Gespräch über Inklusion und Arbeit soll zur regelmäßigen Einrichtung werden

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17.10.2016
Regen
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Regen. Im Landkreis Regen geschieht bereits viel Gutes, um Menschen mit Behinderung die Arbeit in Unternehmen und Betrieben zu ermöglichen. Doch es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten. So lautete das Fazit des Fachgesprächs „Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt“ in Regen mit Irmgard Badura, der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Veranstalter war das Regionalmanagement der ARBERLAND REGio GmbH.
Regionalmanager Stephan Lang hob in seiner Begrüßung hervor, dass die Frage nach Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung in Zeiten des demographischen Wandels immer wichtiger werde: „Mit Zunahme der alternden Bevölkerung werden in Zukunft auch Unternehmen noch häufiger damit konfrontiert werden. Bei 85 Prozent der schwerbehinderten Menschen ist die Behinderung die Folge einer Erkrankung.“ Stellvertretender Landrat und Kreisbehindertenbeauftragter Helmut Plenk bezifferte den Anteil von Schwerbehinderten im Landkreis auf über 8.900 Menschen –rd. 11,5 Prozent der Bevölkerung. „Mehr Barrierefreiheit und Inklusion sind deshalb zentrale Aufgaben“. Das heutige Fachgespräch mit den zuständigen Fachstellen sei ein wichtiges Forum.

Diskutierten mit Fachstellen über die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt: Von rechts: Stephan Lang, Leiter des Regionalmanagements der ARBERLAND REGio GmbH, Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, und Helmut Plenk, stellvertretender Landrat und Kreisbehindertenbeauftragter.
Diskutierten mit Fachstellen über die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt: Von rechts: Stephan Lang, Leiter des Regionalmanagements der ARBERLAND REGio GmbH, Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, und Helmut Plenk, stellvertretender Landrat und Kreisbehindertenbeauftragter.

Behindertenbeauftragte Irmgard Badura gab ihm Recht: „Arbeit ist das halbe Leben, und wir behinderten Menschen wollen hier nicht ausgeschlossen werden.“ Es gebe viele Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten für Betriebe, aber hier brauche man kundige Lotsen, die durch das Bürokratie-Dickicht führen. Eine Lösung sieht sie nicht darin, morgens behinderte Menschen in eine Werkstätte, einer kleinen gesonderten Welt für sich, zu fahren, und abends wieder nach Hause zu bringen: „Wir brauchen echte Teilhabe und Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.“
Herbert Weinberger, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Zwiesel-Viechtach, berichtete über die aktuelle Arbeitsmarktsituation und informierte, dass aktuell 119 schwerbehinderte Menschen im Landkreis Regen arbeitslos seien. Stephan Brandl, Leiter der Abteilung Rehabilitation an der Agentur für Arbeit in Deggendorf erklärte, im Landkreis Regen gebe es einen besonders großen Anteil an behinderten Menschen, die über 50 und wenig qualifiziert seien: „Das macht die Inklusion nicht einfach.“ Brandl nannte als Lösungen die ihm zufolge besonders effektiv laufende individuelle Einzelbetreuung, Probebeschäftigung, spezielle Trainings und zielführende Weiterbildungen. Viele Unternehmen und Beschäftigten wüssten auch nichts von Fördermöglichkeiten für Eingliederung und Arbeitsplatzanpassung. Laut Andreas Keller von der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz haben Arbeitgeber vor der möglichweise besonders intensiven Betreuung eines Menschen mit Handicaps Angst: „Deshalb sprechen wir die Betriebe persönlich an und bieten den Unternehmen bei Fachkräftemangel im Rahmen eines Pilotprojekts einen gemeinsamen runden Tisch mit Firmeninhaber, Betriebsberatung und Integrationsfachdienst an.“ Susanne Wagner, Tourismusförderin bei der ARBERLAND REGio GmbH, informierte über positive Beispiele aus dem Hotel- und Gastrobereich, bei denen jungen Menschen mit Behinderung ein Arbeitsplatz geschaffen wurde. Einen Erfahrungsbericht gab auch Günther Raith, Unternehmensvertreter der Zwiesel Kristallglas AG, die aktuell 59 Menschen mit Behinderung beschäftigt und damit mehr als die gesetzliche Beschäftigungsquote vorschreibt. „Wir setzen Beschäftigte mit Behinderung in allen Arbeitsbereichen ein und nehmen auch die Angebote des Integrationsamtes wahr. Unsere Schwerbehinderten bringen 100 Prozent Leistung und sind sehr engagiert. Sie sind auch nicht häufiger krank als die Kollegen ohne Behinderung“, so Günther Raith. Walter Amberger vom Integrationsamt Niederbayern betonte, dass auf Unternehmensseite leider oft Vorbehalte hinsichtlich der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung existierten. Einem behinderten Beschäftigten müsse auch vom Unternehmen ein gewisses Verständnis entgegengebracht werden. „Die Unternehmenskultur spielt eine große Rolle. Jeder muss willkommen sein, denn jeder kann betroffen sein. Behinderung tritt oft im Laufe des Lebens erst aufgrund von schwerer körperlicher Arbeit auf.“
Peter Stranninger, Leiter des Integrationsfachdienstes in Deggendorf, sieht als ein großes Problem, dass viele Behinderte im ländlichen Raum nicht zur Arbeit gelangen können, weil der ÖPNV nur unzureichend vorhanden ist. Irmgard Badura nannte hier als Möglichkeit, Netzwerke für Fahrgemeinschaften zwischen den Betrieben aufzubauen. Helmut Plenk verwies in diesem Zusammenhang auf den geplanten Rufbus, der eine Verbesserung bringen könnte. Ein Thema war auch der Aufbau externer Arbeitsplätze von Behindertenwerkstätten in externen Unternehmen, bei denen die Beschäftigten weiterhin von den Werkstätten betreut werden aber voll im externen Betrieb mitarbeiten. Dirk Götze von den Deggendorfer Werkstätten berichtete, dass dieses Instrument derzeit nur sehr zurückhaltend in Anspruch genommen wird. „Das ist nicht einfach, denn die Menschen sind in der Werkstatt voll ins Team eingebunden, an einem Arbeitsplatz draußen aber mehr auf sich gestellt.“ Auch von Seiten der Angehörigen bestünden hier oft Bedenken, wenn der geschützte Raum der Werkstätten aufgegeben werden soll. Zudem verfüge man im Moment nur über sehr wenige Unternehmen, die einen ausgelagerten Arbeitsplatz bereitstellen. Für Irmgard Badura sind die ausgelagerten Arbeitsplätze „ein wichtiges Instrument, wie Inklusion verwirklicht werden kann“. Badura forderte hier noch mehr soziales Engagement der Arbeitgeber ein. Ferner bat sie, das Inklusionsgespräch einmal im Jahr zu wiederholen. Bei den Gesprächsteilnehmern rannte sie dabei offene Türen ein.

Das Regionalmanagementprojekt „Zukunftsperspektiven und Lebensqualität“ wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.


- SB


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Quellenangaben

ARBERLAND REGio GmbH

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