Vom Tauchroboter bis zum Bikini

zurück zur Übersicht
Gefällt mir
26.02.2018
Freyung
5366 Klicks

Normalerweise arbeiten Forschungsgruppen auf ein gemeinsames Ziel hin. Doch die zwölf Teilnehmer an einem Wissenschaftspropädeutischen Seminar – kurz W-Seminar – am Gymnasium Freyung machten es genau andersherum: Sie nahmen das Thema „Schwimmen in Natur und Technik“ lediglich als Basis und beleuchteten Facetten des Schwimmens auf unterschiedlichste Weise.

Die Ergebnisse zeigen die Vielfalt nicht nur des Themas selbst, sondern auch die Möglichkeit, wie Theorie und Praxis Hand in Hand gehen können. So stehen hinter manchem Projekt komplizierteste mathematische Berechnungen, aber manchmal galt auch „Probieren geht über Studieren!“

Und alle Ergebnisse können sich sehen lassen! Sie reichen vom selbst geschneiderten Bikini bis zu Broschüren über das Präparieren von Fischen, Trainingseinheiten für die Nackenmuskulatur und die Ausbildung zum Wasserretter, vom fahrfähigen Einbaum bis zum Tauchroboter, vom Konditionieren von Goldfischen bis zum Testen von Antrieben und vom Algenreaktor bis hin zum Nachbau eines Biberbaus.

Mit zu den Aufgaben gehörte es, die Arbeiten publikumswirksam zu präsentieren. Die dabei entstandenen Fotografien und Abstracts zeigen die Schülerinnen und Schüler nun hier der Öffentlichkeit:

Felix Bauer beschäftigte sich mit den Rumpfformen von Schiffen.Felix Bauer beschäftigte sich mit den Rumpfformen von Schiffen. Er schnitzte verschiedene Rümpfe aus feinem Styropor und baute einen etwa eineinhalb Meter langen und ca. 30 cm breiten Kanal aus Holz, um deren Eigenschaften testen zu können. Er maß beispielsweise die Menge an Wasser, die durch das Rumpfmodell verdrängt wurden und überprüfte die Zeit, die der Rumpf zum Schwimmen von der einen auf die andere Seite benötigte. Zur Gegenprobe ließ er auch ein völlig flaches „Vergleichsboot“ durch den Kanal fahren, das optimale Werte erbrachte, in der Praxis aber nicht tauglich ist.

Elisa Benzinger beschäftigte sich mit der modischen Seite des Themas.Elisa Benzinger beschäftigte sich mit der modischen Seite des Themas: Sie schneiderte einen Bikini. Ihr Modell verbindet die Bademode zweier Jahrzehnte. Die Streifen und Rüschen sollen an die 1920er-Jahre erinnern, der Tanga und das Triangel-Top an die 1980er-Jahre. Nach einigen Skizzen und Vormodellen ging es daran, den Lycra-Stoff in Form zu bringen, was im Hinblick auf das Körbchen durchaus eine Herausforderung war. Schließlich saß das Modell an der Schneiderpuppe perfekt – und es kleidet auch das Skelett aus dem Biologie-Fundus auf ganz aparte Weise.

Mit einem tierischen Schwimmer beschäftigte sich Magdalena Groß.Mit einem tierischen Schwimmer beschäftigte sich Magdalena Groß. Unweit ihres Wohnortes befindet sich ein Biberbau und sie wollte wissen, wie so ein Biberbau eigentlich funktioniert, um daraus ableiten zu können, welche Schäden Biber anrichten und welche wirkungsvollen Maßnahmen es gibt, diese Schäden einzudämmen. Die Schülerin studierte daher das Verhalten des Bibers im Nationalpark und nahm auch den Biberbau in Unterseilberg in Augenschein. Im Anschluss baute sie einen Biberbau, an dem sich zwei Flussläufe vereinigen, im Modell nach und kann daran die Wirkungsweise der Stauung durch den Biber zeigen.

Bianca Kellhammer erprobte das Schwimmen selbst und absolvierte eine Wasserretterausbildung.Bianca Kellhammer erprobte das Schwimmen selbst und absolvierte eine Wasserretterausbildung. Dabei durchlief sie mehrere Module. Die größte Herausforderung dabei war es, in den anspruchsvollen Übungsszenarien die verschiedenen Rettungstaktiken schnell und konzentriert ausführen zu können. Die Schülerin, die schon seit der Grundschulzeit Mitglied der Wasserwacht Waldkirchen ist, erstellte eine Broschüre, die über diese Ausbildung informiert.

Auch Thomas Kellhammer wagte sich ins Wasser, allerdings in einem selbst gezimmerten Boot sitzend.Auch Thomas Kellhammer wagte sich ins Wasser, allerdings in einem selbst gezimmerten Boot sitzend. Er hatte in einem aufwändigen Prozess einen so genannten Einbaum hergestellt, ein Wasserfahrzeug, das aus einem einzigen, ausgehöhlten Baumstamm besteht. Größte Schwierigkeit stellte dabei das Gewicht dar. Die Masse des Fichtenstammes betrug vor der Bearbeitung nämlich an die 500 kg; bei der Bearbeitung wurden davon schätzungsweise 50 kg Material abgetragen. Am Ende glückte die Probefahrt und nun kann der Einbaum in der Aula des Gymnasiums bewundert werden.

