Wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit gerade in Krisenzeiten helfen kann, stand im Mittelpunkt des bayerisch-tschechischen Wirtschaftsfrühstücks in Freyung. Die Veranstaltung wurde von der Europaregion Donau-Moldau gemeinsam mit dem Landkreis Freyung-Grafenau organisiert. Mehr als 100 Unternehmer aus Bayern und Tschechien nutzten die Gelegenheit zum Austausch in der GeYerei.
Begrüßt wurden die Teilnehmer von Johannes Gastinger, Wirtschaftsreferent des Landkreises Freyung-Grafenau, sowie Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen.
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hob die Chancen hervor, die der Grenzraum für die wirtschaftliche Entwicklung biete. Gleichzeitig erinnerte er an die lange gemeinsame Geschichte der Region, die früher auf beiden Seiten der Grenze als Böhmerwald bezeichnet wurde.
Auch Landrat Sebastian Gruber zeigte sich erfreut über die große Resonanz auf das inzwischen bereits zum vierten Mal veranstaltete Wirtschaftsfrühstück. Netzwerktreffen wie dieses seien der Maschinenraum einer erfolgreichen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Zudem verwies er auf verschiedene Programme und Unterstützungsangebote für Unternehmen
Stefan Block vom Bayerischen Wirtschaftsministerium sprach anschließend über die Bedeutung europäischer Handelspartner für die bayerische Wirtschaft. Gerade angesichts globaler Unsicherheiten würden immer mehr Unternehmen nach stabilen Alternativen zu den USA suchen.

Sebastian Gruber, Landrat von Freyung-Grafenau (v.l.), Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Referentin Daniela Dihsmaier, Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen, Johannes Gastinger, Wirtschaftsförderer LK Freyung-Grafenau, Kaspar Sammer, Geschäftsführer Euregio und Geschäftsführer Europaregion Donau-Moldau Niederbayern sowie Stefan Block, stv. Referatsleiter beim Bayerischen Wirtschaftsministerium.
Führung in unsicheren Zeiten
Ein zentrales Thema der Veranstaltung waren die aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten. Dazu hielt Daniela Dihsmaier den Keynote-Vortrag mit dem Titel „Navigieren in Unsicherheit: Führung zwischen Verantwortung und Ungewissheit“.
Die systemische Mentalcoachin verglich die derzeitige Lage mit dem Rennradsport. Wer sich ausschließlich auf Risiken konzentriere und ständig bremse, verliere an Dynamik. Stattdessen müsse man lernen, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren und neue Wege auszuprobieren.
Zu ihren wichtigsten Prinzipien zählen Selbstführung, Klarheit in der Kommunikation und die Offenheit für neue Lösungsansätze. Besonders die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit könne im Grenzraum ein wichtiger Stabilitätsanker für Unternehmen sein.
Beim anschließenden Weißwurstfrühstück nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum weiteren Austausch und Netzwerken. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, gemeinsam den neuen Aussichtsturm auf dem Geyersberg oder die Bayerische Landesausstellung zu besuchen.
Das nächste große Treffen steht bereits fest: Am 13. Oktober 2026 findet in den Stadthallen Deggendorf der 7. Bayerisch-Tschechische Unternehmertag statt.

Stadt Freyung
Bezirk Niederbayern