Märzwetter 2023 im Bayerwald

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07.04.2023 10:15 Uhr
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Im Zick-Zack-Kurs wie im April

Dr. Fritz Haselbeck

Betrachtet man die Temperaturkurve zum vergangenen März für die Bayerwaldregion, so entdeckt man eine ausgesprochene Zick-Zack-Bewegung. Zwischen minus 6 und plus 17 Grad pendelt sie in auffälligen Intervallen auf und ab. Somit ergibt sich ein absolutes Gefälle von 23 Grad. Insgesamt herrschte im ersten Frühlingsmonat recht wechselhaftes Wetter, das typischen Aprilcharakter annahm. Es hatte alles im Gepäck: Sonne, Regen, Schnee, Graupel, böigen Wind, föhnige Stimmungen, bedeckten wie wolkenlosen Himmel und sogar Donner.

Niederschlagsfrei, mit reichlichem Sonnenschein und relativ mild, ließ sich der März an. Schneefall setzte am 8. Tag ein, der, bei sich mildernder Westströmung, rasch in Regen überging. In der Nacht vom 10. auf 11. März kam bei kühleren Temperaturen stürmischer Wind auf. Ein regelrechtes Achterbahnwetter mit eingelagerten Schneeschauern und einem südlich-warmen „Hauruck-Hoch kennzeichnen die Zeit dann um den Frühlingsanfang, am 20. des Monats. Ab 25. zogen von Nordwesten her Tiefdruckketten übers Land, bei spürbarer Abkühlung und gewittrigen Intermezzos mischten sich in Regen Graupel und Schneeflocken. Der Spätwinter gab ein widerwärtiges Gastspiel, mit Kältestimmung und geschlossener Schneedecke bis in die Niederungen hinab. Auf den Bergkämmen herrschte Dauerfrost.

An 22 Tagen schien die Sonne insgesamt 125 Stunden lang vom Himmel. Das ist kein allzu hoher Wert, vergleicht man ihn mit den vorausgehenden Jahren (2021: 150 Std., 2022: 236). An 6 Tagen wurden je 10 Sonnenstunden erreicht, an zwei Tagen sogar überschritten. Der 17. März war mit plus 17 Grad der wärmste Monatstag, der 16. mit minus 6 Grad der kälteste. An 4 Tagen konnte man mehr als plus 15 Grad registrieren. Das Diagramm zu den Nachttemperaturen sieht etwas ausgeglichener aus als das Bild zu den Tageswerten. Die „wärmste“ Nacht gab es am 24. März mit plus 6 Grad. Der Durchschnitt der höchsten Tagestemperaturen liegt bei plus 9 Grad, der Mittelwert der Tiefsttemperaturen bei plus 0,5 Grad. Damit ergibt sich eine mediale Monatstemperatur von etwas mehr als plus 4 Grad (2021: + 1,5 Grad; 2022: + 5,5 Grad). Insgesamt hatten wir 17 Frostnächte mit Temperaturen unter null Grad, aber nur 3 Frosttage mit Minuswerten. An Niederschlag fielen insgesamt 110 Liter pro qm (2021: 42 l / qm), teils als Regen, teils als Schnee. Das ist außerordentlich viel, im letzten Jahr 2022 gab es in Vergleich dazu einen Minusrekord von nur 7 Litern pro qm.

Die vorgelegten Wetterdaten wurden in Grainet-Hobelsberg auf 800 Meter Seehöhe erhoben.

Eine überlieferte Wetterregel lautet: „Sieht Sankt Gertrud (17. März) Eis, wird das ganze Jahr nicht heiß!“ Nun, dieser Tag war heuer sonnig, niederschlagsfrei und brachte mit 17 Grad eine Haube voll Frühlingswärme mit sich. So gesehen stehen uns viele Wochen mit Sonnenschein und warmen Temperaturen bevor. Ob es aber so heiß wird wie in letzter Zeit, lässt sich daraus nicht schließen! Der kalendarische Sommer 2023 beginnt am 21. Juni, eingeläutet von der Sommersonnenwende. Diese tritt am längsten Tag des Jahres ein, an dem die Sonne mittags am nördlichen Wendekreis ihren Zenit erreicht.


- DH



Quellenangaben


Bildupload: Dr. Fritz Haselbeck

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