Stefan Lankl wollte genauer wissen, wieso sich eigentlich der Flettner-Rotor als Antrieb bei Schiffen nicht durchgesetzt hat.Stefan Lankl wollte genauer wissen, wieso sich eigentlich der Flettner-Rotor als Antrieb bei Schiffen nicht durchgesetzt hat. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Segel: ein senkrecht auf dem Schiff stehender, rotierender Zylinder wird durch Wind angetrieben. Solche hat der Schüler aus verschiedenen Materialien nachgebaut und einen alten Trog zum Wasserkanal umfunktioniert. Für gleichmäßigen Wind sorgte ein Ventilator. Im Vergleich zum Holzzylinder konnte der Papierzylinder die Strömung besser aufnehmen. Stefans Experimente bewiesen, dass der Flettner-Rotor zumindest als Neben- oder Ersatzantrieb auf Schiffen durchaus sinnvoll ist.

Benjamin Poxleitner baute einen Algenreaktor, um darin Algen zu züchten.Benjamin Poxleitner baute einen Algenreaktor, um darin Algen zu züchten. Die Algen dazu gewann er aus dem Hinterschmidinger Weiher. Diese mussten zunächst auf ihre Art hin untersucht werden. Der Schüler musste auch erst herausfinden, unter welchen Lichtverhältnissen diese am besten wachsen und welcher CO²-Gehalt im Wasser der ideale ist. Im Prinzip besteht der Algenreaktor aus einem lichtdurchlässigen Schlauch, in dem eine Algenlösung durch eine Pumpe in Bewegung gehalten wird. Bei optimalen Bedingen können sich die Algen darin vermehren und werden danach zu einem benzinähnlichen Treibstoff verarbeitet.

Gleich zwei Tauchroboter baute Lea Schultrich.Gleich zwei Tauchroboter baute Lea Schultrich. Der eine besteht aus einem Mülleimer, der andere aus einer Korbflasche. Beide funktionieren ohne Batterie oder irgendeinen Motor. Mithilfe von Gewichten sinken sie im Wasser zu Boden; dort angekommen lösen sich die Gewichte und die Tauchroboter tauchen selbstständig wieder auf. Mit ihnen könnte man z. B. Experimente zum Messen der Wassertemperatur durchführen.

Florian Sebald baute ein altes, ferngesteuertes Modellboot zu einem Tragflügelboot um.Florian Sebald baute ein altes, ferngesteuertes Modellboot zu einem Tragflügelboot um. Er wollte dabei versuchen, die Auftriebskraft möglichst zu erhöhen. Zum Vergleich zog er ein Kanu, ein Kajak und ein Tragflügelkajak heran. Immer, wo es gelang, die Reibung der Tragflächen möglichst zu reduzieren, waren auch die höchsten Geschwindigkeiten zu erreichen. Die für den Umbau benötigten Bauteile stellte er mit Hilfe eines 3D-Druckers selbst her.

Stephanie Seitz verband das Seminarthema mit der Physiotherapie.Stephanie Seitz verband das Seminarthema mit der Physiotherapie: Sie entwickelte eine Trainingseinheit zur Entspannung der Nackenmuskulatur. Bei dieser hält man sich im Wasser auf, weil die Belastung für den Körper im Wasser geringer ist als an Land. Zu Stephanies Trainingseinheit gehören z. B. das Rückenschwimmen und das Kreisen der Arme, während man im Wasser steht – beides hilft, Nackenverspannungen zu lockern.

Marcel Tanzer verknüpfte das Thema Schwimmen mit der Lernpsychologie.Marcel Tanzer verknüpfte das Thema Schwimmen mit der Lernpsychologie: Er konditionierte zwei Goldfische. Im ersten Schritt hielt er immer die Futterdose vor die Scheibe des Aquariums und wartete auf eine entsprechende Reaktion der Fische, bis er sie fütterte. Als zweiten Schritt setzte er einen Signalton mit einer Pfeife, auf den die Fische zu reagieren lernten. Selbst heute funktioniert die Konditionierung noch; die Fische können sich also auch über einen längeren Zeitraum etwas merken, womit Marcel ein lang gehegtes Vorurteil gegen Goldfische und deren kurzes Gedächtnis widerlegt hätte.

David Volkmann, ein passionierter Fischer, erstellte eine Anleitung zur Präparation von Fischen.David Volkmann, ein passionierter Fischer, erstellte eine Anleitung zur Präparation von Fischen. Anfangs gelang es ihm noch nicht gut, die gefangenen Fische sauber zu sezieren, doch im Laufe der Zeit konnte er eine günstige Reihenfolge ableiten und eine Liste nützlichen Werkzeugs erstellen. Er empfiehlt z. B. ein Skalpell, einen Wachsschaber, eine Schere und ein Filetiermesser zu benutzen. Die Anleitung ist für Anfänger geschrieben und soll beispielsweise einem Biologiereferendar helfen, selbst Präparate herzustellen.


