Landwirtschaftsschüler aktiv für den Naturschutz

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03.07.2023
Passau
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Die Landwirtschaft hat vor allen Dingen die Aufgabe, Lebensmittel sowie Holz und Energie zu produzieren. Etwa die Hälfte der Fläche Deutschlands ist landwirtschaftlich genutzt, ein weiteres Drittel ist bewaldet und wird forstwirtschaftlich genutzt. Damit hat sie enormen Einfluss auf die Landschaft und ist auch immer wieder in der Diskussion, weil sie einer der wichtigsten Faktoren für den Verlust an Biodiversität ist. Daher werden die zukünftigen Landwirte auch in den Fächern Ökologie und Naturschutz unterrichtet. Sonja Keßler, die die Fächer an der Landwirtschaftsschule in Passau unterrichtete, lud als Referenten den Naturschutzexperten Ralf Braun von der Umweltstation Haus am Strom ein. Der informierte in einem Impulsvortrag über seltene Pflanzen- und Tierarten und stellte sehr konkrete Schutzmaßnahmen für diese vor.

Dadurch holte er den Naturschutz von einer abstrakten Ebene herunter und machte ihn für die Landwirtschaftsschüler greifbar. Im weiteren Schuljahresverlauf hatten die Junglandwirte für ihren Hof daheim ein Konzept für eine Naturschutzmaßnahme für ein Tier zu entwickeln, das sie sich ausgewählt haben. Neben den konkreten Ansprüchen dieses Tieres beschrieben die angehenden Meister auch Fördermöglichkeiten und andere finanzielle Aspekte. Tatsächlich konnten sich die Schüler für „ihr Tier“ recht begeistern. Ein beispielsweise von einem Schüler während des Winterschlafs gefundener Siebenschläfer lieferte den Anlass für einen Schlafkasten am Waldrand. Auch für Fledermäuse, Schwalben, Rebhühner oder Wildbienen wurden im Winterhalbjahr Konzepte entwickelt.

 

Die Landwirtschaftsschüler am neu angelegten Sandarium, von links nach rechts: Ehepaar Endl, Christoph Probst, Franz Elender, Kathrin Endl, Schüler der Landwirtschaftsschule, Foto: Ralf Braun-Reichert
Die Landwirtschaftsschüler am neu angelegten Sandarium, von links nach rechts: Ehepaar Endl, Christoph Probst, Franz Elender, Kathrin Endl, Schüler der Landwirtschaftsschule

 

Jetzt sind die ersten Konzepte umgesetzt und Kessler hat drei Schülerprojekte für eine Exkursion ausgesucht, die die Spannweite an Unterschieden gut abdecken. Christoph Probst begleitete deren Besichtigung quer durch den Landkreis. Die erste Station gestaltete Marco Denic und stellte Maßnahmen entlang der Flüsse für die Flussperlmuschel vor. Der Leiter des Landschaftspflegeverbandes Franz Elender hat mit Landwirten die Bewirtschaftung von Roggen so verändert, dass die seltene Kornrade wieder eine Heimat auf einigen Äckern gefunden hat.

Katrin Endl hat auf ihrer Hofstelle ein Sandarium mit offenen, besonnten Bodenstellen für Wildbienen entwickelt, denn drei Viertel aller Wildbienen brüten so. Umgeben ist das Sandarium von einem Brachebereich mit Kamille, Nachtkerzen und anderen blühenden Kräutern. „Das ist wirklich optimal umgesetzt,“ freute sich Ralf Braun. Markus Schwarzmeier stellte anschließend sein Konzept für Lerchenfenster vor: der ursprünglich überall häufige Vogel ist in manchen Regionen Deutschlands schon verschwunden.

Wenn die Saatmaschine bei der Saat hochgehoben wird, so dass auf 7 Meter Länge nicht ausgesät wird, sondern offener Boden bleibt, dann kommen innerhalb kürzester Zeit die Vögel und beginnen zu brüten. Franz Elender gab zur Umsetzung noch praktische Tipps, während Christoph Probst Hinweise zu Fördermöglichkeiten im Kulturlandschaftsprogramm gab.

 

Die Landwirtschaftsschüler auf der Streuobstwiese mit dem Jungvieh. 4. v.l. Johannes Wasner, ganz rechts Christoph Probst, Foto: Ralf Braun-Reichert
Die Landwirtschaftsschüler auf der Streuobstwiese mit dem Jungvieh. 4. v.l. Johannes Wasner, ganz rechts Christoph Probst

 

Zuletzt stellte Johannes Wasner die Rinderhaltung auf einer Streuobstwiese vor: eine Streuobstwiese ist schlecht mit modernen Maschinen zu mähen. Tiere können solche Flächen oft besser beweiden. Außerdem locken diese in der Nacht Fledermäuse und tagsüber viele Vögel an, denn die Mücken und Käfer sind eine wichtige Nahrungsgrundlage. Das Fleisch der freilaufenden Rinder findet am Direktvermarkterhof Wasner guten Absatz.

Wichtig war Lehrkraft Sonja Keßler, dass sich die Schüler praktisch und sehr konkret mit Naturschutz auseinandergesetzt haben. Viele hatten tatsächlich Feuer gefangen für „ihr Tier“. Allen Beteiligten ist es wichtig, dass die Landwirtschaft auch im Einsatz für die Natur und Biodiversität von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.


- KM


Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten PassauAmt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten PassauPassau

Quellenangaben

Text & Fotos: Ralf Braun-Reichert | Umweltstation Haus am Strom
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau

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