Dass Moore wertvolle Lebensräume und wichtige CO2-Speicher sind, haben die Schülerinnen und Schüler der Nationalparkschulen Mittelschule und Gymnasium Zwiesel bereits im Unterricht gelernt. Bei einem Aktionstag im Moorgebiet bei Schleicher konnten sie nun selbst aktiv zum Naturschutz beitragen.
Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Schaufeln und Eimern unterstützten die Jugendlichen gemeinsam mit Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald die Renaturierung des Moorgebiets.
Wie Tobias Windmaisser aus dem Bereich Naturschutz erklärte, seien viele Moore in der Region früher stark durch den Menschen verändert worden. Entwässerungsgräben und Aufforstungen hätten die natürlichen Lebensräume beeinträchtigt. Ziel der Arbeiten sei es deshalb, den Wasserhaushalt wieder zu verbessern und typische Moorlandschaften zurückzubringen.

Zwei Klassen der Nationalparkschulen Mittelschule und Gymnasium Zwiesel haben für ein Moorgebiet bei Schleicher zu Schaufel und Eimer gegriffen.
Dafür wurden unter anderem Spundwände in Entwässerungsgräben eingebaut und abgedichtet, um den Wasserabfluss zu bremsen. Zusätzlich entstanden kleinere neue Gräben, die mehr Wasser in die Fläche leiten und neue Lebensräume schaffen sollen. Außerdem entfernten die Teilnehmer unter fachkundiger Anleitung Fichten und legten ein Winterquartier für Amphibien an.
Naturschutz praktisch erleben
Nationalpark-Umweltpädagogin Yvonne Würfel zeigte sich begeistert vom Einsatz der Schülerinnen und Schüler. Einige Gruppen hätten ihre Werkzeuge am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt.

Unter anderem wurden in Entwässerungsgräben Spundwände eingezogen und abgedichtet.
Auch Lehrer Bernhard Perl von der Mittelschule Zwiesel lobte den Einsatz seiner Klasse und bezeichnete den Aktionstag als perfekte Ergänzung zum Unterricht. Die Jugendlichen könnten dadurch hautnah erleben, wie Naturschutz und Renaturierung in der Praxis funktionieren.
Biologielehrerin Lena Schmalzbauer vom Gymnasium Zwiesel betonte ebenfalls die Bedeutung solcher praktischen Erfahrungen. Neben frischer Luft und körperlicher Arbeit hätten die Schülerinnen und Schüler gelernt, warum Moore als Lebensraum und CO2-Speicher so wichtig sind.
Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: Sich für den Naturschutz schmutzig zu machen, macht Spaß und lohnt sich.

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Nationalpark Bayerischer Wald