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22.12.2022 12:00 Uhr
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Herbstwetter im Bayerischen Wald

Eine Jahreszeit wie im Bilderbuch

Dr. Fritz Haselbeck

Der heurige Herbst präsentierte sich im Bayerischen Wald in vielen Phasen „golden“, sonnenreich und spätsommerlich warm. Wir hatten den drittwärmsten Herbst seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Immer wieder mischten sich dazwischen Niederschlagsfronten, erst Ende November mit Schnee. Manchmal füllte, wie in dieser Jahreszeit üblich, kühle Nebelluft die Täler, während auf den Bergen Sonnenschein dominierte. Es war jedoch nicht so oft trüb und grau wie sonst um diese Jahreszeit üblich. Ein rekordwarmer Oktober und eine spätsommerlich milde erste Novemberhälfte bildeten das „Herzstück“ des dritten Jahresquartals. Mit einem durchschnittlichen Temperaturwert von +6 Grad liegt der Herbst 2022 über dem langjährigen Mittel, nur 2006 und 2011 war er noch wärmer. Mit 22 Sonnenstunden gab es um etwa 20 Prozenz mehr als im langjährigen Mittel. Die angeführten Wetterdaten wurden auf 800 Metern Seehöhe in Grainet-Hobelsberg festgehalten.

Nach Herbstbeginn am 23. September gab es bis zum Monatsende eine bunte Mischung von Sonnenschein (22 Stunden) und eingelagerten Tiefdruckzellen mit gussartigen Regenfällen (40 Liter pro qm). Das Temperaturmittel lag bei 8,5 Grad. Auf den Berggipfeln im Bayerischen Wald fiel der erste Schnee.

Mit Wärmerekorden wartete dann der Oktober auf: Die Maximaltemperaturen lagen bei beachtlich warmen 16 Grad, und mit 24,5 Grad gab es den wärmsten bisher bekannten 30. Oktober! Der Monat blieb – ein Novum - völlig frostfrei, und selbst auf den Berggipfeln kam es zu keinen Schneefällen! Mit 150 Sonnenstunden blieb der Oktober unter dem sonst üblichem Maß, die Niederschlagsmenge lag mit 80 Litern pro qm im Mittelbereich.

Die ersten beiden Novemberwochen waren gekennzeichnet durch viel Sonne, außerordentliche Wärme, Föhnlagen und wenig Niederschlag. Ab Monatsmitte setzten dann Regenfälle ein, die ab 20. des Monats in mittleren und höheren Regionen zunehmend in Schnee übergingen. Das wechselhafte Wetter, gekennzeichnet von Regen und Schnee, hielt bis zum Monatsende an, über 1000 Metern bildete sich eine etwa 20 cm hohe Schneedecke. Insgesamt fielen 88 Liter Niederschlag pro qm. Der Durchschnittswert der Temperaturen lag bei 5 Grad, das sind 2 Grad mehr als in den zurückliegenden Jahren. Die Sonne lachte immerhin an 16 Tagen vom Himmel, für den vorletzten Jahresmonat eine stattliche Anzahl. Im Dezember machte sie sich allerdings rar, bis zum Winteranfang am 21. Dezember schien sie an 11 Tagen 23 Stunden. Während am 4. des Monats untertags noch +10 Grad erreicht wurden, sank die Temperatur bis zum 12. schrittweise auf minus 6 Grad ab. Dann stellte sich eine dauerhafte Frostperiode ein, in der am 13. Dezember in mittleren Lagen sogar minus 15 Grad erreicht wurden. Im Moldautal und unter dem Rachel war es in „Kaltluftseen“ zum Teil noch kälter. Das Mittel der Höchstwerte liegt, bezogen auf die ersten 3 Dezemberwochen, bei 0 Grad, das der Niedrigstwerte bei -5 Grad, so dass sich ein Temperaturschnitt von -2,5 Grad ergibt.

Kalendarisch beginnt der Winter dieses Jahr am 21. Dezember, um 22.47 Uhr (MESZ).

Das Foto zeigt einen stimmungsvollen Abendblick über die Schlössbacher und Rehberger Höhen zwischen Grainet und Freyung, aufgenommen vom 11. November (35 mm; f11; 1/80 sec).


- DH



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