Ist München zu weit weg? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, wenn es um ihren Einfluss auf politische Entscheidungen geht. Beim Projekt Politiker schenken eine Unterrichtsstunde am Tag der Freien Schulen berichtete MdL Martin Behringer aus seiner Arbeit im Bayerischen Landtag und machte deutlich, dass politischer Einfluss durchaus direkt möglich ist.
Rund 30 Schülerinnen und Schüler der Physiotherapieschule in Freyung hatten sogar gleich drei Schulstunden lang Gelegenheit, den Abgeordneten der Freie Wähler Fraktion mit Fragen zu löchern. Behringer stellte zunächst seine wichtigsten Themenfelder vor, darunter Bau, Verkehr und Bildung. Außerdem berichtete er über weitere Engagements etwa im Sport, beim sozialen Wohnungsbau oder in der Erwachsenenbildung.
Seinen Weg in die Politik schilderte der Abgeordnete ebenfalls. Aus der kirchlichen Jugendarbeit heraus entdeckte er seine Lust am Mitmachen und Mitreden. Neben seinem Beruf engagierte er sich politisch und wurde schließlich Bürgermeister. Später folgte der Schritt in den Bayerischen Landtag. Die Verbindung zum Alltag der Menschen sei dabei für ihn stets wichtig geblieben.

Als Dank für einen Vormittag direkten Sozialkundeunterricht gab es für MdL Martin Behringer ein Schulzeugnis mit Lob für besonders informatives Betragen von Jasmin Grübl und Tobias Tahedl als Klassensprecher.
Auch konkrete Themen aus dem Alltag der Schülerinnen und Schüler wurden angesprochen. So erkundigten sich die Auszubildenden nach der Zukunft des Gesundheitsbonus, der für viele ein wichtiger Bestandteil der Schulfinanzierung ist. Behringer berichtete, dass trotz intensiver Gespräche bislang noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Für viele angehende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sei die Ausbildung finanziell eine große Herausforderung, da sie keine Ausbildungsvergütung erhalten und häufig nebenbei arbeiten müssen.
In der Diskussion ging es außerdem um wirtschaftliche Sorgen, Inflation, das Gesundheitssystem sowie politische Entscheidungsprozesse. Behringer erklärte, dass Politik selten einfache Patentlösungen parat habe. Oft müsse zwischen verschiedenen Interessen abgewogen und um begrenzte Ressourcen gerungen werden.
Weitere Fragen aus der Schülerschaft griffen aktuelle gesellschaftliche Themen auf. Diskutiert wurde unter anderem über Energiepolitik, mögliche Standorte für ein Atommüllendlager, über Frühförderung in Kindertagesstätten sowie über eine mögliche neue Wehrpflicht. Dabei wurde deutlich, wie komplex politische Entscheidungsprozesse häufig sind.
Der Abgeordnete ermutigte die Schülerinnen und Schüler, sich auch über Wahlen hinaus aktiv einzubringen. In Bayern gebe es beispielsweise über das Petitionsrecht die Möglichkeit, Anliegen direkt an politische Entscheidungsträger heranzutragen. Zudem empfahl er, Debatten aus dem Bayerischen Landtag im Livestream oder über die Mediathek zu verfolgen, um politische Prozesse besser nachvollziehen zu können.
So wurde der Besuch im Rahmen von Politik macht Schule nicht nur zu einem Vortrag, sondern zu einer lebhaften Diskussion über Mitbestimmung, Verantwortung und politische Entscheidungswege.

MdL Martin Behringer