zurück zur Übersicht
23.07.2020
188 Klicks
teilen

50 Jahre Inspiration im Nationalpark

Seit seiner Gründung hat der Nationalpark Bayerischer Wald begeistert, geschockt, überrascht, beruhigt, versöhnt, bestätigt, provoziert, herausgefordert und inspiriert. Viele Künstler brachten ihre Gefühle, die das Schutzgebiet in ihnen weckt, in Kunstwerken zum Ausdruck. Welche beeindruckenden Arbeiten entstanden sind, darüber gibt die Ausstellung „50 Jahre Inspiration im Nationalpark“ einen kleinen Einblick. Eröffnet wird sie am Donnerstag, 23. Juli, mit einer Online-Vernissage im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald.
Das Waldgeschichtliche Museum ist genauso wie das Hans-Eisenmann-Haus bekannt für seine Kunstausstellungen. „Lange boten die Einrichtungen des Nationalparks – neben der Galerie im Schloss Wolfstein in Freyung – als einzige Kunstausstellungen mit den Werken heimischer Künstler“, erklärt Christian Binder, Leiter des Waldgeschichtlichen Museums. Bereits in den 1990er Jahren versuchte die Reihe „Nationalpark und Kunst“ einen neuen offen, diskursiven Zugang zur Natur und zum Nationalpark zu ermöglichen. „Diese Reihe war ein Baustein zur Steigerung der Akzeptanz gegenüber dem Nationalpark, vor allem in den Protestjahren Mitte der 90er Jahre.“

Mit Gitarre und Cajon nehmen „eXCLent“ die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise.
Mit Gitarre und Cajon nehmen „eXCLent“ die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise.


Zu den bedeutendsten Ausstellungen im Waldgeschichtlichen Museum zählten unter anderem „Der Maler des Waldlandes“ von Reinhold Koeppel, „Niederbayern schwarz und weiß“ von Bruno Mooser und „600 Jahre Kloster St. Oswald“. Spektakulär war die Ausstellung „Schießscheiben aus dem Böhmerwald“ in den Jahren 1991/1992. „Das war die erste grenzüberschreitende Ausstellung in der Region“ erklärt Binder. Auch das Böhmerwald-Glas, das 1991 und 1992 gezeigt wurde, war eine kleine Sensation. „Erstmals war böhmisches Glas nach der Wende in einer Ausstellung in Bayern zu sehen.“ Von überregionaler Bedeutung war auch das kulturwissenschaftliche Symposium „Wald:Museum:Mensch:Wildnis“ zur Eröffnung des Waldgeschichtlichen Museums im Jahr 2010.
Das immer offen geführte Haus bot aber nicht nur Platz für Ausstellungen, sondern auch für Konzerte. „In den letzten Jahren fand eine Reihe hochkarätiger und gut besuchter Konzerte statt, zum Beispiel mit der Acoustic&Blues Company, Landluft oder mit Ritchie Necker“, erinnert sich Binder, dem auch die Konzertreihen im Hans-Eisenmann-Haus und im Haus zur Wildnis am Herzen liegen. Seit 2013 finden in den Sommermonaten regelmäßig kleinere Open-Air-Konzerte mit freiem Eintritt statt. Die „Matinées“ im Hans-Eisenmann-Haus und die Lauschersonntage im Haus zur Wildnis. „Mit diesen Konzerten haben wir uns ein neues Publikumssegment erspielt: Es kommen vor allem Einheimische.“ Rund 80 Zuhörer können pro Konzert begrüßt werden, zu den erfolgreichsten zählen Auftritte von „Sal’in Acoustic“, „Missing O’Love“ und „Ungschminggd“.

„VEBO“ wird bei der Online-Vernissage mit Harfe und Kontrabass die Waldsinfonie „Woidbuidl“ aufführen.„VEBO“ wird bei der Online-Vernissage mit Harfe und Kontrabass die Waldsinfonie „Woidbuidl“ aufführen.


Für Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl hat die Förderung von Kunst und Kultur einen großen Stellenwert. „Betrachtet man alle deutschen Nationalparks, dann ist die Kombination aus Natur und Kultur und die Fülle an Angeboten in diesem Bereich bei uns im Schutzgebiet schon etwas ganz Besonderes.“
Gerade aus diesem Grund soll die Jubiläumsausstellung „50 Jahre Inspiration im Nationalpark“ auch gebührend gefeiert werden. Nachdem eine Vernissage coronabedingt nicht vor Ort stattfinden kann, wird es am 23. Juli eine Online-Eröffnung mit zwei Musikgruppen und vier Künstlern geben. Um 19 Uhr geht der Livestream auf dem Facebook-Kanal des Nationalparks (www.facebook.com/nationalpark.bayerischer.wald) los, durch den Abend führt Christian Binder. Bis 21.30 Uhr stehen unter anderem kurze Gespräche mit den Künstlern Annemarie Pletl, Herbert Muckenschnabl, Herbert Pöhnl und Bastian Kalous auf dem Programm.
Auch musikalisch ist viel geboten. Dr. Veronika Morhart-Klute an der Harfe und Christian Balboo Bojko am Kontrabass werden als „VEBO“ die Waldsinfonie mit dem Namen „Woidbuidl“ uraufführen. Das Werk, das Christian Balboo Bojko extra zum 50. Geburtstag für den Nationalpark Bayerischer Wald geschrieben hat, ist eine musikalische Reise durch das Schutzgebiet. Drei spannende Sets mit mitreisenden Liedern zum Besten geben werden auch Xenia, Corinna und Laura Zettl von der Gruppe „eXCLent“. Außerdem wird der Trailer des Nationalpark-Jubiläumsfilms „Der wilde Wald“, der im nächsten Jahr in die Kinos kommt, gezeigt.

