Das Retter-Gen kann man nicht früh genug einpflanzen, meint Regina Kopp, Leiterin der Jugendarbeit Rot Kreuz im Kreisverband Freyung-Grafenau. In Schönberg fand in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule der Regionalwettbewerb für die Rot-Kreuz-Jugend aus den Landkreisen FRG, REG, DEG und PA statt. Von Theorie bis Praxis wurde um ausgezeichnete Helfer-Punkte und Bezirksqualifikation gekämpft.

Wer schafft es, mit Papier ein Klemmbausteinmännchen möglichst weit zu transportieren? Im Knäul oder am Flieger? Köpfchen war gefragt.
12 Gruppen waren dazu angereist. Eine bunte Mischung aus Herausforderungen für vier verschiedene Altersklassen von fünf Jahren bis zu jungen Erwachsenen arbeiteten sich sportlich durch die Disziplinen, die von kreativ bis kompetent reichten. Es galt an einer Bastelstation Fensterbilder für den Gruppenraum zu erstellen, dann wartete die Helfer-Theorie mit anspruchsvollen Fragen. Bei erster Hilfe war Nervenstärke gefragt, denn von blutendem Finger bis Hundebiss war die Problemstellung leibhaftig gut geschminkt. Ein spezielles Wissensfeld drehte sich um die Geschichte des Roten Kreuzes. Warum sieht das Logo eigentlich so aus? Ein Gründer aus der Schweiz und die Fahne des Landes geben Hinweise. Da ist es ja das weiße Kreuz auf roten Grund. Und was hat das alles mit einer blutigen Schlacht zu tun? Lustig wurde es bei einer Runde RK-Activity: Erkläre Nasenbluten pantomimisch oder mit Zeichnung. Die Jugend-Rot-Kreuzler schaffen das ebenso wie die Frage, was mit einem bei einem Unfall abgetrennten Finger zu tun ist. Und mit dem Menschen obendrein, der da jammernd und blass am Boden kauert.

Kühlen Kopf und Ruhe bewahren, auch wenn der Verletzte vor Schmerz stöhnt. Da ist Verband, Selbstschutz und Trost gefragt.
Und so schließt sich der Kreis: Während Erwachsene oft hilflos danebenstehen oder sogar das Gafferhandy zücken, sind die Nachwuchsretter fokussiert, schnell und effektiv schon am Werk. Regina Kopp hat sich da gerne eingebracht. Wenn der Wettkampf zwar spannend und der Bezirksentscheid und höhere Retter-Ligen das Ziel sind, geht es doch noch mehr darum, sich zu treffen, auszutauschen, Spaß mit anderen Jugendlichen zu haben und auch, das soziale Engagement nach außen zu tragen. Da hat sie den höchsten Respekt vor allen von Wasserwacht oder in Schulsanitätsgruppen bis hin zu den Kids in den Ortsvereinen. Da gehört Helfen schnell zur selbstverständlichen DNA für ein ganzes Leben, das ist cool und gibt ein extra gutes Gefühl. Deshalb empfiehlt Regina Kopp auch: Unter jrk.de oder bei den Ortsvereinen gibt es Kontakte für künftige Helden, die wissen, was zu tun ist.

Wenn das Schminkteam mit Biss ganze Arbeit geleistet hat, dann sind auch gute Nerven und beherztes Zupacken gefragt.
Ein ganz großer Dank geht an die Helfenden des Tages. Da braucht es viele Unterstützer von Eltern bis Kommune, um Raum und Rahmen für den Wettbewerb zu schaffen. Noch schaffen es die meisten Gruppen auf der Ebene zwar, als jeweils Bester einer Altersgruppe und eines Landkreises die Qualifikation für den Bezirk zu erringen. Aber dann teilt sich langsam die Spreu von Weizen. Und trotz helfender Selbstlosigkeit: Gewinnen macht doch auch richtig Spaß.
Mit am Start waren die Teams:
- JRK Deggendorf mit „Die 4“;
- JRK Deggendorf mit „Osterhofener Retter-Girls“;
- JRK Passau mit „Die Knochenjäger“;
- JRK Passau mit „Die coolen Sanitäter“ aus Dommelstadel;
- JRK und Wasserwacht Regen mit „JRK goes Loti“;
- JRK Schönberg mit „Die geilen Blümchen“;
- JRK Freyung mit „JRK Freyung“;
- JRK Deggendorf mit „Die fantastischen Fünf“ aus Osterhofen;
- JRK Regen mit „JRK Regen“;
- JRK Deggendorf mit „Rote Chaos-Crew“ aus Plattling;
- Schulsanitätsdienst und JRK Schönberg mit „Die Sanitöter“ aus Grafenau;
- Wasserwacht und JRK Regen mit „Loti Rescue“.

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