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« zurück zur Übersicht | veröffentlicht am 02.12.2017 von Stephanie Bildl | 272 Klicksteilen auf

Umweltpreis ging an Karl Hagengruber

Regen. Im Rahmen der Agenda-Jahresabschlussfeier wurde der Umweltpreis des Landkreises an Karl Hagengruber verliehen. Eine Anerkennung ging zudem an Johannes Dalloz. Landrat Michael Adam würdigte mit seinen Laudationes die Einsatzkraft der Geehrten.

Zunächst stand Johannes Dalloz und sein Einsatz für die Mauersegler im Fokus. Die Anerkennung wurde bei der Wiedereinführung des Preises als „Respect-Award“ geschaffen, erklärte der Landrat und stellte heraus, dass sich Dalloz diesen Preis mehr als verdient habe. Zusammen mit seiner Frau Veronika hat er an seinem Haus und einem Schuppen auf seinem Grundstück 27 Nistplätze für Mauersegler geschaffen. Die Nistkästen sind genau auf die Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet und werden von Dalloz fachmännisch geprüft. Sie können gereinigt werden und auch Kameras sind in ihnen, so dass der Bruterfolg auch überwacht werden kann. „Die Ausgaben für das Baumaterial, die technische Ausstattung und die Zeit, die das Anbringen, Überwachen und Saubermachen der Nistkästen in Anspruch nimmt, leisten sich Frau und Herr Dalloz gerne. Sie verzichten sogar auf Urlaub in den Sommermonaten, um sich ihren Gästen voll widmen zu können“, wusste Adam zu berichten. Der Landrat gratulierte dem Ausgezeichneten und Dalloz nutzte die Gelegenheit um auf die Probleme der Mauersegler hinzuweisen. „Es gibt immer weniger Nistplätze“, berichtete er. Durch den Wegfall von Nistmöglichkeiten würden die Tiere auch in ungeeigneten Starenkästen und ähnlichen Orten brüten. Doch der Nachwuchs verkümmere dort, denn die Jungtiere müssen „Liegestütze machen, dass sie genug Kraft zum Fliegen haben.“ In Starenkästen fehle ihnen der Platz und so seien sie zum Fliegen zu schwach. Er hoffe, dass es weitere Bürger gibt, die Mauerseglernistkästen anbringen und den Tieren so helfen würden.

Landrat Michael Adam (li.), Kirchdorfs Bürgermeister Wildfeuer Alois Wildfeuer (2.v.li.) und die Umweltamtssachgebietsleiterin Lieselotte Bielmeier gratulierten dem Ehepaar Veronika und Johannes Dalloz zum Anerkennungspreis.
Landrat Michael Adam (li.), Kirchdorfs Bürgermeister Wildfeuer Alois Wildfeuer (2.v.li.) und die Umweltamtssachgebietsleiterin Lieselotte Bielmeier gratulierten dem Ehepaar Veronika und Johannes Dalloz zum Anerkennungspreis.

Danach bat Landrat Adam Karl Hagengruber nach vorne. Er bekam den Umweltpreis des Landkreises überreicht. „Das ist diesmal eine Auszeichnung für das Lebenswerk“, betonte Adam. Hagengruber war „mit der erste und der bislang längst gediente Naturschutzwächter. Im Jahr 1981 wurden Karl Hagengruber und Johann Mages vom damaligen Landrat Helmut Feuchtinger als erste Naturschutzwächter im Landkreis Regen berufen und mit Dienstausweis und Dienstabzeichen ausgestattet. Schon damals wurde darauf hingewiesen, dass die Naturschutzwächter keine „grünen Sheriffs“ sein, sondern vor allem beratend und vorbeugend wirken sollen“, berichtete Adam. Zu den Aufgaben von Hagengruber gehörten regelmäßige Streifengänge und Begehungen sowie Beratung und Information der Bevölkerung in Sachen Natur- und Artenschutz in den Gemeinden Böbrach, Teisnach, Geiersthal, Kollnburg und Viechtach. „Er war außerdem mehrere Jahre mit der Kontrolle von Pflegeflächen in diesem 150 Quadratkilometer großen Gebiet betraut, was er gewissenhaft und mit Augenmaß durchführte“, so der Landrat weiter.

Karl Hagengruber war ab 1994 zudem als Fledermausbetreuer tätig und war unter anderem an der Artenerfassung und Bestandsicherung der Fledermäuse in den Stollen des Silberbergs mit viel Engagement und Fachwissen beteiligt. Am Silberberg wurden insgesamt 15 verschiedene Fledermausarten festgestellt und Zählungen in den letzten Jahren ergaben zwischen 500 und 700 Tiere. „Seine Aufgaben als Naturschutzwächter erfüllte Herr Hagengruber sehr zuverlässig und mit großem Einsatz. Fast jeden Samstag war er auf Streifengängen in seinem Gebiet unterwegs, kümmerte sich aber auch engagiert um geschützte Lebensraumtypen und Arten wie die Moore in den Schachten oder den ungarischen Enzian am Arber“, weiß Adam. Er wusste auch, dass unter Karl Hagengrubers Federführung der Naturerlebnispfad Panoramasteig rund um den Spitzberg bei Schön/Zottling entstand, außerdem wirkte er bei der Ausweisung und Pflege von Langlaufloipen und Wanderwegen in der Region mit.

Karl Hagengruber (2.v.re.) wurde auf Vorschlag von Herbert Fuchs (re.) mit dem Umweltpreis ausgezeichnet, es gratulierten (v.li.) Landrat Michael Adam, Bürgermeister Werner Dietl und Lieselotte Bielmeier vom Fachreferat Umwelt.
Karl Hagengruber (2.v.re.) wurde auf Vorschlag von Herbert Fuchs (re.) mit dem Umweltpreis ausgezeichnet, es gratulierten (v.li.) Landrat Michael Adam, Bürgermeister Werner Dietl und Lieselotte Bielmeier vom Fachreferat Umwelt.

„Auch heute noch ist Karl Hagengruber fast täglich unterwegs und sammelt bei diesen Touren Abfälle auf. Karl Hagengruber zeigte und zeigt damit immer noch außerordentliches Engagement für Natur und Umwelt. Für seinen jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz als Naturschutzwächter darf ich Herrn Karl Hagengruber im Namen des Landkreises Regen den Umweltpreis 2017 überreichen und ihm dazu herzlich gratulieren“, so Adam abschließend.

Auch Hagengruber fand passende Worte des Dankes. Er habe sich gern für die Umwelt eingesetzt und werde auch künftig versuchen sich zu engagieren.


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Informationen zur Firma/Organisation

Der Landkreis Regen ist der nördlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Niederbayern. Im Norden grenzt er an die Oberpfalz, im Nordosten an Tschechien. Das Kreisgebiet wird ganz vom Bayerischen Wald bedeckt. Landkreis und Kreisstadt sind nach dem Fluss Regen benannt, dessen Quellfluss Schwarzer Regen das Kreisgebiet von Ost nach West in einem weiten Bogen durchzieht.
Ort:Poschetsrieder Straße 16
D-94209 Regen
Telefon:09921 601122
E-Mail:
Website:www.landkreis-regen.de


Quellenangaben

Landratsamt Regen




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