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02.11.2020 09:00 Uhr
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Callcenterbetrug – Festnahme nach massiven Vermögensschäden in Höhe von weit über einer Million Euro

NIEDERBAYERN. Mit der Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“ hat eine Tätergruppierung in den vergangenen Wochen zwei niederbayerische Mitbürger jeweils um einen sechsstelligen Eurobetrag gebracht. Nun konnte ein Abholer festgenommen werden. Weitere Ermittlungen laufen.

Seit Mitte September wurde eine Rentnerin aus dem Raum Deggendorf von falschen Polizeibeamten fast täglich angerufen und zunehmend eingeschüchtert. Unter ständig steigendem Druck wurde sie letztlich dazu gebracht, Vermögenswerte in Höhe von rund 600.000 Euro auszuhändigen. Darunter ein beträchtlicher Bargeldbetrag und große Mengen an Gold. Eingeleitete Ermittlungen ergaben Hinweise, dass am 26.10.2020 eine erneute Übergabe stattfinden sollte. Die Kriminalpolizei Niederbayern hat den Einsatz in enger Zusammenarbeit mit der örtlich zuständigen Polizeiinspektion Deggendorf, Unterstützungskräften der Operativen Ergänzungsdienste Straubing und der Staatsanwaltschaft Deggendorf vorbereitet und durchgeführt. Schließlich konnte am Dienstag (27.10.20) ein 33-jähriger Mann mit kosovarischer Staatsangehörigkeit festgenommen werden. Er wollte einen Koffer abholen, in welchem er wertvolle Goldbarren vermutet hatte. Der 33-Jährige wurde am Mittwoch der Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Deggendorf vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Deggendorf erging Haftbefehl. Er wurde umgehend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Im Rahmen der weiteren Ermittlungen konnte der 33-Jährige mit anderen gleichgelagerten Taten in ganz Bayern in Verbindung gebracht werden. Offenbar gehört er einer ausländischen Tätergruppierung an. Unter anderem wurde auch ein Rentner aus Straubing Opfer derselben Gruppierung. Er hatte bereits Anfang Oktober Gold im Wert von über 100.000€ und rund 35.000 Euro Bargeld an den 33-jährigen Abholer ausgehändigt.

Nach derzeitigen Erkenntnissen wurde der Kosovare nicht nur in Niederbayern, sondern im gesamten Bundesgebiet zur Abholung von Bargeld und Wertgegenständen bei älteren Personen eingesetzt. Unter dem Vorwand, dass es sich bei den Anrufern um Polizeibeamte handeln würde, die das Vermögen der Rentnerinnen und Rentner nach einem angeblichen Einbruch in der Nachbarschaft sicher verwahren würden, erhielt der Geldabholer nach aktuellem Ermittlungsstand Vermögenswerte von insgesamt weit über einer Million Euro übergeben. Das Bargeld und die Wertgegenstände gab er seinen Angaben zufolge an andere Mittäter weiter und erhielt dafür eine entsprechende Entlohnung. Weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen wurden diesbezügliche eingeleitet.

Die Polizei ruft in diesem Zusammenhang erneut dazu auf, Bekannte und Angehörige über die verschiedenen Betrugsmaschen und insbesondere die derzeit vermehrt auftretenden „Falschen Polizeibeamten“ aufzuklären. Auch wenn viele der Taten im Versuchsstadium bleiben, weil schon ein Großteil der Bevölkerung entsprechend informiert ist, kommt es doch immer wieder zu Fällen, bei denen Betroffene um ihre Vermögenswerte gebracht werden.

Polizeipräsidium NiederbayernStraubing

Quellenangaben

Polizeipräsidium Niederbayern



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