Mit welchen Herausforderungen kämpfen kleine Volkshochschulen im ländlichen Raum und wie kann hochwertige Erwachsenenbildung trotz großer Entfernungen und begrenzter Mittel gesichert werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Fachdialogs in Grafenau.
Im Rahmen ihrer Bayerntour besuchte die Präsidentin des Bayerischen Volkshochschulverbands Dr Ute Eiling Hütig MdL die Volkshochschule Freyung Grafenau, um sich mit Verantwortlichen vor Ort über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.
Landrat Sebastian Gruber betonte bei der Begrüßung die zentrale Rolle der Volkshochschule für die Region. Die vhs sei weit mehr als eine Bildungseinrichtung. Sie sei ein wichtiger Ort der Begegnung und trage wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt im Landkreis bei.
Zum Austausch eingeladen waren neben der Präsidentin auch Vertreter anderer Volkshochschulen sowie des Bayerischen Volkshochschulverbands. Mit dabei waren unter anderem Dr Regine Sgodda und Dr Christian Hörmann aus dem Vorstand des BVV, Matthias Bendl von der Volkshochschule Mainburg, Peter Kratzer vom Zweckverband Volkshochschule für Stadt und Landkreis Passau sowie Wolfgang Günther, Leiter der Volkshochschule Arberland.
Ein zentrales Thema waren die finanziellen Rahmenbedingungen für Bildungseinrichtungen im ländlichen Raum. Kleine Geschäftsstellen verfügen häufig über begrenzte Mittel, müssen gleichzeitig aber große geografische Flächen abdecken und eine weit verstreute Bevölkerung erreichen.

Die Präsidentin des Bayerischen Volkshochschulverbands BVV Dr Ute Eiling Hütig MdL links unterhielt sich unter anderem mit Landrat Sebastian Gruber rechts und vhs Leiterin Dr Karina Fisch vorne Mitte über die Herausforderungen mit denen kleine ländliche Volkshochschulen zu kämpfen haben.
Auch die Mobilität der Bevölkerung spielt eine wichtige Rolle. Viele Menschen pendeln täglich, andere sind auf ein geringes Angebot im öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Dadurch wird die Organisation klassischer Präsenzkurse deutlich schwieriger.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die aktuelle Situation bei Integrationskursen. Seit Dezember 2025 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Zulassung neuer Teilnehmender für staatlich geförderte Kurse bundesweit gestoppt. Für Bildungsträger und Lehrkräfte führt dies zu großer Unsicherheit.
Dr Karina Fisch, Leiterin der vhs Freyung Grafenau, erklärte, dass diese Situation besonders ländliche Regionen treffe. Dort gebe es ohnehin weniger Kursangebote und längere Anfahrtswege für die Teilnehmenden.
Am Ende des Fachdialogs waren sich die Beteiligten einig, dass eine stärkere Vernetzung zwischen ländlichen und größeren Volkshochschulen wichtig ist. Gemeinsam wollen sie ihre Erfahrungen künftig stärker in politische Entscheidungsprozesse einbringen.

Landratsamt Freyung-Grafenau