Am Amtsgericht Passau sind neue Schülerrichterinnen und Schülerrichter vereidigt worden. Insgesamt 15 Jugendliche wurden für ihre Tätigkeit im Schülergericht der Brücke Passau ausgebildet. Das Projekt ist ein Angebot des Caritasverbands für die Diözese Passau und richtet sich an straffällig gewordene junge Menschen.
Ziel des Schülergerichts ist es, eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Tat zu fördern und erneuten Straftaten vorzubeugen. Die Jugendlichen übernehmen dabei Verantwortung und wirken aktiv an der Aufarbeitung von Fällen mit.
Die Teilnehmenden stammen aus mehreren Schulen der Region, darunter das Gymnasium Vilshofen, das Adalbert Stifter Gymnasium Passau, die Gisela Realschule Niedernburg sowie die Mittelschule St. Nikola Passau.
Im sogenannten Teen Court verhandeln Jugendliche Fälle, in denen Gleichaltrige ihre Tat bereits eingeräumt haben. Gemeinsam erarbeiten die Schülerrichter Vorschläge für erzieherische Maßnahmen, etwa Arbeitsauflagen oder persönliche Entschuldigungen. Werden diese erfüllt, kann das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft eingestellt werden.

Gruppenfoto am Amtsgericht Passau: Die neuen Schülerrichterinnen und Schülerrichter der Brücke Passau gemeinsam mit Richterin Sarah Fenster und Staatsanwältin Julia Renovanz.
Das Schülergericht ist kein Teil der klassischen Gerichtsbarkeit und spricht keine rechtlich bindenden Urteile. Vielmehr handelt es sich um einen kriminalpädagogischen Ansatz, der in mehreren Bundesländern erfolgreich umgesetzt wird. Bayern gilt dabei als Vorreiter.
Die Ausbildung der neuen Schülerrichterinnen und Schülerrichter erfolgte durch sozialpädagogische Fachkräfte der Caritas. Künftig werden die Jugendlichen aktiv in den Verfahren des Schülergerichts der Brücke Passau eingesetzt.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen und gleichzeitig wichtige soziale Kompetenzen entwickeln können.

Caritasverband für die Diözese Passau e. V.