zurück zur Übersicht
22.04.2018
275 Klicks
teilen

Ackerwildkräuter gesucht: Wettbewerb für Landwirte in Niederbayern

Noch bis zum 30. April 2018 können sich landwirtschaftliche Betriebe in Niederbayern mit Äckern, auf denen seltene Ackerwildkräuter vorkommen, für den Ackerwildkraut-Wettbewerb anmelden.
Mehr als ein Drittel der in Deutschland vorkommenden ca. 350 Ackerwildkraut-Arten sind im Bestand gefährdet, einige sind schon ausgestorben. Die meisten von ihnen sind auf den Acker als Lebensraum angewiesen. Ackerwildkräuter haben eine wichtige Funktion in den Agrarökosystemen, weil sie Pollen, Nektar und Samen für verschiedenste Tierarten bereitstellen. Durch ein reichhaltiges Nahrungsangebot werden auch Nützlinge in der Ackerkultur gefördert.

Ziele des Wettbewerbs
„Ziel des Ackerwildkraut-Wettbewerbs ist es, diese seltenen Arten wieder zu entdecken und den oft unscheinbaren Arten wieder mehr Beachtung zu schenken,“ erklärt Maike Fischer vom Deutschen Verband für Landschaftspflege. Sie wachsen heute vor allem noch auf mageren Ackerstandorten mit Sand- oder Kiesuntergrund.
Mit etwas Glück und bei Verzicht auf die Ausbringung von Herbiziden (auch nur auf Teilflächen) kann der Landwirt zwischen der Feldfrucht seltene Ackerwildkräuter wie zum Beispiel Frauenspiegel, Ackerrittersporn, Kornrade, Lämmersalat oder Acker-Wachtelweizen finden. "Es soll wieder positives Licht auf die Ackerwildkräuter gelenkt werden, um daran zu erinnern, dass Ackerwildkräuter und Unkräuter nicht dasselbe sind." so Julia Hagner vom Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen.

Hintergrund
„Wir sind auf der Suche nach den verbliebenen Kleinoden auf den Äckern. Unser Augenmerk gilt nicht den konkurrenzstarken Gräser und Kräuter wie Quecke, Ampfer oder Ackerkratzdistel. Die meisten der selteneren Ackerwildkräuter sind zarte Pflanzen, die für die Feldfrucht kaum Konkurrenz darstellen und deshalb in Zukunft wieder Raum auf den bayerischen Äckern bekommen sollen“, erläutert Dr. Franziska Mayer vom Institut für Agrarökologie der Landesanstalt für Landwirtschaft.

„Wir brauchen wieder mehr Vielfalt auf den Äckern, um das Insektensterben zu stoppen“, betonte auch Alois Aigner, Kreisvorsitzender des BN Dingolfing-Landau und selber Biobauer. „Ohne Mohn und Ehrenpreis verlieren wir z.B. auch die Mohn-Mauerbiene (eine Wildbienenart) oder die Ehrenpreis-Sandbiene, und viele andere spezialisierte Schmetterlings- und Hummelarten“, ergänzt Katharina Schertler vom Biolandverband.

Anmeldung auch möglich, wenn Vorkommen nur vermutet wird – Projektmitarbeiter kartiert
Es gibt zwei Wettbewerbskategorien, die getrennt bewertet werden: Ökolandbau und konventionelle Landwirtschaft. Die Veranstalter freuen sich über die Anmeldung jedes landwirtschaftlichen Betriebs in Niederbayern, der seltene Arten in seinem Acker vermutet. Ein Mitarbeiter des Projektteams wird im Laufe des Mai und Juni alle gemeldeten Ackerflächen kartieren, und sich dazu vorab mit dem Landwirt in Verbindung setzen. Die erhobenen Daten werden den Landwirten zur Verfügung gestellt und vertraulich behandelt. „Die am Wettbewerb teilnehmenden Landwirte leisten mit dem Ackerwildkrautschutz einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung des Kulturgutes Ackerwildkräuter“, betont Dr. Jochen Späth vom Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau.

Anmeldeformulare liegen bei den Ämtern für Landwirtschaft und den Landschaftspflegeverbänden aus. Eine Online-Anmeldung ist möglich unter: http://www.lfl.bayern.de/Ackerwildkraut-Wettbewerb

Attraktive Preise
Es gibt attraktive Preise jeweils in den Kategorien Ökolandbau und konventionelle Landwirtschaft zu gewinnen:  1. und 2. Preis sind Gutscheine für einen Aufenthalt im Biohotel im Wert von 300 Euro und 200 Euro, 3. Bis 5. Preis sind Gutscheine für ein „Wellnessangebot“ aus der Region und es werden weitere Sachpreise für die nächst platzierten Teilnehmer bereitgestellt. Bislang haben sich 16 Betriebe angemeldet. Die Prämierung der Siegeräcker findet am 26. September im Wettbewerbsgebiet statt.


- sb

[PR]

Landratsamt Straubing-BogenLandratsamt Straubing-BogenStraubing

Quellenangaben

Landratsamt Straubing-Bogen
Foto: Marion Ruppaner



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?

Ähnliche Berichte

Personelle Veränderung im Kreistag Straubing-BogenIm Kreistag des Landkreises Straubing-Bogen gab es eine personelle Veränderung. Karin Helm hat mit Schreiben vom 26. Juni 2018 ihren Rücktritt als ehrenamtliches Mitglied des Kreistages Straubing-Bogen erklärt.Mehr Anzeigen 17.08.2018Innovation made im Landkreis Straubing-BogenZwei bayerische Löwen stehen im Eingangsbereich der Dichtungstechnik Wallstabe & Schneider in Niederwinkling bereits. Ein dritter kam nun 2018 dazu. Denn zum dritten Mal nach 2012 und 2015 erhielt das Unternehmen aus dem Landkreis Straubing-Bogen die Auszeichnung „Bayerns Best 50“.Mehr Anzeigen 11.08.2018Nachhaltigkeit und die Verbindung von Ökologie und WirtschaftNachhaltigkeit und die Verbindung von Ökologie und Wirtschaft – dafür steht der Landkreis Straubing-Bogen mit Landrat Josef Laumer. Und dafür steht auch die Firma GSW, der Landrat Laumer einen Besuch abstattete.Mehr Anzeigen 11.08.2018Auf dem Weg zum Fairtrade-LandkreisDer Landkreis Straubing-Bogen will Fairtrade-Landkreis werden. Ein entsprechender Beschluss wurde Ende 2017 in den Kreisgremien gefasst und nun beginnt man mit der praktischen Umsetzung.Mehr Anzeigen 02.07.2018Bestwerte für den Tourismus im Landkreis Straubing-BogenDer Bayerische Wald ist auf Erfolgskurs – und das erfreut auch Josef Laumer, Landrat des Landkreises Straubing-Bogen. Im nördlichen Teil des Landkreises gehören nämlich zahlreiche Gemeinden zur erfolgreichen Urlaubsdestination.Mehr Anzeigen 27.06.20181. Bayerische Goaß-Maß-KöniginIm niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen wird in diesem Sommer die erste Bayerische Goaß-Maß-Königin gekürt. Die Wahl zur Königin findet auf dem Gäubodenvolksfest in Straubing statt.Mehr Anzeigen 02.06.2018