Exkursion im Bregenzer Wald

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29.03.2016
Thyrnau
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Rund 30 Vertreter aus dem Ilzer Land – Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter, Architekten, Handwerker und Unternehmer unternahmen eine zweitägige Fach-Exkursion in den Bregenzer Wald. Diese Region ist in Fachkreisen bekannt für die hohe Konzentration an Handwerksbetrieben (Holz, Metall) und qualitätsvolles Bauen im Einklang mit der traditionellen Bauweise. Diese Punkte waren auch die Motivation für die Reise, die vom österreichischen Landluft-Team und dem Handlungsfeld Innenentwicklung im Ilzer Land – im Rahmen des derzeit laufenden Forschungsprojekts „Baukultur konkret“ – organisiert und fachlich begleitet wurde. Zu dieser Fahrt luden die Organisatoren aus dem Ilzer Land auch Baufachleute aus der Region  wie etwa Schreinermeister, Architekten, Bauherren und kommunale Bauamtsmitarbeiter ein. Gemeinsam gingen sie auf Erkundungstour durch die sogenannte „Wälderregion“ mit ihren kleinen, aber feinen Orten. „Wir sind beeindruckt von der qualitätsvollen Bauweise und dem großartigen Zusammenhalt in der Region, der sich über das Bauen hinaus auch in der gemeinsamen Vermarktung regionaler Produkte, wie dem Käse, zeigt“, resümierte Bürgermeister Manfred Eibl, Vorsitzender des Ilzer Landes.

Auf großes Interesse stieß das Holzlager von Markus Faißt in Hittisau, in dem heimische Hölzer luftgetrocknet werden.
Auf großes Interesse stieß das Holzlager von Markus Faißt in Hittisau, in dem heimische Hölzer luftgetrocknet werden

Erstes Ziel war das Werkraumhaus in Andelsbuch. Es ist das Haus des Handwerks, wo Handwerker ihre Stücke ausstellen können, wo Ausstellungen zum Thema Architektur & Bauen stattfinden und wo aktiv Öffentlichkeitsarbeit für das Handwerk betrieben wird. Danach besichtigte man das Gebäude der „Wälderversicherung“, das durch seine Innenräume, die nahezu ausschließlich aus dem heimischen Holz der Weißtanne an Decken, Böden und Wänden gestaltet wurden, besticht.
„Ein wunderbares Raumklima“  herrsche darin, wie eine Mitarbeiterin der Besuchergruppe aus dem Ilzer Land bestätigte.

Vor der Abreise aus Hittisau besichtigte man noch das Frauenmuseum, ein weiteres Beispiel gelungener Baukultur.
Vor der Abreise aus Hittisau besichtigte man noch das Frauenmuseum, ein weiteres Beispiel gelungener Baukultur.

Ein kleiner Spaziergang durch den Ort führte die Besucher zur „Holzbox im Stall“, einem innovativen Wohnkonzept für junge Leute und Touristen. Es ist eine Antwort auf die zunehmend leer stehenden Wirtschaftsgebäude und Stadel im Ort. Die Holzbox  versteht sich als „Objekt im Objekt“, das flexible Größen und Ausführungen ermöglicht. Das sog. „elastic living“ Konzept, bei dem die benötigten Räume nach Bedarf „geöffnet“ werden, erläuterte der Architekt selbst, Angelo Roventa, der Ilzer Land Reisegruppe.

Gruppe Werkraumhaus zeigt die Teilnehmer im Haus des Handwerks in Andelsbuch, der ersten Station der Reise, nach der Führung mit der Leiterin (Bildmitte).
Gruppe Werkraumhaus zeigt die Teilnehmer im Haus des Handwerks in Andelsbuch, der ersten Station der Reise, nach der Führung mit der Leiterin (Bildmitte).

Weiter ging es zur Holzwerkstatt von Markus Faißt in Hittisau. Er ist mehrfacher Preisträger beim Wettbewerb „Handwerk und Form“ und sein Betrieb hat eine lange Handwerkstradition. „Dieses Erbe verpflichtet, nicht modische, aber moderne, schöne, praktische und gesunde Möbel zu bauen. An unser Handwerk stellen wir den Anspruch, Alltagskulturgüter zu schaffen“, betont er bei seinen  - mitunter philosophischen anmutenden – Ausführungen. Zur Luftrocknung seiner Hölzer errichtete er ein eigenes  Holzlager-Depot, das zum Teil 60 Jahre alte geschnittene Holzstämme beherbergt.

