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04.04.2022
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Märzwetter 2022 im Bayerwald

 

März-Wetterbillanz: Zwei Rekorde

(Dr. Fritz Haselbeck)

 

Das war heuer ein Märzwetter! Dieses erzielte auch in unserer Bayerwaldregion seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 zwei Rekorde: Der erste Topwert betrifft die Anzahl der Sonnenstunden im März, 236 waren es, der zweite die Niederschlagsmenge, die bei läppischen 7,5 Litern pro qm liegt! Den bisherigen Sonnenrekord hielt das Jahr 1953. Damals wurden deutschlandweit 227 Stunden gemessen, diese Messlatte wurde dieses Mal gerissen! Die geringe Regenmenge brachte im Landkreis mancherorts außergewöhnliche Trockenheit mit sich, die durch einen straffen Ostwind noch verstärkt wurde. Der erste Frühlingsmonat geizte allerdings mit Wärme, erst am 15. März stiegen die Nacht- und Morgentemperaturen über den Gefrierpunkt. Die auftretende „Trockenheit“ ist, je nach geografischer Gegebenheit, bei uns differenziert einzustufen: Während auf freien Feldflächen unter 700 Metern der Boden relativ rasch austrocknete, bildeten sich in Bachauen sowie in höher gelegenen Gebieten der Schneeschmelze zum Wohl der Natur ausreichend Feuchtflächen.

Im Monat März gab es nur zwei Tage, nämlich die letzten beiden, an denen die Sonne nicht schien. Der sonnenreichste Tag war der 28. März, mit 11,5 Stunden. Mehr als einen halben Monat lang strahlte die Sonne länger als 10, an 6 Tagen sogar länger als 11 Stunden vom Himmel. Erst ab 21. März ging es auch mit den Tagestmperaturen wahrnehmar aufwärts. Den wärmsten Tag konnte man am 27. März mit plus 18 Grad verzeichnen, die kühlste Nacht am 2. März mit minus 7,5 Grad. Insgesamt traten 18 Frostnächte auf, also solche, an denen die Quecksilbersäule unter null Grad absank. Untertags konnte man ausnahmsweise keine Minustemperaturen registrieren. Die durchschnittliche Maximaltemperatur lag bei 10 Grad, der Mittelwert der Minimaltemperatur bei minus 1 Grad. Diese Daten entsprechen Messungen auf 800 Metern Seehöhe.

Im vergangenen Monat fiel erstaunlich wenig Niederschlag, am 15. März waren es nur 7 Liter, am 30. März mal 0,5 Liter pro qm. Schnee machte sich ganz rar, am 7. März taumelten von Nordosten her ein paar Flocken durch die Lüfte. Ein kalter Nordost- und Ostwind, der am 9. und 10. März heftig blies, bescherte uns lange Zeit ungemütliche Tage, ehe zur Monatsmitte mit einer südlichen Strömung Saharastaub bis in die Bayerweldregion vordrang. Und danach war wieder ein kühler kontinentaler Wind ein ständiger Wetterbegleiter. Am 3. März konnte man um die Mittagszeit einen sogenannten „Halo-Effekt“ entdecken, der durch den geringen Einfallswinkel der Sonnenstrahlen dieses Mal relativ groß erschien. Ein heller, regenbogenfarbiger Ring beschreibt dieses Wetterphänomen, wobei das Licht auf kleine Eiskristalle in hohen dünnen Schleierwolken trifft.


- DH



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