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07.07.2022 17:22 Uhr
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Bayerwald- Juniwetter 2022

 

Das Juniwetter 2022: Ein Mix an Wetterphänomenen

 

Dr. Fritz Haselbeck

 

Das heurige Juniwetter gab sich auffällig durchmischt, intensiver Sonnenschein mit subtropischer Wärme und heftige Regengüsse mit gewittrigen Abschnitten wechselten sich ab, nur die Woche vom 13. bis 20 Juni blieb weitgehend niederschlagsfrei. Dagegen gab es dann gegen Ende des Monats hin in Staffeln ausgiebiges Nass vom Himmel. Die bekannte „Schafskälte“ mit polarer Luftströmung, die in unserer Region zwischen dem 4. und 20. Juni oftmals eintritt, stellte sich dieses Jahr nicht ein. Am "Siebenschläfertag", dem 27. Juni, herrschte tagsüber heißes Sonnenscheinwetter, am späten Abend zogen aber von Südwesten her gewittrige Schauer herein. Nach alter Bauernregel ist dieser Tag ein wetterbedingter Lostag. Demgemäß können wir hoffen, dass in den nächsten sieben Wochen die Sonnenstrahlen überwiegen werden. Meteorologisch gesehen verbirgt sich hinter der „Siebenschläferregel“ keine Gesetzmäßigkeit, aber doch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, an der sich das bevorstehende Wetter ausrichtet.

Der heißesste Tag war am 27. Juni mit 32,5 Grad, die kühlste Nacht am 21. Juni mit 7,5 Grad. Die Maximaltemperaturen pendeln sich bei 24 Grad ein (2020: 20 Grad / 2021: 24 Grad), die Minimaltempetraturen bei 12 Grad (2020: 10 Grad / 2021: 12 Grad) ein. So errechnet sich eine durchschnittliche Junitemperatur von 18 Grad (2020: 15 Grad / 2021: 18 Grad). Im vergangenen Monat stellten sich zwei heiße Tage ein, das sind solche, an denen 30 Grad oder mehr erreicht werden: Das waren der 19. und der 27 Juni. Die Sonnenscheindauer bemisst sich auf 245 Stunden (2020: 170 Stunden / 2021: 275 Stunden). Länger als 12 Stunden schien die „liebe Warme“ an 9 Tagen, mehr als 13 Stunden an 7 Tagen, am 26. und 30. Juni konnte sie sogar die 14-Stundenmarke „knacken“. Es war der 7. Juni, an dem sie sich gar nicht zeigte.

Mit 200 Litern Regen pro qm setzte sich die Niederschlagsmenge mit deutlichem Abstand über den langjährigen Durchschnitt ab, deutschlandweit liegt dieser bei 82 Litern pro qm. 2020 gab es in Vergleich dazu 150 Liter, 2021 nur 85 Liter pro qm. Der nasseste Tag war der 24. Juni, an dem 48 Liter Regen pro qm niederprasselten. Am 5. wie 6. Juni zogen nach vorausgehendem straffen Ostwind anhaltende Gewitter mit Sturmböen über unsere Bayerwaldregion. Die erhobenen Messdaten orientieren sich an Wetteraufzeichnungen in Grainet-Hobelsberg auf 800 Metern Seehöhe. Ein alte Wetterrergel lautet: „Juni, feucht und warm, macht keinen Bauern arm!“ So gesehen dürfte unser Juniwetter 2022 eine reichlich gute Ernte in Aussicht stellen. Doch wir wissen auch, dass solche Weisheiten keine verbindliche Gewissheit, sondern lediglich Annahmen darstellen.

 


- DH



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