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24.11.2022 20:25 Uhr
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Naturgebilde im Zauberland

„Ein Naturgebilde wie im Zauberland“

Dr. Fritz Haselbeck

Auf dem Sommerweg zum Lusen, noch unterhalb der Himmelsleiter stand dieses außerordentliche Naturgebilde (siehe Foto). Es wuchs unförmig auf einem vermodernden Baumwurzelgebilde von Fichtenresten. Ein wucherndes weiß-gelbliches Pilzgeflecht breitet sich schleierartig aus und umschließt dabei einen maroden, zerfallenden Hutpilz, er frisst ihn sozusagen auf. Dabei entzieht er ihm Nährstoffe und Wasser und sichert auf diese Weise sein Überleben. Parasitentum gibt es oftmals in der Natur, wobei das eine Wesen Nutzen für sich zum Schaden des anderen zieht. Der Bayerwald-Pilzexperte Peter Karasch kann das versteckte Gebilde im Inneren nicht mehr bestimmen, „da müsste man ihn vor Ort aufschneiden“! Das sichtbare äußere Pilzwesen, das sich im bemoosten Gehölz mit seinem Myzel fest verankert hat, sah einem kleinen Leuchtkörper gleich. Seine Bemantelung besteht aus unzähligen dünnen Fasern, die sich netzförmig ausdehnen. vermutlich eines hellen Schimmelpilzes. Karasch meint, es handle sich um einen Schimmelpilz, es könnten aber auch andere „pilzliche Hyperparasiten“ sein. Darunter versteht man Parasiten, die ihrerseits wieder Parasiten besiedeln. Auf jeden Fall sitzt in dem Exemplar im Bild ein Pilz auf einem Pilz (fungicoler Pilz), der radikal über ihn hergefallen ist. E sieht märchenhaft aus, ist farblich interessant und stellt für den Betrachter ein seltenes Naturschauspiel dar, das man in dieser Form in unseren Wäldern eher selten antrifft.


- DH



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