Der zweite Schönberger Umwelttag im KuK hat eindrucksvoll gezeigt, wie eng Themen wie Umwelt, Technik, Sicherheit und Gesundheit miteinander verknüpft sind. Rund 40 Teilnehmer, überwiegend aus kommunalen Ver- und Entsorgungsbereichen, informierten sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen.
Ein zentrales Thema waren Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur. Die Referenten Patrick Steinhuber und Melanie Gödl von der Cancom Austria AG verdeutlichten, welche Auswirkungen Angriffe auf Bereiche wie Wasserversorgung oder Lebensmittelketten haben können. Im Ernstfall könnten Systeme über Wochen beeinträchtigt sein. Umso wichtiger sei es, Risiken frühzeitig zu erkennen, Schutzmechanismen zu etablieren und im Notfall schnell reagieren zu können.
Am Beispiel der Kläranlage Schönberg zeigte Jürgen Murr, welches ökologische und wirtschaftliche Potenzial moderne Anlagen bieten. Durch Methangaserzeugung, Blockheizkraftwerke sowie Technologien wie Schneckenpresse und Solartrocknung können Kosten gesenkt, Energie gewonnen und CO2 eingespart werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Notfallkonzepte, etwa für den manuellen Betrieb oder Notstromversorgung, eine wichtige Rolle spielen.

Beim Schönberger Umwelttag ging es um viele Aspekte von Sicher- bis Gesundheit. Hier im Gespräch (v.l.) Marktgemeinderat Karl Schneck, Bürgermeister Martin Pichler, Dr. Andreas Lenz von der Bayerischen Verwaltungsschule und Leiter der Umwelttechnischen Berufe, Organisator Andreas Gabriel von der Firma VTA, Dr. Heinz Fuchsig und Jürgen Murr als Referent zum Thema Ökonomie und Ökologie an der Kläranlage Schönberg.
Dr. Heinz Fuchsig beleuchtete aus umweltmedizinischer Sicht die Auswirkungen von Schadstoffen auf den Menschen. Er spannte den Bogen von Blei und Asbest über Luftverschmutzung bis hin zu Mikroplastik und PFAS. Dabei machte er deutlich, dass viele Schadstoffe erst Jahre später ihre volle Wirkung entfalten. Gleichzeitig zeigte er auf, dass Fortschritte im Umweltschutz bereits messbare positive Effekte bringen.
Abschließend ging Dr. Andreas Lenz von der Bayerischen Verwaltungsschule auf die steigenden Anforderungen an Fachkräfte im Abwasserbereich ein. Moderne Anlagen erfordern heute ein breites Wissen in Technik, Chemie und Energie. Entsprechend müsse auch die Ausbildung angepasst werden, um den komplexen Aufgaben gerecht zu werden.
Der Umwelttag machte deutlich, dass Kompetenz, Vorsorge und Innovation entscheidend sind, um die Herausforderungen moderner Infrastruktur zu bewältigen.

Verwaltungsgemeinschaft Schönberg