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08.12.2022 16:15 Uhr
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Novemberwetter 2022 im Bayerwald

Ein Monat mit zwei Gesichtern

Dr. Fritz Haselbeck

Janusköpfig, mit einem wahren Doppelgesicht, zeigte sich das Wetter im heurigen Herbstmonat November. Abgesehen von zwei Tagen präsentierte sich dieses in den ersten zwei Wochen recht sonnig, jahrteszeitlich gemäß warm und mit kaum nenennswertem Niederschlag. Ab 16. November setzte dann, auf 10 Tage verteilt, regelmäßiger Niederschlag ein; wobei sich in mittleren und höheren Lagen immer öfter Schnee dazu mischte. In dieser Phase blieb die Temperaturkurve ohne nennenswerte Ausschläge. Es stellt sich eher flach dar, wobei sich die Aufzeichnungslinien zwischen plus sieben Grad am Tag und minus 2,5 Grad bei Nacht bewegen.

Über den gesamten Monat hin gesehen ergeben die Maximaltemperaturen einen Schnitt von +9 Grad (2020: +8 Grad; 2021: +6 Grad), der wärmste Tag war am 3. November mit erstaunlichen 17 Grad. Die Minimaltemperaturten liegen bei +1,4 Grad (2020: 0 Grad; 2021: -0,5 Grad), damit pendelt sich der Mittelwert bei +5,2 Grad ein. Die kälteste Nacht gab es am 27. November mit -2,5 Grad, in manchen Bachtälern war es allerdings noch frostiger. Der diesjährige November brachte um etwa zwei Grad höhere Temperaturen als der langjährige Durschschnitt, kann jedoch mit den extremen Wärmeschüben der vergangenen Monate nicht mithalten.

Der November prahlte vor zwei Jahren (2020) noch mit 135 Sonnenstunden, dieses hohe Maß stellt ganz sicher einen Ausnahmewert dar. 2021 konnte man deutlich weniger Stunden, nämlich nur 78 zählen. Der diesjährige Herbstmonat reiht sich mit kanpp 100 Stunden zwischen diese beiden Maßzahlen ein. Insgesamt lachte die Sonne an 16 Tagen vom blauen Himmel, wobei sie an 7 Tagen fast 8 Stunden lang schien. Hierbei bildeten sich des öfteren Föhnlagen aus, die uns jahreszeitlich milde Temperaturen und Fernsicht bis zu den Alpengipfeln bescherten.

Mit 88 Litern Niederschlagsmenge legte der Monat ein hohes Maß vor, im Jahr 2020 waren es 33, im letzten Jahr 65 Liter pro qm. Den regereichsten Tag gab es am 18. November mit 20 Litern pro qm, wobei der Regen in höheren Lagen über 1000 Meter in Schnee überging. Ab dieser Zeit gab es unbeständiges Wechselwetter, mal mit Regen, mal mit Schnee, wobei die Frostgrenze in unserem Bergland unregelmäßig auf- und abwärts wanderte. In den Kammlagen des Bayerwalds bildete sich bei Minustemperaturen eine etwa 20 cm hohe, bleibende Schneedecke. In den Niederungen bildeten sich örtlich unterschiedlich Nebel aus, die heuer nicht so so hoch hinaufstiegen wie sonst um diese Jahreszeit und sich auch nicht so hartnäckig hielten.

Manchmal wird der November im Jahresverlauf auch als “Dunkelmonat” bezeichnet, diesem Attribut wurde er heuer zur Freude von Nauturliebhabern und -genießern, Wanderern und Berggehern nur halbherzig gerecht.


- DH



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