Die Gruppe vor dem verlassenen Hof in der Ortsmitte, dessen Stadel durch die „Holzbox“ darin für innovatives, junges Wohnen umfunktioniert wurde. Sie bietet rund 33m² mit Wohn-/Schlafbereich, kleiner Bürozeile, Küche und Dusche/WC
Die Gruppe vor dem verlassenen Hof in der Ortsmitte, dessen Stadel durch die „Holzbox“ darin für innovatives, junges Wohnen umfunktioniert wurde. Sie bietet rund 33m² mit Wohn-/Schlafbereich, kleiner Bürozeile, Küche und Dusche/WC

Die Bedeutung der ganzheitlichen Betrachtung von Bauen, Wohnen und Leben in einer Region zeigte auch der Besuch des Ortes Langenegg.  Altbürgermeister Georg Moosbrugger nahm sich Zeit und führte die Besucher aus dem Ilzer Land an die wichtigsten Stellen seines Ortes. Langenegg steht für eine Ortsentwicklung, bei der das soziale Leben, die Daseinsvorsorge und die Integration von Jung und  Alt, eine bedeutende Rolle spielt und über die letzten zwei Jahrzehnte erfolgreich gelungen ist: es gibt einen Dorfladen, gebaut von der Kommune und vermietet an einen Nahversorger, ein Café im Ortskern, einen Sport- und Spielplatz mitten im Ort, ebenso Seniorenwohnen und Altenpflege im Ortszentrum. Alles im Umkreis von rund 100 Metern erreichbar.

Für einen kurzen Zwischenstopp eignete sich der Bregenzerwälder Käsekeller, wo über 30.000 Laibe Käse lagern, die von unterschiedlichen Sennereien stammen, aber gemeinsam vermarktet werden.  

Diese vielfältigen Eindrücke der (Bau-)Kultur im Bregenzer Wald des ersten Tages wurden dann beim Abendessen weiter vertieft und am folgenden Vormittag beim Workshop wieder aufgegriffen.

Die Fahrt zielte von Beginn an auch darauf ab, dass sich die verschiedenen Akteure rege über die Umsetzung von Baukultur im Ilzer Land austauschen sollten. Eine Gruppe beschäftigte sich zum Beispiel mit der Durchführung einer gemeinsamen Baukultur-Aktion in den Ilzer Land Gemeinden im Herbst, dem sog. „Hausbeng-Hogga“. In einer anderen wurde darüber diskutiert, welche Strategien man zur Etablierung von Baukultur in der Heimatregion anwenden müsse.  Für rege Diskussion sorgte der Vorschlag eines „Leitbildes“ für Baukultur in den Gemeinden.  Andere wiederum machten sich Gedanken zur Rolle des Handwerks und einer besseren Vernetzung mit anderen Akteuren.  Einig war man sich auch darüber, dass sich ein Kreis Baukultur-Interessierter in der Region bilden müsse, um das Thema tiefer und nachhaltig zu verankern.

Der Besuch des Gebäudes der Wälderversicherung bestach durch die fast ausschließliche Verwendung des Holzes der Weißtanne, das vom Eingangsbereich bis unters Dach dominiert.
Der Besuch des Gebäudes der Wälderversicherung bestach durch die fast ausschließliche Verwendung des Holzes der Weißtanne, das vom Eingangsbereich bis unters Dach dominiert.

Vor Antritt der Rückreise fand als Abschluss der Exkursion noch eine kurze Besichtigung des Frauenmuseums von Hittisau und des Ortes Krumbach an. Seit Jahren konzentriert sich diese 1000-Einwohner-Gemeinde darauf keine Neubaugebiete mehr auszuweisen, sondern Geschosswohnungsbau mit Mehrgenerationenwohnen zu forcieren. So wurden über private Investoren in den letzten Jahren 47 Wohneinheiten überwiegend in Passivbauweise errichtet. Eine konsequente Art von Gemeindeentwicklung.


- AB


Ilzer Land e.V.Ilzer Land e.V.Perlesreut

Quellenangaben

Ilzer Land
Foto: Hanig, Bergmann

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