Wie real ist die Realität? Und kann ihr das Künstliche vielleicht schon bald das Wasser reichen? Im Zeitalter der KI scheinen solche und ähnliche Fragen wichtiger denn je zu sein - genauso, wie mögliche Antworten darauf. Zur Reflexion über ein entsprechendes Echo der Künstlichen Intelligenz lud jüngst der bekannte Mitgründer des „The AI Art Magazin“ Christoph Grünberg ein. In seiner Sonderausstellung "Reindl Sepp", die er vom 8. November 2025 bis 4. Januar 2026 in der Kunstsammlung Ostbayern im Spital Hengersberg präsentierte, ließ er die Grenzen zwischen „echt“ und „könnte echt sein“ geschickt verschwimmen. Mithilfe von generativer KI schuf er nämlich photorealistische Momentaufnahmen aus einem datenbasierten Leben. Die Hauptfigur: Reindl Sepp, der Herr mit den großen Augen und dem noch größeren Lächeln.

Können wir mit einem KI-Menschen mitfühlen, wenn wir an seinem Leben teilhaben?
Als Dreh und Angelpunkt der Ausstellung dienten dessen fiktive Erlebnisse, die womöglich Emotionen wecken. Ob uns datengetriebene Kunst zum Lachen bringen kann? Die mittlerweile zweite Ausstellung von Herrn Grünberg fühlte auch dieser Frage auf den Zahn. Dabei erkundete er mit seinen Exponaten, die Stillleben, Bewegtbilder und Musik umfassten, die verschiedensten menschlichen Facetten. Sein Reindl Sepp hat nämlich eine Vergangenheit - zumindest, wenn man den Ausstellungsstücken glauben darf. Die unzähligen Fotografien zeigten Herrn Reindl beispielsweise mal beim entspannten Angelausflug am See, dann wieder als draufgängerischen Verkehrsteilnehmer oder als waschechten Naturfreund, der auch die kleinen Dinge des Alltags zu schätzen weiß.

Neben Fotos erweckten auch Bewegtbilder Reindl Sepp zum Leben.
So entstand mit jedem Bild der Eindruck einer realen Vergangenheit, die in dieser Form trotzdem nie existierte. Können wir uns dennoch mit dem Gegenüber identifizieren? Vielleicht sogar mit der Person verbunden fühlen? Christoph Grünbergers Sonderausstellung regte zum Innehalten, Nachdenken und Reflektieren an. Dabei entstanden die Werke kooperativ in den Jahren 2023 bis 2025. Es bleibt also auf jeden Fall spannend, welches Echo die KI in Zukunft formen wird. Ob Reindl Sepp dann wieder mit von der Partie ist? Mit Blick auf seinen bewegten Alltag darf man gespannt bleiben.

Wenn Realität und Künstliches verschmelzen: KI-Sonderausstellung schaffte mit einem fiktiven Alltagsleben Verbundheit, Nähe und humorvolle Irritationen.

Kunstsammlung Ostbayern im Spital Hengersberg