Vergiss nicht. Dieser eindringliche Appell markierte das Ende eines bewegenden Rundgangs über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau.
Die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen des LLG erhielten bei ihrem Besuch am 14. April einen tiefen Einblick in die Verbrechen der Nationalsozialisten. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Hain und Herrn Stockinger hatten sie das Thema bereits im Unterricht behandelt. Die Eindrücke vor Ort gingen jedoch weit über das Vorstellbare hinaus und machten Geschichte auf erschütternde Weise greifbar.

Die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen des LLG beim Besuch der Gedenkstätte Dachau
Bereits am Eingangstor der Gedenkstätte fiel der Blick auf den Schriftzug Arbeit macht frei, der den Alltag der Häftlinge auf zynische Weise verhöhnte. Der Guide erklärte, dass dieser Spruch in vielen Konzentrationslagern angebracht war.

Im Kinosaal vermittelte der Dokumentarfilm Das Konzentrationslager Dachau einen umfassenden Überblick über die Zeit von 1933 bis zur Befreiung durch US Soldaten am 29. April 1945. Zeitzeugenberichte und unterschiedliche Perspektiven machten den menschenverachtenden Terror des NS Regimes eindrücklich sichtbar.
Beim anschließenden Rundgang über den Appellplatz wurde die Geschichte spürbar. Hier mussten die Häftlinge täglich antreten und waren Schikanen, Willkür und drakonischen Strafen ausgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler erlebten eindrücklich, wie systematisch Menschenrechte und Menschenwürde missachtet wurden.

Wachturm und Gleise als Teil der historischen Anlage des ehemaligen Konzentrationslagers
In einer rekonstruierten Baracke wurden die katastrophalen Lebensbedingungen deutlich. Enge Schlafräume mit dreistöckigen Holzbetten, Gemeinschaftsräume und der Waschbereich zeigten die bedrückende Realität. Auch der sogenannte Bunker mit seinen Strafzellen hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Hier wurden Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt, oftmals ohne Tageslicht und bei stark reduzierter Verpflegung.
Der Weg durch die Baumallee zum Krematorium führte die Gruppe schließlich zu einem der eindringlichsten Orte der Gedenkstätte. Die sogenannte Baracke X mit ihren Brennöfen und der Gaskammer machte das Ausmaß der Verbrechen auf erschütternde Weise sichtbar. Die Eindrücke und Emotionen vor Ort verdeutlichten den mörderischen Charakter des NS Regimes und das unermessliche Leid der Opfer.

Brennöfen im Krematorium der sogenannten Baracke X in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Zum Abschluss gedachte eine der beiden Klassen gemeinsam mit ihrem Guide in der Evangelischen Versöhnungskirche der Opfer. Dabei wurde auch die zentrale Botschaft von Max Mannheimer aufgegriffen: Nie wieder. Diese steht in direktem Zusammenhang mit dem Mahnruf Vergiss nicht, der in der Nähe des Krematoriums in mehreren Sprachen zu lesen ist und sich besonders an die junge Generation richtet.

Besonders die Botschaft von Max Mannheimer "Nie wieder" bleibt hängen
Der Besuch in Dachau war eine tiefgreifende Erfahrung. Er machte deutlich, dass Erinnerung nicht nur Rückblick ist, sondern Verantwortung bedeutet. Die Gedenkstätte bleibt ein mahnendes Zeichen dafür, dass Menschenrechte keine Selbstverständlichkeit sind. Es liegt an der heutigen Generation, dieses Bewusstsein wachzuhalten und aktiv Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.


Landgraf-Leuchtenberg Gymnasium Grafenau