS


Landratsamt Freyung-GrafenauFreyung

Quellenangaben

Landratsamt Freyung-Grafenau

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