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20.03.2022
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Winter 2021/2022: Ein Wetter mit Milde und Sturm

Ein Winter mit Milde und Sturm

Freyung-Grafenau

Zwei außergewöhnliche Phänomene kennzeichneten das Wetter des vergangenen Winters auch in unserer Bayerwaldregion: Zum einen brachte eine ausgeprägte Warmzone zum Jahreswechsel frühlingshafte Temperaturen, zum anderen zogen ab dem 17. Februar heftige Sturmtiefs mit peitschendem Regen übers Land.

Insgesamt zeigte sich das Winterwetter 2021/2022 nicht allzu streng, was Temperaturen und Niederschläge betrifft. Die Niederschlagsmenge betrug 260 Liter pro qm. Wir hatten 132 Frosttage (nur nachts unter null Grad) sowie 18 Eistage (auch tagsüber unter 0 Grad). Der niedrigste Temperaturwert war im „Kältepol“ Haidmühle am 21. Januar 2022 mit minus 14,5 Grad zu messen. Die Sonnenstunden pendeln sich, verglichen mit den Jahren zuvor, auf ein recht niedriges Maß ein, man konnte nur 270 davon zählen.

Nach dem kalendarischen Winterbeginn am 21. Dezeber 2021, gab es über die Weihnachtsfeiertage einigen Neuschnee. Danach setzte eine außergewöhnliche Milderungsphase mit viel Regen ein, wobei am 28. Dezember 32 Liter pro qm fielen. Mild und unbeständig ging es bis zum 5. Januar 2022 weiter, ehe dann die Temperaturen auch tagsüber in den Minusbereich absanken.

Am 4. Januar fielen 28 Liter Regen pro qm, in den Hochlagen über 1200 Metern Schnee. Nach Hl. Dreikönig ließ der Niederschlag deutlich nach. An 16 Tagen herrschte nicht nur nachts, sondern auch tagsüber Frost, gegen Monatsende stieg die Quecksilbersäule wieder über null Grad an. Der Januar 2022 weist eine Mitteltemperatur von minus 2,5 Grad Celsius auf.

Die nasskalte Witterung setzte sich im Februar fort, wobei am 6. intensiver Schneefall einsetzte. Die Schneehöhe erreichte bis zum Monatsende in den mittleren Lagen einen halben, in den Kammregionen - je nach Windverfrachtung – bis zu einem dreiviertel Meter Schnee. Bis 17. Februar gab sich bei strahlend blauem Himmel die Sonne ein willkommenes Stelldichein. Dieses wurde jedoch jäh unterbrochen, nachdem eine Kette von Tiefdruckgebieten mit reißenden Stürmen und milder Atlantikluft unser Wettergeschehen bestimmte. Die zweite Monatshälfte war durchsetzt von einem intensivem Wechsel von Regen, Schnee und Graupelschauern, es fielen 90 Liter Niederschlag pro qm. Der Temperaturschnitt lag bei plus 1,5 Grad, ein Wert der das langjährige Mittel um etwa 4 Gard übersteigt.

Bei leichter Nordostströmung führte sich mit viel Sonnenschein und blauem Himmel der März ein. Ein kurzes Wetterintermezzo brachte am 5. März kalte Temperaturen und leichten Flockenwirbel. An den Tagen um den 10. März blies ein eiskalter Böhmwind, so dass auch tagsüber die 10-Gradmarke (plus) nicht erreicht wurde. Am 15. März schob sich von Westen her ein schmales Wolkenband mit Regen über unsere Bayerwaldberge, an den übrigen Tagen war es bei prächtigem Sonnenschein völlig niederschlagsfrei.

Am 20. März, genau um 16:33 Uhr mitteleuropäischer Zeit, beginnt mit der Sonnenwende in unserer Region der kalendarische Frühling, der am 21. Juni 2022 um 11:13 Uhr endet.

(Dr. Fritz Haselbeck, Grainet)

 


- DH



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