Bei der Online-Vernissage ist Künstler Herbert Muckenschnabl einer der vier Gesprächspartner von Museumsleiter Christian Binder (links).Bei der Online-Vernissage ist Künstler Herbert Muckenschnabl einer der vier Gesprächspartner von Museumsleiter Christian Binder (links).

der Ablauf:

  • 19:00 Uhr: Begrüßung durch Christian Binder, Leiter des Waldgeschichtlichen Museums
  • 19:05: „VEBO“ und die Waldsinfonie – Teil 1/2
  • 19:20 Uhr: Gespräch mit Herbert Muckenschnabl
  • 19:25 Uhr: „VEBO“ und die Waldsinfonie – Teil 2/2
  • 19:40 Uhr: Gespräch mit Herbert Pöhnl
  • 19:45 Uhr: Trailer des Kinofilms „Der wilde Wald“
  • 20:00 Uhr: „eXCLent“ – Teil 1/3
  • 20:25 Uhr: Gespräch mit Annemarie Pletl
  • 20:30 Uhr: „eXCLent“ – Teil 2/3
  • 20:55 Uhr: Gespräch mit Bastian Kalous
  • 21:00 Uhr: „eXCLent“ – Teil 3/3
  • 21:25 Uhr: Verabschiedung durch Christian Binder

- sb


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Foto 1: eXCLent
Foto 2/3: Gregor Wolf



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?

Ähnliche Berichte

Die Quadratur des JubiläumsGrafenau Ein knalliges Grün zieht derzeit die Blicke der Nationalparkbesucher auf sich. Die großen Würfel mitsamt einer weißen 50 darauf stehen vor dem Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau, vor dem Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald und vor dem Haus zur Wildnis in Ludwigsthal.Mehr Anzeigen 10.07.2020Jubiläumsausstellung im Haus zur WildnisLindberg (Ludwigsthal) Viel ist nicht geblieben vom groß geplanten Geburtstagsprogramm des Nationalparks Bayerischer Wald. Doch zumindest in einem Punkt gibt es nahezu keine Abstriche – bei den Ausstellungen.Mehr Anzeigen 09.07.2020Kinofilm zum 50. NationalparkgeburtstagGrafenau Nachdem wegen der Corona-Pandemie bis dato alle zum 50. Jubiläum geplanten Veranstaltungen des Nationalparks Bayerischer Wald abgesagt werden mussten, kann sich das Schutzgebiet nun trotzdem über ein besonders Geburtstagsgeschenk freuen: Der im Laufe der vergangenen zwei Jahre erarbeitete Dokumentarfilm „DER WILDE WALD“ ist nahezu fertiggestellt.Mehr Anzeigen 15.05.2020550 Fotofallen für Hirsch, Reh und WildschweinSankt Oswald Wie viele Rehe streifen eigentlich im Wald umher? Wie sieht’s beim restlichen Schalenwild, also Rothirsch, Wildschwein, Gams und Co., aus? Und welchen Einfluss haben die Tiere auf die Waldentwicklung?Mehr Anzeigen 06.04.2019Schulen aus zwei Nationalparks knüpfen KontaktSankt Oswald Was haben die Nationalparks Bayerischer Wald und Wattenmeer gemeinsam? Beide haben seit 2011 ein Nationalpark-Partnerschul-Programm. In diesem Rahmen sind bereits im Juni dieses Jahres Lehrer aus dem Bayerischen Wald nach Schleswig-Holstein gefahren, um den dortigen Nationalpark kennenzulernen.Mehr Anzeigen 15.10.2018Totholz-Forscher begeistert vom NationalparkGrafenau Totholzorganismen und ihre Rolle für die Artenvielfalt standen im Mittelpunkt der 10. Europäischen Totholz-Käfer-Konferenz im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald. An die 80 Forscher aus über 20 europäischen Ländern kamen für drei Tage in den Nationalpark Bayerischer Wald, um hier über ihre Forschung zu berichten und sich auszutauschen.Mehr Anzeigen 22.06.2018