- SB


Gymnasium FreyungGymnasium FreyungFreyung

Quellenangaben

Gymnasium Freyung

Sie möchten Ihren Bericht regional bewerben?

Alle Informationen und Ihren Ansprechpartner finden Sie HIER.


Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?


Ähnliche Berichte




Diese Webseite verwendet Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Um die Funktionen unserer Webseite vollumfänglich Nutzen zu können, willigen Sie bitte in deren Nutzung ein.

Akzeptieren und schließen
Alle Cookies akzeptieren Alle ablehnen Cookie-Einstellungen anpassen
Cookie-Erklärung Über Cookies
Notwendig Statistiken Marketing

Notwendige Cookies helfen dabei, eine Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite ermöglichen. Die Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.

Name Anbieter Zweck Ablauf
cookieinfoWAIDLER.COMSpeichert die Benutzereinstellungen zu den Cookies.90 Tage
waidler-sessionWAIDLER.COMEindeutige ID, die die Sitzung des Benutzers identifiziert.Session

Statistik-Cookies helfen Webseiten-Besitzern zu verstehen, wie Besucher mit Webseiten interagieren, indem Informationen anonym gesammelt und gemeldet werden.

Name Anbieter Zweck Ablauf
_gaWAIDLER.COMRegistriert eine eindeutige ID, die verwendet wird, um statistische Daten dazu, wie der Besucher die Website nutzt, zu generieren.2 Jahre
_ga_*WAIDLER.COMEnthält eine zufallsgenerierte User-ID. Anhand dieser ID kann Google Analytics wiederkehrende User auf dieser Website wiedererkennen und die Daten von früheren Besuchen zusammenführen.2 Jahre
_gatWAIDLER.COMWird von Google Analytics verwendet, um die Anforderungsrate einzuschränken1 Tag
_gat_*WAIDLER.COMWird von Google Analytics verwendet, um die Anforderungsrate einzuschränken2 Jahre
_gac_*WAIDLER.COMWird von Google Analytics verwendet, um die Anforderungsrate einzuschränken2 Jahre
_gidWAIDLER.COMRegistriert eine eindeutige ID, die verwendet wird, um statistische Daten dazu, wie der Besucher die Website nutzt, zu generieren.1 Tag

Marketing-Cookies werden verwendet, um Besuchern auf Webseiten zu folgen. Die Absicht ist, Anzeigen zu zeigen, die relevant und ansprechend für den einzelnen Benutzer sind und daher wertvoller für Publisher und werbetreibende Drittparteien sind.

Name Anbieter Zweck Ablauf
IDEWAIDLER.COMVerwendet von Google DoubleClick, um die Handlungen des Benutzers auf der Webseite nach der Anzeige oder dem Klicken auf eine der Anzeigen des Anbieters zu registrieren und zu melden, mit dem Zweck der Messung der Wirksamkeit einer Werbung und der Anzeige zielgerichteter Werbung für den Benutzer.1 Jahr
AMP_TOKENWAIDLER.COMNutzer-ID für AMP Tracking1 Jahr
FPIDWAIDLER.COM2 Jahre
test_cookieWAIDLER.COMVerwendet, um zu überprüfen, ob der Browser des Benutzers Cookies unterstützt.15 Minuten
ads/ga-audiencesWAIDLER.COMUsed by Google AdWords to re-engage visitors that are likely to convert to customers based on the visitor's online behaviour across websites.Session
NIDWAIDLER.COMNutzerpräferenzen und Werbung, Registriert eine eindeutige ID, die das Gerät eines wiederkehrenden Benutzers identifiziert. Die ID wird für gezielte Werbung genutzt.1 Jahr
_gcl_auWAIDLER.COMConversion-Tracking und Anzeigenmessung90 Tage
_gcl_awWAIDLER.COMZuordnung von Conversions zu Ads-Klicks90 Tage
_gcl_dcWAIDLER.COMConversion-Tracking (Display & Video 360)90 Tage
ANIDWAIDLER.COMWerbe-Tracking1 Jahr
Einstellungen speichern

Cookies sind kleine Textdateien, die von Webseiten verwendet werden, um die Benutzererfahrung effizienter zu gestalten.

Laut Gesetz können wir Cookies auf Ihrem Gerät speichern, wenn diese für den Betrieb dieser Seite unbedingt notwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen benötigen wir Ihre Erlaubnis.

Diese Seite verwendet unterschiedliche Cookie-Typen. Einige Cookies werden von Drittparteien platziert, die auf unseren Seiten erscheinen.

Sie können Ihre Einwilligung jederzeit von der Cookie-Erklärung auf unserer Website ändern oder widerrufen.

Erfahren Sie in unserer Datenschutzrichtlinie mehr darüber, wer wir sind, wie Sie uns kontaktieren können und wie wir personenbezogene Daten verarbeiten.

Bitte geben Sie Ihre Einwilligungs-ID und das Datum an, wenn Sie uns bezüglich Ihrer Einwilligung kontaktieren.