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30.11.2017
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TK Richtfunktechnik, Hohenau

Einen technisch wie oft auch körperlich anspruchsvollen Job üben Michael Köck und Mario Traxinger mit ihrem Unternehmen aus. Sie montieren und installieren Richtfunkantennen in ganz Süddeutschland. Und tragen somit dazu bei, dass der Mobilfunk an fast allen Orten reibungslos funktioniert, wie sie im Interview mit WAIDLER.COM berichten.

 

Michael Köck, Mario Traxinger, bitte erklären Sie unseren Lesern in für technische Laien verständlichen Worten, was Richtfunk bedeutet, wer diese Technik nutzt?

Michael Köck: Ganz einfach gesagt, bezeichnet Richtfunk die drahtlose Datenübertragung zwischen zwei Punkten und ist somit eine kostengünstige Alternative zum Kabel. Die Technik wird von allen Mobilfunkanbietern eingesetzt, aber beispielsweise auch im Behördennetz. Der Einsatz der Richtfunktechnik ist einfacher und billiger als die Datenübermittlung per Kabel bzw. ist es an manchen Stellen auch gar nicht möglich, Kabel zu verlegen.

Mario Traxinger: Denken Sie nur an Mobilfunkstationen auf Bergen. Im Allgemeinen sind die Mobilfunkstationen jedoch auf Masten, Häusern, Scheunen oder Wasserbehältern montiert.

 

Wie sieht Ihre Arbeit konkret aus, welche Tätigkeiten beinhaltet sie?

Michael Köck: Unser Unternehmen besteht, inklusive Mario und mir, aus sieben Mitarbeitern. Wir montieren seit 2010 in ganz Süddeutschland Richtfunkantennen auf Mobilfunkstationen. Diese Antenne ist nichts anderes als ein Spiegel, der auf die nächste Station ausgerichtet wird. Der Spiegel sendet und empfängt Daten. Je höher die Frequenz, desto geringer der Abstand zwischen den Stationen. Wir betreuen Stationen mit Abständen zwischen 100 Metern und 50 Kilometern.

Mario Traxinger: Die Ausrichtung der Spiegel erfolgt mit einem Kompass für die grobe Ausrichtung und mit einem Messgerät wird feinjustiert. Der Festnetzplaner gibt uns Höhe und Frequenz vor. In der Indoor-Unit, die im Betriebsschrank der Mobilfunkstation installiert wird, konfigurieren wir mit dem Laptop das Richtfunksystem und dokumentieren unsere Arbeitsprozesse.

Michael Köck: Ganz allgemein gesagt, bietet die TK Richtfunktechnik die Anbindung von Neustationen sowie den Austausch von bestehendem Equipment an.

 

Angenommen, eine Mobilfunkstation steht auf einem Berg ... wie transportieren Sie den Spiegel dorthin?

Mario Traxinger: Das ist, zugegebener Weise, manchmal ein kleines Abenteuer. Entweder wir nutzen die Gondelbahn wie am Nebelhorn oder aber auch einen Hubschrauber wie am Wendelstein. Oder auch per Ski-Doo. Hängt ganz von Ort, Jahreszeit und benötigtem Material ab. Der Durchmesser der Richtfunkantennen variiert ja von 15 cm bis zu drei Metern, die Masthöhen bewegen sich zwischen 10 und 300 Metern. Da braucht es dann natürlich auch viele Meter Kabel.

 

Michael Köck: Bei den hohen Masten ist auch der Aufstieg ziemlich spannend. Wir klettern auf einer Leiter mit Führungsschiene hoch, ab und zu gibt es einen Aufzug. Deshalb ist für alle in diesem Bereich Tätigen auch der PSA-Kurs (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) zwingend vorgeschrieben und muss jährlich aufgefrischt werden. Ebenso wie die Höhentauglichkeitsuntersuchung beim Arzt sowie die Ersthelfer-Ausbildung.

 

Vielen Dank für das Gespräch.


- sh

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TK Richtfunktechnik GmbHFirmenpartner BronzeFirmenpartner BronzeHohenau

Quellenangaben

Fotos: TK Richtfunktechnik



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