Wildunfall - Was tun?

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23.10.2020
Grafenau
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1 Kommentar

Die bevorstehende Zeitumstellung sowie die dunkle Jahreszeit bringen sie mit sich - Wildunfälle.

Eine unangenehme Situation für alle Beteiligten - Tiere auf der Fahrbahn. Manchmal kommen sie aus dem Nichts, oft wird man bereits durch ihre leuchtenden Augen vorgewarnt.

Durch schnelle Reaktion, dem richtigen Vorgehen und mit etwas Glück kann man einem Unfall noch aus dem Weg gehen. Leider sind in manchen Fällen Kollisionen jedoch unvermeidbar.

In ländlichen Regionen nicht ungewöhnlich, befindet sich oftmals ein Wald, einzelne Bäume oder eine Wiese neben der Straße. Bayern besteht beispielsweise zu 2,61 Millionen Hektar aus Wald. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch das ein oder andere Tier im Waldstück neben einer Straße wohnt und sich gelegentlich in den Straßenverkehr verirrt.

 

Auch Wildschweine sind wieder vermehrt in Bayern unterwegs. 

 

Was, wenn ein Wildtier auf der Straße oder am Straßenrand zu erkennen ist?

  • Zunächst sollten Sie das Fernlicht ausschalten, damit sich das Tier orientieren kann. Tiere können sich bei Flutlicht nicht orientieren und bleiben stehen. Auch ist das räumliche Wahrnehmen der Tiere beeinflusst. Sie können nicht erkennen, dass ein Auto auf sie zufährt.
  • Signalisieren Sie den hinteren Fahrzeugen eine Gefahr – Warnblinkanlage einschalten!
    So können sich auch die anderen Verkehrsteilnehmer auf die Gefahr vorbereiten und ausreichend Abstand einhalten.
  • Fuß vom Gas! Gehen Sie vom Gaspedal und versuchen Sie, kontrolliert abzubremsen (je nach Entfernung zum Tier).
  • Legen Sie beide Hände an das Lenkrad, um das Fahrzeug besser kontrollieren zu können.

 

Puh, gerade noch geschafft. Das Tier ist weg, aber war's das schon?
Diese Frage können wir mit einem klaren VIELLEICHT beantworten.

Denken Sie immer daran: Ein Waldbewohner kommt selten allein.
Vielleicht befinden sich am Straßenrand noch Nachzügler. Halten Sie hier also die Augen offen.

 

Was tun, wenn eine Kollision mit einem Tier unvermeidbar ist?

  • Halten Sie das Lenkrad mit beiden Händen fest und drücken Sie sich in den Sitz.
  • Bremsen Sie – weichen Sie jedoch nicht aus!
    Die Gefahr, dass Sie in den Gegenverkehr oder in einen Baum fahren, ist zu groß.
    WICHTIG: Schäden, die durch Ausweichmanöver entstehen, fallen nicht unter den Versicherungsschutz!
  • Bei Kleintieren (z.B. Katzen, Hase, Fuchs) dürfen Sie keine Vollbremsung machen!
    Sollte Ihnen hierbei jemand auffahren, könnten Sie die Schuld an dem Unfall bekommen.

 

Aufsteller vom Bayerischen Jagdverband e.V. weisen bereits jetzt schon auf den Wildwechsel in der Herbstzeit hin.

 

Was ist nach einer Kollision mit einem Tier zu beachten?

Wildtiere können sehr gefährlich sein. Der Instinkt der Tiere ist nach so einem Vorfall oft auf "Verteidigung" gestellt – vorausgesetzt das Tier lebt noch.

 

Was tun?

  • Sichern Sie die Unfallstelle mit Warnblinkanlage und dem Warndreieck (Autobahn 250 Meter, Landstraße 150 Meter, Innerorts 50 Meter von der Unfallstelle entfernt) ab.
  • Wenn es gefahrlos möglich ist, dann ziehen Sie das tote Tier von der Fahrbahn, um weitere Unfälle zu vermeiden. Hierbei sollten Sie dringend Handschuhe tragen, um sich vor möglichen Viren oder Bakterien zu schützen.
  • Wenn das Tier noch am Leben ist, fassen Sie es nicht an – Verletzungsgefahr!
  • Informieren Sie die örtliche Polizei über den Wildunfall. Auch wenn das Tier verletzt geflüchtet ist.
    Die Polizei informiert anschließend den zuständigen Jagdpächter über den Vorfall.
  • WICHTIG: Für Ihre Versicherung benötigen Sie i.d.R eine „Wildunfall-Bescheinigung“.
    Diese erhalten Sie vom zuständigen Jagdpächter oder der örtlichen Polizei.
  • Machen Sie mit Ihrem Handy oder einer Kamera ein paar Bilder für die Versicherung. Sowohl vom Unfallort, als auch vom Fahrzeug.
  • Das tote Tier darf nicht in den Kofferraum gepackt werden – dies zählt als Wilderei und ist strafbar.

 

Grundlegend ist zu beachten, dass gefährliche Bereiche mit Warnschildern gekennzeichnet sind. Hier sollten Sie langsam fahren und den Straßenrand im Auge behalten. Vor allem in der Morgen- oder Abenddämmerung ist besondere Vorsicht geboten.

Gerade in den Tagen nach der Zeitumstellung im Frühling und im Herbst sind die Tiere oft verwirrt, da ihr natürlicher Zeitplan jeweils um eine Stunde verschoben ist. So kommt es häufig zu Unfällen beispielsweise beim Hinweg bzw. Heimweg zur/von der Arbeit.

Viele Wildtiere sind außerdem nachtaktiv. Dadurch ist die Gefahr eines Wildunfalls im Herbst und Winter, der in diesen Jahreszeiten früher einsetzenden Dunkelheit entsprechend, höher.

Halten Sie die Augen offen und kommen Sie sicher an Ihr Ziel!

 

Was ist Ihnen schon passiert?
Schreiben Sie uns doch mal Ihre Erlebnisse. Hierzu finden Sie unten eine Kommentarfunktion. 


- SB



Quellenangaben

Fotos: Erich Rosenberger / Pixabay
Bildupload: Erich Rosenberger Erich Rosenberger Erich Rosenberger

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Kommentare

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Gerhard Kainz vor ca. 6 Jahre
Unsere Information zu Wildunfällen: wir hatten in der zurückliegenden Zeit zweimal eine Kollision mit Rehen zwischen Ebersdorf und Furth bei einer Geschwindigkeit von ca. 60 km/h. Der Blechschaden war jeweils enorm - die Schadensregulierung verlief problemlos. Einmal kam das Reh (nachts 23 h) unverhofft aus einem Acker, das andere mal (12 h mittags) sprang es über eine Leitplanke direkt auf die Motorhaube. Solche "Erlebnisse" brennen sich ein und nehmen Einfluss auf eine noch vorsichtigere Fahrweise, besonders in diesen Bereichen. Aber den nachfolgenden Verkehrsteilnehmern passt das nicht und diese fahren ganz dicht auf oder betätigen die Lichthupe. Bleibt einem nur der "üble" .Gedanke, dass sie auch mal so was erleben dürfen .....


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