Handynutzung am Steuer: Steigende Tendenz bei der Unfallursache Ablenkung

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11.11.2024 10:09 Uhr
Passau
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Studien belegen, dass jeder zweite Fahranfänger in Deutschland das Handy während der Fahrt zum Telefonieren und anderen Tätigkeiten, wie z.B. Nachrichten schreiben nutzt. Dabei ist das Handy ständiger Begleiter rund um die Uhr, so auch beim Autofahren. Studien belegen, dass junge Fahrer hier auf Grund ihrer technischen Affinität meist mehr gefährdet sind, das Handy während der Fahrt zu nutzen.

 

Auswertungen zu polizeilich registrierten Ablenkungsunfälle ergaben insgesamt 314 (2022: 272 / + 15,44 %) Vorgänge. Hierbei wurden 182 Personen verletzt (2022: 146 / + 24,66 %) und eine Person getötet (2022: 1 / +/- 0,0 %). Besonders anzumerken ist, dass bei den insgesamt statistisch erfassten 63 tödlichen Verkehrsunfällen in 18 Vorgängen eine ungeklärte Unfallursache erfasst wurde. Aus polizeilicher Sicht kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich hierbei um Ablenkungsunfälle handelt.

 

 

Polizei Passau appelliert deshalb an Verkehrsteilnehmer

 

Die Polizeiinspektion Passau appelliert, dass jeder, der ein Fahrzeug lenkt und meint, er müsse nur schnell die Mails am Handy „checken“ oder auf eine Textnachricht antworten, sowohl sein eigenes Leben, als auch das der anderen riskiert. Ein Blick aufs Handy, auch nur für wenige Sekunden bedeutet: Das Auto legt viele Meter zurück, in dieser Zeit sieht man nichts, hier befindet man sich in einem sogenannte Blindflug. Bei einem drei Sekunden dauernden Blick aufs Handy im Stadtverkehr mit 50 km/h, legt man hier eine Strecke von 42m zurück. In dieser Zeit besteht ein enormes Risiko, in den Gegenverkehr zu gelangen.

 

Die Dunkelziffer für die Nutzung von Mobiltelefone während der Fahrt ist wesentlich höher als die festgestellten Verstöße.

 

Zwei Unfallarten treten hier auf:

  • Fahrunfall (Abkommen von der Fahrbahn nach rechts)
  • Längsunfall (Verstoß gegen Rechtsfahrgebot und Kollision mit dem Gegenverkehr).

 

Folgend werden zwei Fallbeispiele genannt.

 

Fall 1:

Im Sommer 2024 verlor eine 23-jährige Autofahrerin auf der A3 die Kontrolle über ihren Pkw, in dessen Folge es zu einem Zusammenstoß mit Leitplanken und zwei weiteren Fahrzeugen kam. Die Fahrerin wurde so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen erlag. 

Bei der Aufnahme ließ sich vor Ort zunächst nicht klären, warum es zu dem folgenschweren Unfall kam. Sämtliche äußere Ursachen, wie Straßen- und Sicht-/Wetterverhältnisse, konnten ausgeschlossen werden. Technischer Defekt am Fahrzeug oder Fremdbeteiligung waren ebenfalls nicht feststellbar. Die Fahrerin hielt bei der Bergung noch ihr eingeschaltetes Smartphone in der Hand. Darauf gingen fortlaufend Nachrichten eines Messenger-Dienstes ein. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass die Fahrerin unmittelbar vor dem Unfall möglicherweise in der App „Snapchat“ aktiv war.

 

Fall 2:

Im Frühjahr 2023 verunglückte ein 20-jähriger Mann auf der B12 im Bereich der Polizeiinspektion Freyung tödlich. Laut Zeugenangaben war er, augenscheinlich ohne erkennbaren Grund, während der Fahrt immer weiter auf die Gegenfahrbahn geraten und schließlich frontal in einen entgegenkommenden Pkw geprallt. Auch in diesem Fall hielt der 20-Jährige bei Eintreffen der Rettungskräfte noch sein Telefon in der Hand. Vermutlich war er aufgrund Benutzung des Handys abgelenkt und konnte deswegen seine Spur nicht halten.

 

Zur Frage nach den häufigsten Unfallarten geben die beiden Beispiele einen Anhalt. Natürlich kommt es bei Nutzung des Handys am Steuer zu den typischen Unfällen durch Ablenkung. Häufig wird dabei ein Abkommen von der Fahrbahn nach links oder rechts beobachtet, was auch mit drastischen Gefahren für Unbeteiligte, wie z.B. Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge im Gegenverkehr, einhergeht. Selbst ohne Unfallfolgen können Polizeibeamte oft unsichere Fahrweisen bei Verkehrsteilnehmern beobachten, die in ihr Mobiltelefon vertieft sind. Auch kann die Ablenkung dazu führen, dass Hindernisse auf der Fahrbahn, z.B. querende Fußgänger oder ein Stauende, übersehen werden. Ebenso im Raum stehen die Missachtung von Ampeln und Verkehrszeichen, welche schlichtweg nicht wahrgenommen werden.

 

Verkehrsunfälle werden meistens durch Regelmissachtungen verursacht. Höhere Regelbeachtung = weniger Tote und Verletzte. Regeln werden nur dann eingehalten, wenn sie überwacht und Verstöße geahndet werden. Jeder Verkehrsteilnehmer kann Täter sein oder Opfer werden. Verkehrsüberwachung richtet sich gegen die Täter und schützt die Opfer. Deshalb wird die Polizeiinspektion Passau in den nächsten drei Wochen verstärkt auf Handynutzung achten und entsprechende Verstöße konsequent ahnden. 

 

 


- JS


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