zurück zur Übersicht

26.05.2021
881 Klicks
teilen

Goldschakal streift durch den Nationalpark

Ein seltener Gast hat den Nationalpark durchstreift – und zwar ein Goldschakal. Eine Wildkamera hat das Tier, welches von der Größe her zwischen Wolf und Rotfuchs einzuordnen ist, in der Nähe von Bayerisch Eisenstein fotografiert. „Das ist eine kleine Sensation für uns“, erklärt Dr. Christian Fiderer, im Nationalpark zuständig für das Wildtiermonitoring. Denn der Nachweis ist erst der vierte bestätigte Fall in ganz Bayern.

Erst vor einem Jahr gelang im Chiemgau bei Ruhpolding der Nachweis eines Goldschakals mit einer Wildkamera, nachdem bereits 2017 ein Tier auf der A9 nahe Freising bei einem Wildunfall verunglückt ist. Der erste Nachweis in Bayern hingegen stammt ebenfalls aus dem Nationalpark Bayerischer Wald. „Am 26. April 2012 konnten wir ein Tier an der Racheldiensthütte ebenfalls mittels einer Wildkamera nachweisen.“ Laut Fiderer gibt es einen interessanten Zufall. „Den zweiten Goldschakal haben wir ebenfalls am 26. April fotografiert – aber eben nur neun Jahre später.“

Die Wildkamera, die den Goldschakal aufgenommen hat, war im Rahmen des Luchsmonitorings an einem Weg bei Bayerisch Eisenstein aufgebaut worden. Um 22.03 Uhr löste sie aus. „Viele Wildtiere nutzen bei Nacht bevorzugt die Wege im Nationalpark, weil das Vorankommen einfach weniger anstrengend ist als im Unterholz“, so Fiderer. „Für uns haben die Kameras entlang der Wege daher den Vorteil, dass wir viel häufiger Tiere fotografieren und außerdem auch noch genauere Aufnahmen erhalten, auf denen die Tiere meist ganz und von der Seite zu sehen sind.“ So kann man die Arten deutlich besser bestimmen und studieren.

Am 26. April 2021 tappte um 22:03 Uhr ein Goldschakal bei Bayerisch Eisenstein in eine Wildkamera des Nationalparks.Am 26. April 2021 tappte um 22:03 Uhr ein Goldschakal bei Bayerisch Eisenstein in eine Wildkamera des Nationalparks.


Dass das Tier im Nationalpark bleibt, ist laut Christian Fiderer eher unwahrscheinlich. „Zwar ist der Goldschakal in seiner Lebensraumwahl ähnlich flexibel wie Rotfuchs und Wolf und kann sich gut an verschiedene Gegebenheiten anpassen, jedoch fühlen sich die Tiere in schneereichen und regnerischen Gebieten, wie es der Bayerische Wald ist, eher unwohl.“ Die Art, die vor allem im östlichen Europa lebt, bevorzugt warme Regionen mit offenen Flächen. Dichte, geschlossene Wälder sind ebenfalls keine typischen Lebensräume für Goldschakale. „Daher wird das Tier wohl nur auf der Durchreise gewesen sein.“


- SB


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Sie möchten Ihren Bericht regional bewerben?

Alle Informationen und Ihren Ansprechpartner finden Sie HIER.


Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?


Ähnliche Berichte

Inventur der Wildtiere in den deutschen NationalparksGrafenau Wie viele Huftiere streifen in den deutschen Nationalparks umher? Und welchen Einfluss haben die Tiere auf die natürliche Waldentwicklung? Um diese Fragen zu beantworten, arbeiten die deutschen Großschutzgebiete momentan gemeinsam an einem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanzierten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.Mehr Anzeigen 12.02.2020Die Schultasche gegen Wanderschuhe getauschtNeuschönau Einen Vormittag lang nicht im Klassenzimmer lernen – sondern draußen im wilden Nationalparkwald. Das durften 273 Schüler der Realschule Grafenau bei einem Aktionstag. In den Nationalparkwäldern zwischen Spiegelau und Mauth waren die Klassen fünf bis sieben unterwegs, um die Vielfalt des Nationalparks kennenzulernen.Mehr Anzeigen 29.07.2019Das Geheimnis der PilzfarbenGrafenau Der Fliegenpilz ist mit seinem roten Hut wohl der auffälligste Vertreter unter den vielfältig und unterschiedlich intensiv gefärbten Pilzarten. Welchen Zweck diese Farben erfüllen, war bisher unbekannt. Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Bayerischer Wald erste Antworten auf dieses Rätsel gefunden.Mehr Anzeigen 04.07.2019Abschied von einem Naturfreund und PilzliebhaberGrafenau Die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald trauert um Heinrich Holzer. Über ein Jahrzehnt lang war der Naturfreund und Pilzliebhaber ehrenamtlich im Nationalpark tätig.Mehr Anzeigen 17.05.2019Ein Kalender für den guten ZweckGrafenau Dass sich das Team vom Lusenschutzhaus jedes Jahr darum annimmt, die besten Motive rund um ihren Berg in einen bildgewaltigen Kalender zu packen, ist schon feste Tradition. Ebenso traditionell wird der komplette Erlös Jahr für Jahr gespendet.Mehr Anzeigen 20.04.2019Rindenstreifenmesser ist jetzt im Handel erhältlichGrafenau Das Ausbreiten des Borkenkäfers verhindern aber trotzdem die Artenvielfalt erhalten – dass dies möglich ist, zeigten die Forscher des Nationalparks Bayerischer Wald im Jahr 2016 mit einer wegweisenden Entwicklung.Mehr Anzeigen 13.04.2019