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06.05.2022 20:40 Uhr
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Aprilwetter 2022 im Bayerwald

Ein launischer April 2022 zwischen minus sieben und plus 23 Grad

Das Aprilwetter im Bayerischen Wald

 

Dr. Fritz Haselbeck

 

Charakteristisch für das heurige Aprilwetter in unserer Bayerwaldregion waren eine tagelang anhaltende Nordostströmungen mit kalter Festlandsluft und Böhmwind. Dabei gab es 14 Frosttage, an denen nachts und morgens die Nullgradgrenze z.T. deutlich unterschritten wurde. Ausgeglichen wurde dieser Negativtrend durch warme Südwetterphasen, bei föhnig heiterem Himmel. An 6 Tagen überschritt das Thermometer die 15-Gradmarke, der wärmste Tag brachte es am 13. April kurz vor Ostern sogar auf 23 Grad, während die Feirtage danach kühl und windig ausfielen. Die Maximaltemperaturen untertags ergeben einen Mittelwert von plus 10 Grad Celsius (2020: plus 16 Grad; 2021: plus 9 Grad), die Minimaltemperaturen nachts pendeln sich bei plus 1 Grad ein (2020: 0,5 Grad; 2021 0 Grad). In der kältesten Nacht, am 4. April konnte man minus 7 Grad messen. Im zweiten Frühlingsmonat geizte die Sonne jedoch mit ihren Strahlen: In Vergleich zu 2020 mit 275 Stunden (!) und zu 2021 mit immerhin 160 Stunden brachte es die „liebe Warme“ heuer nur auf 145 Stunden. An manchen Tagen zeigte sie sich nur in kurzen Phasen, eine Scheindauer von mehr als 11 Stunden konnte man an 5 Tagen verzeichnen, an 3 Tagen ließ sie sich überhaupt nicht sehen.

Gemessen an den beiden Vorjahren nahm die Niederschlagsmenge heuer deutlich zu: 82 Liter pro qm fielen vom Himmel, 2020 waren es 30 Liter, 2021 nur 24 Liter. Nach den auffallend warmen Witterungswochen in der zweiten Märzhälfte gab es zum Aprilbeginn einen merkbaren Kälteeinbruch, der bis zum 10. April Niederschlag mit sich brachte. Zunächst fiel Schnee, der das Land noch einmal dick einhüllte, danach setzten mit Drehung der Luftströmung von Ost auf West Regenfälle ein. Der 7. April reihte sich mit Sturmböen bis 70 km/h (gemessen in Grainet-Hobelsberg) in das launenhafte Wetter des Monats ein. Heftigen Wind aus der Ostrichtung gab es dann von 20. bis 24. April, dieser verstärkte sich manchentags sturmartig über die Häidelhängen herüber. Insgesamt blieben im letzten Monat 14 Tage niederschlagsfrei. Mit schönem Frühjahrswetter, bei angenehmen 17 Grad, verabschiedete sich der diesjährige April.

Seinem bekannten Motto „April, April, der weiß nicht, was er will“, konnte der Monat sehr wohl gerecht werden. Beim Wetter war alles dabei, Sonne und wolkenreicher Himmel, frostige Kälte und frühlingshafte Wärme, Regen, Schnee und Graupel, Böen, Sturm und Wundstille. Eines ließ der April dieses Jahr jedoch aus: Blitz und Donner!

Ein alter Bauernspruch lautet: „Bringt der April noch Schnee und Frost, gibt´s wenig Heu und sauren Most!“ Trifft diese Regel zu, würden die Ernteaussichten für den heurigen Sommer und Herbst wohl nicht so gut bestellt sein! Wer weiß? Während man in Wetterregeln früher viel Wahrheitsgehalt sah, schreibt man ihnen heute keine besondere Gültigkeit mehr zu.


- DH



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