Vorratshaltung neu gedacht: Tradition trifft Notfallvorsorge

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31.01.2026
Passau
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Wenn starker Schneefall Straßen unpassierbar macht, Hochwasser die Hausbewohner von der Außenwelt abschneidet oder ein Stromausfall wie in diesem Jahr in Berlin den Alltag lahmlegt, kann ein gut gefüllter Vorratsschrank entscheidend sein. Gerade in Bayern erlebt die Vorratshaltung, eine bewährte Tradition unserer Großeltern, aktuell ein Comeback. Auch an der Landwirtschaftsschule Passau, Abteilung Hauswirtschaft, ist das Thema fester Bestandteil des Lehrplans.

 

Abteilungsleiterin Sieglinde Preuß erklärt: „Vorratshaltung war früher selbstverständlich. Unsere Großeltern machten Lebensmittel haltbar, um sie gezielt für Notfälle einzulagern. Heute sind wir ständige Verfügbarkeit gewohnt – das kann im Krisenfall zum Problem werden.“ Eine gute Planung spart Zeit, macht unabhängiger von Ladenöffnungszeiten und schont das Portemonnaie. Dabei geht es nicht ums Hamstern, sondern um vernünftiges Vorsorgen.

 

Zwei Frauen stehen hinter einem Tisch mit zahlreichen haltbaren Lebensmitteln, darunter Wasserflaschen, Konserven, Nudeln und Obst. Im Hintergrund ein Aufsteller des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau.
Abteilungsleiterin Sieglinde Preuß (li) und Monika Rothbächer, Lehrerin im Unterrichtsfach „Ernährung und Lebensmittel“ (re), zeigen eine Auswahl an Lebensmitteln, die den Bedarf eines Zweipersonenhaushaltes für drei Tage abdecken kann. Bei größeren Familien muss dieser entsprechend hochgerechnet werden.

 

Monika Rothbächer, Lehrerin für Ernährung und Lebensmittel, hat mit den Studierenden die Grundlagen der privaten Ernährungsnotfallvorsorge erarbeitet. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus empfiehlt, einen Vorrat für mindestens zehn Tage anzulegen. Wer wenig Platz hat, sollte zumindest für drei Tage vorsorgen – besser als gar nicht. Entscheidend ist die Auswahl: Getreideprodukte, Milch, Obst, Gemüse, Eiweißquellen und besonders Trinkwasser gehören auf den Notfallplan. Pro Person werden rund zwei Liter Wasser pro Tag empfohlen, ein halber Liter davon für die Zubereitung von Speisen. Auch persönliche Vorlieben, Allergien oder Diätvorschriften sollten berücksichtigt werden.

 

Im praktischen Teil haben die Studierenden der Abteilung Hauswirtschaft mit Fachlehrerin Vanessa Handl in „Küchenpraxis“ gelernt, wie man Vorräte selbst herstellt und haltbar macht: Obst und Gemüse wurden eingekocht, Fruchtaufstriche zubereitet, Kräuter getrocknet und Gemüse in Öl oder Essig eingelegt. Sogar fertige Gerichte können eingekocht und so über Monate gelagert werden. Voraussetzung ist sauberes Arbeiten, das Verwenden einwandfreier Lebensmittel und das Einhalten der Hygiene-Regeln.

 

Drei junge Frauen stehen hinter einer Arbeitsfläche mit zahlreichen Einmachgläsern und selbstgemachten Vorräten. Im Hintergrund ein Aufsteller zum einsemestrigen Studiengang Hauswirtschaft und eine grüne Tafel.
Die Studierenden Ann-Cathrin Gottinger und Claudia Murr haben im Unterrichtsfach „Küchenpraxis“ verschiedene Formen der Haltbarmachung von Lebensmitteln kennen gelernt. Lehrerin Vanessa Handl (li) präsentiert mit ihnen einen Teil der Ergebnisse.

 

Wer sich unsicher ist, was in den eigenen Vorrat gehört, findet praktische Tipps sowie den Vorratskalkulator des Bundesernährungsministeriums online beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.


- JS


Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten PassauAmt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten PassauPassau

Quellenangaben

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau

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