Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis sind zu einem internationalen Netzwerktreffen rund um Caritas und Diakonie in Bielefeld zusammengekommen. Im Mittelpunkt stand die Frage nach dem Selbstverständnis der Disziplinen zwischen wissenschaftlicher Reflexion und praktischer Anwendung.
Zum Auftakt betonten mehrere Professorinnen und Professoren die Bedeutung einer klaren Standortbestimmung. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung bewege sich im Spannungsfeld zwischen theologischer Reflexion, sozial- und gesundheitswissenschaftlicher Forschung sowie konkreter Praxis. Genau diese Verbindung mache die besondere Stärke des Fachbereichs aus.
Auch die Perspektive der großen Wohlfahrtsverbände spielte eine zentrale Rolle. Die Präsidenten von Caritas und Diakonie unterstrichen, dass tragfähige Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen nur im engen Zusammenspiel von Forschung und Praxis entstehen können.
Der internationale Charakter prägte die gesamte Veranstaltung. Beiträge aus Österreich, Norwegen und dem Vereinigten Königreich erweiterten den Blick über Deutschland hinaus. Ergänzt wurde dies durch Impulse aus weiteren europäischen Ländern sowie aus Asien. Dabei wurde deutlich, dass sich caritative und diakonische Arbeit weltweit ähnlichen Herausforderungen stellen muss.
In verschiedenen Workshops wurden zentrale Themen vertieft. Diskutiert wurden unter anderem das Verhältnis von Theologie und Sozialer Arbeit, empirische Forschungsmethoden sowie internationale Perspektiven. Fachbeiträge aus unterschiedlichen Hochschulen verdeutlichten die große Bandbreite der Disziplin.
Auch der Austausch außerhalb der offiziellen Programmpunkte spielte eine wichtige Rolle. Kurzvorträge beim gemeinsamen Abendessen griffen zentrale Fragestellungen auf und führten die Diskussionen in lockerer Atmosphäre weiter.

v. l.: PD Dr. Simon Hofstetter, Prof. Dr. Björn Görder, Prof. Dr. Michael Wittland, Prof. Dr. Bernhard Bleyer, Prof. Dr. Christian Oelschlägel, Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa, Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch, Diakon Damian Ostermann, Prof. Dr. Anika Albert.
Einen besonderen Impuls setzte eine Bischöfin, die die Verbindung von Wissenschaft und kirchlicher Praxis hervorhob. Sie machte deutlich, wie wichtig wissenschaftliche Erkenntnisse für die Weiterentwicklung kirchlicher und sozialer Arbeit sind.
Praxisnahe Einblicke in Einrichtungen der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zeigten zudem, wie wissenschaftliche Erkenntnisse konkret umgesetzt werden. Das Treffen machte insgesamt deutlich, dass die Netzwerke rund um Caritas und Diakonie längst europaweit aufgestellt sind und ihre Stärke im Zusammenspiel von Forschung, Praxis und internationalem Austausch liegt.

Caritasverband für die Diözese Passau e. V.