Zum Tag des Baumes am 25. April rückt der bayerische Naturschutzverband LBV die Bedeutung heimischer Baumarten in den Fokus. Sie gelten als entscheidender Baustein, um Wälder widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Viele heimische Arten sind erstaunlich gut an unterschiedliche und sich verändernde Klimabedingungen angepasst. In ihnen steckt eine enorme Widerstandskraft, betont LBV Waldreferent Dr. Christian Stierstorfer. Statt auf vermeintlich klimaresistente, nichtheimische Bäume zu setzen, plädiert der Verband dafür, die natürlichen Stärken der heimischen Wälder gezielt zu nutzen.
Besonders auch weniger bekannte Baumarten spielen dabei eine wichtige Rolle. Elsbeere, Spitzahorn, Feldahorn oder Sommerlinde kommen oft besser mit Hitze und Trockenheit zurecht, als viele vermuten. Auch die Weißtanne wird vom LBV als zukunftsfähige Baumart hervorgehoben. Durch ihre tiefen Wurzeln ist sie stabiler gegenüber Stürmen und Trockenperioden als etwa die Fichte.

Heimische Baumarten wie die Elsbeere sind wichtige Bestandteile naturnaher Wälder
Mit Stiel und Traubeneiche sowie der Rotbuche stehen weitere wichtige Baumarten zur Verfügung, die den Wald der Zukunft prägen können. Sie sorgen nicht nur für Stabilität, sondern auch für eine hohe ökologische Vielfalt.
Eine besondere Rolle kommt der Zitterpappel, auch Aspe genannt, zu. Als Baum des Jahres 2026 gehört sie zu den sogenannten Pionierbäumen. Sie besiedelt schnell offene Flächen, etwa nach Sturmschäden oder Borkenkäferbefall, und bereitet so den Boden für andere Arten vor. Gemeinsam mit der Birke trägt sie wesentlich dazu bei, dass sich Wälder natürlich erneuern können.
Kritisch sieht der LBV hingegen den verstärkten Einsatz nichtheimischer Baumarten wie Douglasie, Roteiche oder Zeder. Diese gelten zwar oft als besonders robust, bieten jedoch vielen heimischen Tier und Pflanzenarten keinen geeigneten Lebensraum. Zudem können sie das Gleichgewicht gewachsener Ökosysteme stören.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, wie anfällig einseitige Bestände sind. Vor allem Fichtenmonokulturen leiden stark unter Trockenheit und sind besonders anfällig für den Borkenkäfer. Mischwälder mit vielfältigen, heimischen Baumarten erweisen sich dagegen als deutlich stabiler.

Die Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026 und spielt eine wichtige Rolle im Waldumbau
Für den LBV steht daher fest, dass naturnahe, artenreiche Wälder der Schlüssel für eine nachhaltige und klimafitte Zukunft sind.

LBV-Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V