Das Theaterprojekt KULTURmobil 2026 steht in den Startlöchern. Bei einem Konzeptionsgespräch in Landshut konkretisierten die Beteiligten die künstlerische Planung für die diesjährige Spielzeit. Auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich informierte sich über das Programm der neuen Tournee.
Vorgestellt wurden die Inszenierungskonzepte für zwei neue Stücke. Regisseurin Susanne Schemschies vom Gärtnerplatztheater München übernimmt die Regie beim Kinder- und Familienprogramm Lahme Ente, blindes Huhn nach Ulrich Hub. Die Geschichte erzählt von einer Ente und einem Huhn, die als ungleiches Duo zueinanderfinden, gemeinsam eine abenteuerliche Reise unternehmen und sich trotz oder gerade wegen ihrer Einschränkungen ihren Platz im Leben erobern.
Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Fantasie und Mut. Auch musikalisch soll das Stück einiges bieten. Die eigens für die Inszenierung geschriebene Musik reicht laut Vorstellung vom Luis Trenker inspirierten Bergwanderer Lied bis hin zu Klängen, die an Indiana Jones erinnern. Komponist Martin Kubetz gab dazu bereits einen ersten Einblick.

Im Bild: (v. l., 1. Reihe) Claudia Weinhart, Dr. Laurenz Schulz, Achim Bieler, Susanne Schemschies, Dr. Clemens Knobling; (2. Reihe), Dr. Olaf Heinrich, Hanna Schnelle, Gerhard Schuller, Lena Baumann, Martin Kubetz und Daniel Zacher
Das Bühnenbild von Claudia Weinhart ist auf schnelle Szenenwechsel und wirkungsvolle Illusionen ausgelegt. Die Kostümentwürfe von Lena Baumann lassen zudem eine schillernde Ente und ein ausbordendes Rüschenchaos beim titelgebenden Huhn erwarten.
Für das Abendprogramm stellte Regisseur Achim Bieler von der Athanor Akademie Passau seine Ideen zu Faust 1 + 2 + 3 von Felix Krakau vor. Das Stück erzählt Goethes berühmte Vorlage grundlegend neu und verbindet wichtige Figuren und Szenen des Originals mit einem humorvollen, kritischen und modernen Zugriff. Vor allem das Frauenbild der Vorlage wird dabei hinterfragt.
Faust, Gretchen und Mephisto bleiben zentrale Figuren, steigen aber stellenweise aus der Handlung aus, um das Geschehen zu kommentieren oder infrage zu stellen. Die Inszenierung setzt auf aufgebrochene Szenenillusionen, schnelle Rollenwechsel, stilistische Vielfalt und große Lebendigkeit. Im Zentrum stehen menschliche Abgründe wie Gier, Unersättlichkeit, Allmachtsambitionen und Rücksichtslosigkeit.
Auch bei diesem Stück spielt die Musik eine wichtige Rolle. Akkordeonist Daniel Zacher hat sie komponiert und wird sie bei den Gastspielen live auf der Bühne spielen. Seine Hörproben reichten von melancholisch über wild bis ironisch und unterstrichen die unterschiedlichen Stimmungen der Inszenierung. Ebenso vielfältig präsentieren sich die Kostüme, die von spießiger Kleidung für Faust bis zum Club Outfit für Mephisto reichen. Das Bühnenbild greift die Verbindung von Himmel und Hölle ebenso auf wie Showelemente.
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich zeigte sich von den vorgestellten Konzepten angetan. KULTURmobil sei für viele Gemeinden in Niederbayern ein kulturelles Highlight und bringe auch in diesem Jahr wieder professionelles Theater direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern.
Die Tournee von KULTURmobil 2026 beginnt am 6. Juni und läuft bis zum 30. August. In diesem Zeitraum werden 30 Kommunen in Niederbayern besucht.

Kulturreferat - Bezirk Niederbayern