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21.09.2020
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Die Alpen ziehen Massen von Urlaubern an

Die Alpen sind das höchste Gebirge im Inneren Europas. Die gesamte Alpenregion ist etwa 200.000 Quadratkilometer groß, und die meisten Bereiche sind für Touristen zugänglich. Gerade der Skitourismus wurde in den 60er und 70er Jahren in den Alpen stark ausgebaut, mit weitreichenden Folgen. Es wurde keine Vegetationspflege der Pisten im Sommer betrieben, was zu großen Umweltproblemen geführt hat.

Ein weiteres Problem war, dass viele Einheimische nicht vom Tourismus profitieren konnten und auf das Niveau von Hilfskräften zurückfielen. Geisterstädte entstanden, da es zu viele Ferienunterkünften in manchen Ortschaften gab, die außerhalb der Saison leer standen. Das führte dazu, dass viele Einheimische sich andere Vergnügungen im Internet gesucht haben. Online Casinos waren eine gute Abwechslung mit ihren aufregenden Automaten-Maschinen.  Gerade Starburst ist zu einem klassischen Automaten-Spiel geworden.

Massentourismus und seine Probleme

Die Belastungsgrenze für den Alpentourismus ist vielerorts bereits überschritten. Um die Massen an Tagesausflüglern und Urlaubern zu beherbergen, werden Straßen weiter ausgebaut und größere Hotels sowie Parkplätze errichtet. Immer mehr Freizeitaktivitäten werden für den Sommertourismus eröffnet, damit die Sommertouristen beschäftigt werden. Sommerrodelbahnen, Klettergärten und Großspielplätze belasten die Umwelt. Die Natur wird nur noch zur Hintergrundkulisse degradiert für die ganzen Event-Aktivitäten. Durch die Fokussierung auf den Tourismus wird das Verhältnis der Einheimischen zu den Touristen immer mehr belastet, da diese die Zerstörung ihrer Natur nicht mehr hinnehmen möchten.

Bestes Beispiel war der Plan, ein künstliches Allgäuer Dorf in bester Lage im Allgäu zu bauen. Damit wollten die Planer das Leben im Allgäu als Ferienpark darstellen. Ziel dieser Anlage war es, die Gäste durch Attraktionen die meisten Zeit in der Ferienanlage zu beschäftigen, ohne dass sie das Feriendorf verlassen müssten. Die angrenzenden Dörfer hätten keine Mehreinnahmen durch das Feriendorf erwirtschaftet. Dementsprechend war der Widerstand so groß, dass das Projekt abgesagt wurde.

Sanfter Tourismus ist der bessere Weg

Ohne Tourismus geht es allerdings auch nicht. Zu viele Menschen sind abhängig von den Einnahmen. Außerdem bieten die Alpen einen hohen Erholungswert. Berge üben eine ungebrochene Faszination auf die Menschen aus. Der richtige Weg ist weg vom Massentourismus hin zum sanften Tourismus. Die Berge und die Natur müssen wieder im Vordergrund stehen. Der Tourismus muss gezielt gesteuert werden und die Einheimischen müssen davon profitieren können. Die Preise müssen erhöht werden, damit die extra Einnahmen in die Bergpflege fließen können. Schließlich kommen die Gäste, um die Natur zu bewundern, zu wandern, mit dem Mountainbike die Berge zu erkunden oder eben Ski zu fahren.

Für diese Anstrengung müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die Alpenregion konkurriert mit anderen Ferienregionen auf der ganzen Welt und möchte sich attraktiv und aufregend präsentieren. Dennoch muss die sanfte Entwicklung im Vordergrund stehen. Die Alpen werden von vielen Menschen wegen der Natur und vielfältigen Wandermöglichkeiten besucht, und nicht weil es einen Klettergarten gibt. Den finden die meisten auch bei sich zu Hause. Der Alpentourismus muss sich wieder auf sein Ausstellungsmerkmal konzentrieren. Geführte Wandertouren bringen den Gästen die Schönheit der Berge nahe. Besuche bei den einheimischen Bauernhöfen offenbart Einblicke in das Leben in den Bergen. Der Anreiseverkehr muss gerade für die Tagesgäste sinnvoll gestaltet werden. Einige Hotels haben dies erkannt und bieten Gratis-Fahrscheine für die öffentlichen Nahverkehr an, um die Straßen zu entlasten.

Der Tourismus in den Alpen muss sich verändern und wieder zu seinen Wurzeln zurückfinden. Das ist eine Anstrengung, die nur gemeinsam geschafft werden kann. Wanderwege müssen gut ausgebaut werden und die Erholung sollte im Vordergrund stehen. Natürlich gibt es viele Spaßtouristen, die nach aufregenden Freizeitaktivitäten suchen, dennoch ist es nicht zu unterschätzen, dass mit jeder zusätzlichen Freizeitaktivität die Einzigartigkeit der Alpen verloren geht. Der Anreisetourismus sollte so gesteuert werden, dass der Fokus auf dem öffentlichen Verkehr liegt und nicht, dass die Gäste bis an den Fuß der Berge fahren können.


- sb |



Quellenangaben

Fotos: unsplash.com



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