Zwei Stunden vor Abmarsch herrschte reges Treiben vor dem Rathaus. Glühwein und Kinderpunsch wurden in der vom Weihnachtsmarkt stehen gebliebenen Hütte der Wasserwacht vorbereitet, Feuertonnen und Feuerschale wurden angeheizt, was sich bei starkem Schneefall als gar nicht so einfach erwies. In der zweiten Hütte backten frische Bauernkrapfen, die noch warm in die Hand gegeben wurden. Das Weiß vom Himmel bildete die perfekte Kulisse für den diesjährigen Fackelzug zum Handlberg zur Erinnerung an die Aidenbacher Bauernschlacht.
Bei Eiseskälte und immer mal wieder fallenden Flocken marschierten die über 50 Personen mit ihren Fackeln in der Hand vom Rathaus ab. Die Mitglieder des Kultur- und Festspielvereins waren in ihren Kostümen gewandet, denn die erste Szene wurde schon am Marktplatz aufgeführt. Umrahmt von der weithin bekannten goldigen Weihnachtsbeleuchtung am Marktplatz bahnte sich der Fackelzug den Weg in Richtung Park.

Der Fackelzug schlängelte sich über den beleuchteten Aidenbacher Marktplatz
Hier erwarteten die Marschierenden die Darsteller an einer Feuerschale, eine Szene, die das Feldlager der Bauern zeigte. Mit den Füßen im frisch gefallenen Schnee standen die Zuschauer da und horchten staunend den aufbrausenden Stimmen der Schauspieler. Weiter ging es zu einer zweiten Station kurz vor der Teerstraße. Dort standen Soldaten ebenfalls an einer Feuerstelle und die Figur der Bauernschlacht Georg Friedrich Freiherr von Kriechbaum berichtete über die Niederschlagung des Aufstands.
Mit Blick auf das von der Feuerwehr eigens beleuchtete Denkmal Handlberg über der Ortschaft marschierte der Fackelzug weiter, die Anhöhe schnaufend hinauf. Von oben erklang das Schnitterlied, gesungen von den Bäuerinnen. Kalt war es, aber der Anblick durch den Schnee und die klare Sicht imposant wie selten zuvor. Vom Kleeberg her hörte man die Böllerschüsse der Reschndobler Schützen. Die Aidenbacher Bauernkämpfer, ebenfalls hartgesotten im Kostüm, waren an ihrer Kanone bereit zu antworten.
Im Feuerschein des flackernden Feuers hielt Matthias Christlmeier als Schwarzer Bauer mit der Sense in der Hand einen eindringlichen Monolog über den traurigen Ausgang der Bauernschlacht von Aidenbach 1706, der die gesamte Gruppe betroffen schweigen ließ. Anschließend fanden Bürgermeister Robert Grabler und der katholische Pfarrer Sebastian Wild andenkende Worte an die damaligen Geschehnisse, den Gefallenen wurde mit einem Gebet gedacht.
Durch den knirschenden Schnee ging es zurück zum Marktplatz, wo der Kultur- und Festspielverein heiße Gulaschsuppe und Heißgetränke vorbereitet hatte, was das Verweilen besonders angenehm machte. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Veranstaltung dieses Jahr durch das Winterwetter einen außergewöhnlichen Zauber inne hatte, der allen besonders in Erinnerung bleiben wird.

Markt Aidenbach