Fachtagung diskutiert über Zukunft des „Grünen Bandes Europa“

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14.10.2024
Landshut
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Wo einst der eiserne Vorhang Deutschland und Europa teilte, durchzieht heute das „Grüne Band“ eine Vielzahl von Ländern - vom Eismeer bis zur Adria – und bildet damit eines der größten Natur- und Artenschutzprojekte des Kontinents. Auf einer Gesamtlänge von über 12.500 Kilometer verläuft es im Schatten der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West. Denn: Dort konnte sich wegen der massiven Grenzanlagen die Natur über Jahrzehnte weitgehend ungestört entwickeln. Dies betraf nicht nur den Grenzstreifen, sondern auch große angrenzende Bereiche. Die Fachtagung „Zukunft Landschaft: Grünes Band Europa“ am Donnerstag im Haus zur Wildnis in Ludwigsthal (Landkreis Regen) beschäftigte sich mit historischen, psychologischen aber auch landschaftlichen und naturschutzfachlichen Facetten des „Grünen Bandes“. In seinem Grußwort sagte Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident und Vorsitzender des Landesvereins für Heimatpflege: „Die Natur ist nicht politisch, sie setzt stets und automatisch auf Vernetzung, Austausch und gegenseitige Bereicherung.“ 

 

Die Fachtagung ist in die Veranstaltungsreihe „Zukunft Landschaft“ eingebunden. Sie wird von der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege jährlich und in allen sieben Regierungsbezirken wechselnd ausgerichtet − jedes Jahr mit einem anderen thematischen und räumlichen Schwerpunkt. In dem seit 2003 bestehenden Arbeitsbündnis betrachten die Partnerinnen und Partner gemeinsame Ziele von Naturschutz, Denkmal- und Heimatpflege. Wegen des Themenkomplexes „Grünes Band Europa“ entschieden sich die Veranstalter heuer für den Bayerischen Wald und das angrenzende Tschechien als Tagungsregion. 

 

Der erste Tag der Fachtagung war vor allem geprägt durch eine Vielzahl verschiedener Vorträge: Über „Grenzen in der Kulturlandschaft“, referierte etwa Prof. Dr. Thomas Gunzelmann. Mit der Frage „Was hat der Eiserne Vorhang mit dem Menschen gemacht?“ beschäftigte sich Dr. Veronika Hofinger und Dr. Alexandra Kruse widmete sich dem Thema: „Grünes Band Europa als UNESCO-Welterbestätte für Natur und Kultur“. Am zweiten Tag fand eine ganztägige Busexkursion statt, wobei Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Organisationen ihre Arbeit vor Ort vorstellten. 

 

Freuten sich über anregende Gespräche bei der Fachtagung: Dr. Thomas Büttner, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege (v. l.), Hannes Kraus, Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Melanie Kreutz, Nationales BUND Kompetenzzentrum Grünes Band und Josef Wanninger, stv. Leiter der Nationalparkverwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald. 

 

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich: „Nach fast 40 Jahren unberührter Entwicklung war etwas entstanden, das wir nach der Wende gezielt zu schützen begonnen haben. Heute ist die Grenzlinie zwischen Ost und West eine wichtige Verbundachse für den Natur- und Artenschutz. Eine Vielzahl an Partnern aus staatlichen- und nichtstaatlichen Organisationen von der lokalen bis zur internationalen Ebene arbeitet am Schutz und der Entwicklung dieses einzigartigen Natur- und Kulturerbes.“ 

 

Besonders hervor hob der Bezirkstagspräsident die Leistung des BUND Naturschutz in Bayern (BN), namentlich von Kai Frobel und Hubert Weiger, „die heute als Väter des ,Grünen Bandes‘ gelten“. Am 9. Dezember 1989, nur einen Monat nach dem Mauerfall, initiierte der BN das wegweisende Treffen in Hof, an dessen Ende die Verabschiedung ebenjener Resolution stand, in der erstmals der Begriff „Grünes Band“ geprägt wurde, sagte Dr. Heinrich. Eine überwältigende Zahl von Naturschützern aus Ost und West hätten sich daran beteiligt. „Damit wiesen sie den Weg für eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte in Deutschland, an dessen Erfolgsgeschichte auch viele Stiftungen mitschreiben.“

 

Heuer, so der Bezirkstagspräsident weiter, „dürfen wir in Niederbayern die Gastgeber der Vortragsreihe Zukunft Landschaft sein.“ Das sei eine große Ehre. „Schließlich prägt das ,Grüne Band‘ die Grenzregion Niederbayerns.“ Projekte wie dieses könnten dabei helfen, mit dem Klimawandel so umzugehen, dass der Mensch weiterhin auf der Erde leben kann. „Aber dazu müssen wir der Natur den notwendigen Raum und die nötige Zeit lassen“, sagte Dr. Heinrich. 

 


- KM


Bezirk NiederbayernBezirk NiederbayernLandshut

Quellenangaben

Bezirk Niederbayern, Korbinian Huber

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