Grenzüberschreitender Luftrettungsdienst: Initiative für 24/7-Flugbetrieb in Suben

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12.01.2026
Suben
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Kürzlich besuchte Oberbürgermeister Jürgen Dupper den Luftrettungsstützpunkt in Suben, um sich vor Ort zusammen mit der Landeshauptmann-Stellvertreterin von Oberösterreich, Christine Haberlander, und Landrat Raimund Kneidinger über die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Notfallversorgung auszutauschen. Im Mittelpunkt standen rechtliche, organisatorische und finanzielle Herausforderungen eines grenzüberschreitenden 24/7-Flugbetriebs.

 

Oberbürgermeister Jürgen Dupper betonte, dass der gemeinsam betriebene Rettungshubschrauber Christophorus 3 seit vielen Jahren eine Erfolgsgeschichte sei. Aus Sicht der Region Passau bestehe der Wunsch, die Betriebszeiten in die Nachtstunden auszuweiten. Er dankte Christine Haberlander für die Initiative und kündigte an, seinen Beitrag zu leisten, damit sich auch die bayerische Seite dem Thema weiter nähert.

 

Mehrere Personen stehen auf einem Hubschrauberlandeplatz vor einem gelben Rettungshubschrauber und posieren für ein Gruppenfoto.
Bild v. l.: Flugretter Dr. Christoph Fiegl, Stützpunkteiter Cpt. Johannes Schöffl, ÖAMTC-Flugrettung Geschäftsführer Marco Trefanitz, Landrat Raimund Kneidinger, Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander, Oberbürgermeister Jürgen Dupper, Bürgermeister Gemeinde Suben Markus Wimmer und Vize-Bürgermeister Gemeinde Suben Werner Moser.

 

Auch Landrat Raimund Kneidinger unterstrich die gemeinsame Zielsetzung. Der Termin habe gezeigt, dass die politischen Vertreter beiderseits der Grenze mit dem gleichen Anliegen antreten, um die Notfallversorgung entscheidend zu verbessern. Die gemeinsame Haltung sei ein starkes Signal an die Kostenträger. Für die Menschen im Landkreis Passau wäre ein Nachtflugbetrieb aus seiner Sicht ein Quantensprung.

 

Wie Christine Haberlander bereits im Sommer 2025 angekündigt hatte, verfolgt Oberösterreich das Ziel eines durchgehenden 24-Stunden-Flugbetriebs. Hintergrund ist eine Versorgungslücke: Der Westen Österreichs verfügt derzeit über keinen nachtflugfähigen Rettungshubschrauber. Bundesweite Nachtflugkapazitäten sind aktuell ausschließlich in Niederösterreich und der Steiermark stationiert. Um diese Lücke zu schließen, soll die Notfallversorgung weiter modernisiert und flächendeckend ausgebaut werden.

 

Einigkeit bestand darüber, dass nationale Grenzen in der Notfallversorgung keine Rolle spielen dürfen. Für einen erfolgreichen grenzüberschreitenden Betrieb sind gemeinsame Lösungen erforderlich. Neben dem Land Oberösterreich und der ÖAMTC-Flugrettung sollen auch der ADAC sowie der Freistaat Bayern in das Projekt eingebunden werden.

 

Als bevorzugter Standort für den 24/7-Notarzthubschrauber ist Suben vorgesehen. Der Stützpunkt im Grenzgebiet zu Niederbayern könnte mit einem nächtlichen Einsatzradius von rund 30 Flugminuten nicht nur Oberösterreich, sondern auch den Raum Passau und angrenzende Teile Niederbayerns zuverlässig im Nachtbetrieb versorgen.

 

Ziel ist der Start des durchgehenden 24/7-Flugbetriebs gemeinsam mit der ÖAMTC-Flugrettung im Laufe des Jahres 2026. Erfahrungen aus bestehenden Nachtflug-Standorten zeigen den Nutzen dieser Form der Notfallversorgung: Im Jahr 2024 wurden von den 24/7-Stützpunkten in Niederösterreich und der Steiermark insgesamt 776 Nachteinsätze geflogen.

 

Ein sicherer Nachtflugbetrieb erfordert speziell ausgebildete Crews, technisch angepasste Notarzthubschrauber sowie modernste Flugtechnik. Diese Standards sollen auch für den geplanten Standort in Suben gewährleistet werden. In den Sommermonaten übernimmt die ÖAMTC-Flugrettung den Flugbetrieb in Suben. In den Wintermonaten kommt für das Winterhalbjahr die ADAC-Luftrettung mit einer eigenen Maschine zum Einsatz, da die ÖAMTC-Hubschrauber in dieser Zeit für zusätzliche Standorte in Skigebieten benötigt werden.

 

Bereits seit dem Jahr 2002 gibt es zwischen dem Freistaat Bayern und dem Land Oberösterreich die Vereinbarung, einen grenzüberschreitenden Luftrettungsdienst als europäisches Modellprojekt einzusetzen und dafür einen gemeinsamen Stützpunkt in Suben zu betreiben. 2015 wurde dazu ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen dem Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung und den zuständigen Tochterfirmen von ADAC und ÖAMTC abgeschlossen.


- KM


Stadt PassauStadt PassauPassau

Quellenangaben

Land OÖ (Foto: Kauder)

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