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23.01.2020
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Mobilität im ländlichen Raum - flexibel auch im Alter

Morgens halb Sieben in einem kleinen Ort Niederbayerns. Es ist still in dem Ort. Nur das Schlagen der Kirchenglocken und das Zwitschern der Vögel sind an diesem Morgen zu hören. Gemeinsam mit drei anderen Männern und Frauen steht Inge P. an der Bushaltestelle des Dörfchens. Die 75-Jährige muss ins 25 km entfernte MVZ. Dort hat sie um neun Uhr den langerwarteten Termin beim Kardiologen. Was sie in den zwei Stunden zwischen ihrer Ankunft dort und dem Termin macht, weiß sie noch nicht. Sie wäre gern erst 1,5 Stunden später gefahren, aber dann hätte sie den Termin nicht mehr geschafft. So wie Inge P. ergeht es vielen Menschen im ländlichen Raum Bayerns. Vor allem in den Schulferien sitzen viele Menschen, was den ÖPNV betrifft, förmlich auf den Trockenen. Hauptsächlich auf den Schülerverkehr basierend, bricht der ÖPNV in vielen ländlichen Regionen in der Ferienzeit zum großen Teil weg.


Zu viele Pkws auf Bayerns Straßen

Mit der wachsenden Urbanisierung nimmt die ländliche Bevölkerung ab. Sinkende Schülerzahlen und eine autoaffinere ältere Generation führen dazu, dass der öffentliche Personennahverkehr nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben ist. Das Ergebnis ist eine wachsende Zahl der PKWs auf den bayerischen Straßen. Insgesamt 7,7 Millionen Fahrzeuge sind derzeit in Bayern registriert, d. h. jeder Haushalt besitzt, statistisch gesehen, mehr als ein Fahrzeug. In den ländlichen Gegenden Bayerns gibt es in lediglich 6 % aller Haushalte kein Fahrzeug. In den Städten sind es 43 %. Die ältere Generation, die nicht mehr Auto fahren kann oder es vielleicht auch nie gelernt hat, ist der Verlierer dieser Entwicklung. Sie sind auf den ÖPNV angewiesen.

Initiator Manfred Eibl (4. v. re.) und Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart (6. v. re.) im Kreise der Vertreter der beteiligten Kommunen und Fraunhofer-Institute.Initiator Manfred Eibl (4. v. re.) und Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart (6. v. re.) im Kreise der Vertreter der beteiligten Kommunen und Fraunhofer-Institute.


Mithilfe des Pilotprojekts „Mobilität neu denken“ sollen ca. 200 Bürgerinnen und Bürger der Region Bayerischer Wald über eine Mobilitätsstudie die Möglichkeit haben, aktiv an der Zukunft der Mobilität in der Region mitzuwirken. Ein Forschungsteam aus zwei Fraunhofer Instituten entwickelt gemeinsam mit der Akademie für Technikwissenschaften acatech, den Landkreisen Freyung-Grafenau, Regen und Passau sowie der Stadt Passau einen neuartigen Prozess zur Erstellung eines zukunftsorientierten Mobilitätskonzepts für die Region Bayerischer Wald. Ziel des Projekts ist es, ein für die Region maßgeschneidertes Mobilitätskonzept zu schaffen. Großes Potential liegt Verkehrsminister Reichhart zufolge in der Kombination verschiedener Verkehrsmittel und Mobilitätsformen, z. B. von Auto, Fahrrad und ÖPNV. Nur ein optimaler Mix sorge dafür, dass der strukturschwache ländliche Raum in Bayern nicht abgehängt werde, so Reichhart.


„Mobilität muss verkehrsmittelübergreifend gedacht werden“

Manfred Eibl, verkehrspolitischer Sprecher der Freie Wähler-Landtagsfraktion, bringt es auf den Punkt. Der Landtagsabgeordnete aus Perlesreut hatte zuvor das Pilotprojekt „Mobilität neu denken“ initiiert und das Fraunhofer Institut dafür gewinnen können. „Unsere schöne Heimat will ein Leuchtturm des ländlichen Raums und beispielgebend für andere ländliche Regionen im Freistaat sein.“, so Eibl, „Deshalb bin ich dankbar dafür, dass wir einen so renommierten wissenschaftlichen Partner wie das Fraunhofer Institut für unser Projekt gewinnen konnten.“ Startschuss für das Projekt ist der 20.01.2020.


- sb



Quellenangaben

Abgeordnetenbüro Manfred Eibl, MdL



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